1. Kultur
  2. Bühne

Arbeitssieg für die Toten Hosen

Arbeitssieg für die Toten Hosen

Premiere im Düsseldorfer Dome mit technischen Problemen und vier Zugaben.

Düsseldorf. Das erste von sechs Weihnachtskonzerten der Toten Hosen im Düsseldorfer Dome war ein routiniert herausgespielter Heimsieg: 12.000 Fans bejubelten ein 80-minütiges Konzert, dem vier Zugaben folgten, sangen mit von "Wünsch dir was" bis zur Liverpool-Hymne "You’ll never walk alone".

Als der letzte Ton nach 136 Minuten verklungen war, gingen die Besucher zufrieden nach Hause. Viele von ihnen kommen wieder - eingefleischte Hosen-Fans wollen das mit großen Erwartungen versehene Spektakel mehrfach erleben.

Fast 15 Monaten Tournee und 100 Konzerte hat die Düsseldorfer Band hinter sich. "Endlich wieder zu Hause", verkündete Campino zur Begrüßung, "aber wir sind auch ganz schön nervös." Einfach war die Premiere des Sechs-Konzerte-Rennens dann für die erfolgsverwöhnte Gruppe nicht.

Während im Dome selbst ein sauberer Sound herrschte, gab es für die Musiker Probleme mit dem Ton. Vor allem Campino gab mehrfach Signale ans Regiepult. Derlei belastet, der Frontmann hatte die übliche Lockerheit und den Spaß wie sonst diesmal nicht. Das wird sich bei den nächsten Konzerten sicher anders darstellen.

Das Publikum merkte von alldem nicht viel und hatte sein Vergnügen - als Live Act haben die Toten Hosen eine 100 Prozent-Garantie. Viele Lieder des aktuellen Albums von "Disco" bis "Teil von mir" wechselten ab mit Klassiker wie "Liebeslied", "Hier kommt Alex" oder der Schmähung des FC Bayern, den Campino für gefährlicher hält als die Schweinegrippe.

Bei diesem Song wurde auf den Leinwänden "eine große Stunde des Fußballs" angekündigt, und zum Ansporn der anwesenden Fortuna-Kicker wurden alle Tore des legendären 7:1 gegen die Münchener gezeigt. Eine Sternstunde eines jeden Hosen-Konzerts.

Alle Jahre wieder zerlegen und malträtieren die Toten Hosen im Dezember die Weihnachtlieder. Diesmal besonders ausführlich: Mit "Stille Nacht" ging’s los, später röhrte Campino ein "White Christmas", das sich anhörte wie Louis Armstrong im Vollrausch, Kuddel schrie lawinengefährdend "Still", dann gab’s sogar noch ein komplettes Medley.

Am Ende wurden die Hosen gefeiert. Sie hatten wieder einmal alles gegeben und sogar vom Mittelrang auf die Fans herunter gespielt. Campino kletterte in bewährter Manier und tankte sich dort durch die Blöcke. Hut ab.

Perfekt organisiert war die Anreise. Die Pendelbusse von den S-Bahnstationen Unterrath und Rath fahren im Minutentakt.