Velbert Kreisdechant verhindert Vakanz

Neviges. · Wie es mit Pfarrei und Wallfahrt auf Dauer weitergeht, ist noch offen. Ab Januar leitet mit Pfarrer Daniel Schilling aus Ratingen ein ehemaliger Tönisheider die Gemeinde.

 Daniel Schilling war bereits öfters in Mariendom im Einsatz: Hier ist der Kreisdechant beim Weihejubiläum im Mai 2018 von Messdienern umringt.

Daniel Schilling war bereits öfters in Mariendom im Einsatz: Hier ist der Kreisdechant beim Weihejubiläum im Mai 2018 von Messdienern umringt.

Foto: Ulrich Bangert

Seit Frühjahr ist bekannt, dass die Franziskaner nach 350 Jahren Seelsorge in Neviges den hiesigen Konvent aus personellen Gründen zum 31. Dezember schließen. Seither stellt sich immer drängender die Frage, wie es mit der Pfarrei „Maria, Königin des Friedens“ und der Wallfahrt weitergeht.

Am Wochenende informierte nun das Generalvikariat des Erzbistums Köln, dass es in Bezug auf die Nachfolge der Franziskaner noch keine Zusage einer Gemeinschaft zur Nachbesetzung in Neviges gebe: „Uns ist bewusst, dass Sie auf eine Klärung warten“, räumte Ursula Zöller, stellvertretende Leiterin der Hauptabteilung Seelsorge- Personal im Generalvikariat in ihrem Schreiben ein, das am Wochenende nach allen Messen verlesen wurde.

Man bitte jedoch um Geduld und Verständnis, noch keine konkreten Informationen geben zu können, führe weiterhin Gespräche mit möglichen Gemeinschaften und gehe davon aus, der Gemeinde im Sommer 2020 eine Entscheidung mitteilen zu können.

Für die Zeit der Vakanz wird auf Bitte von Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki Pastor Daniel Schilling, Kreisdechant und Pfarrer an St. Peter und Paul in Ratingen, ab 1. Januar 2020 übergangsweise zusätzlich die Aufgaben als Pfarrverweser (kommissarischer Verwalter der Pfarrei) und Wallfahrtsleiter übernehmen; eine Entscheidung, die die Gemeinde und die gewählten Gremien – Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand, die vorab informiert wurden – gleichermaßen mit Erleichterung und Zuversicht, Freude und Dankbarkeit aufnahmen. In Tönisheide aufgewachsen, kennt Pfarrer Schilling die Gemeinde von Kindesbeinen an, war in deren Jugend aktiv und als Organist in St. Antonius tätig; in Neviges liegen die Wurzeln seiner geistlichen Berufung: „Ihm sind die Menschen, die Kirchen und Wallfahrtsstätten, die Gegebenheiten vor Ort vertraut. Viele Gemeindemitglieder kennen ihn“, hob Tekla Lukannek, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates hervor. Sie ist sehr froh über die Gewissheit, dass das Gemeindeleben weitergeht, dass man nun planen könne, vor allem aber, dass man ab 1. Januar einen guten Ansprechpartner habe. Erleichtert zeigte sich auch Bruder Jakobus Maria Raschko, der zum Jahresende die Pfarrei als Leiter an den Pfarrverweser übergeben wird: „Daniel Schilling kennt sich hier bestens aus, dem müssen wir nichts groß erklären“, sieht der Franziskaner sehr gute Voraussetzungen für einen reibungslosen Übergang.

Schilling kann trotz Unterstützung keine vier Priester ersetzen

Der Ratinger Pfarrer wiederum hat die Herausforderung gern angenommen: „Ich möchte zusammen mit Ihnen in diesen wirklich spannenden Zeiten unserer Kirche einen Weg in die Zukunft suchen und meinen Teil dazu beitragen, dass der Ackerboden für Sie und eine mögliche kommende Gemeinschaft gut bereitet ist“, schreibt er in einem persönlichen Brief an die Nevigeser Gemeinde, in dem er um tatkräftiges Engagement und Unterstützung bei der Gestaltung der Übergangszeit bittet. Gleichwohl liegen schwere Aufgaben vor der Gemeinde: Man werde Schwerpunkte setzen, Entscheidungen treffen müssen, die Gewohntes ändern oder beenden werden, betont Tekla Lukannek. Das beginne bei der Frage, welche Messen gestrichen werden müssen, denn Schilling könne auch mit Unterstützung weiterer Geistlicher nicht vier Priester ersetzen. Die Nevigeserin hofft aber, dass die gemeinsam getroffenen Entscheidungen gut mitgetragen werden.

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