In Leverkusen können viele Kinder nicht schwimmen

Leverkusener Bäderchef warnt : Bäder-Chef: Kinder früh das Schwimmen lehren

Die Schwimmfähigkeit ließe generell nach.

Erst kürzlich wurde aus der Oberpfalz gemeldet, dass ein vierjähriges Kind reglos auf dem Boden eines Schwimmbeckens lag. Rechtzeitig hat ein beherzter 13-Jähriger es entdeckt und gerettet. Badeunfälle häufen sich in diesen Sommerwochen, und nicht alle gehen so gut aus. Ein Grund ist, dass viele Kinder nicht schwimmen können.

„Die Schwimmfähigkeit der Kinder nimmt ab“, hat Georg Boßhammer festgestellt. Für den Betriebsleiter des Sportparks Leverkusen gibt es mehrere Ursachen. Einmal gebe es viele Familien, die keinen Bezug zum Wasser haben, andererseits reichten die Kapazitäten in den Grundschulen nicht, um acht- bis zehnjährigen Kindern in Klassenstärke das Schwimmen beizubringen. Wenn nur zwei Lehrer, teils nicht einmal speziell ausgebildet, mit 25 Kindern zum Schwimmunterricht gehen, könnten sie sich nicht um Einzelschicksale kümmern. Wenn er Kapazitäten habe, schicke er zusätzliche Übungsleiter zur Unterstützung, sagt Boßhammer. Erklärtes Ziel sei, dass Kinder schwimmen können, wenn sie in die weiterführenden Schulen wechseln.

In vielen Familien habe die Fähigkeit keine Wertigkeit mehr, sagt der Bäder-Chef, dabei gehe es ja nicht nur um soziale Teilhabe, sondern auch um die Sicherheit des Kindes. „Kinder ertrinken schnell und leise, sie schreien nicht und paddeln nicht wild herum, wie das vielleicht im Film zu sehen ist“, mahnt Boßhammer Eltern, wenn sie mit Nichtschwimmern an den Badesee oder gar an den Rhein gehen.

Am Hitdorfer Badesee, wo die ehrenamtlichen Helfer der DLRG im Sommer aufpassen, habe Siggi Tandetzki schon erlebt, dass eine aufgeregte Mutter ihre drei kleinen Kinder suchte, nachdem sie 20 Minuten geschlafen hatte. „Das sind Augenblicke, da bleibt einem die Luft weg“, sagt der Lebensretter. In diesem Fall fand man die Ausreißer zum Glück ein Stück weiter beim Spielen mit anderen Kindern.

Die Kurse fürs Babyschwimmen sind stets in Minuten ausgebucht

Auf der anderen Seite gibt es viele Familien, die bereits mit ihren Säuglingen zum Babyschwimmen gehen. Die Kurse sind so beliebt, dass die Online-Angebote schon Minuten nach dem Freischalten ausgebucht sind, sagt Boßhammer.

Für die Stadt organisiert die Schwimmschule Aqua-Vital die Kurse für alle Alters- und Leistungsklassen, von Baby bis Seniorensport. Auch die Seepferdchen-Kurse sind stark nachgefragt. Bei der DLRG, wo man statt Zehn-Stunden-Kurse auf Mitgliedschaft und individuelles Training setzt, stehen sogar 300 Nichtschwimmer-Kinder auf der Warteliste.

Für weitere Angebote fehlen dem Verein Schwimmzeiten, weil es zu wenige Bäder gibt, sagt Tandetzki. Neben Training für die Abzeichen Seepferdchen, Bronze, Silber, und Gold spielt hier auch die Ausbildung der Rettungsschwimmer eine wichtige Rolle. Bei der Stadt fehlt es umgekehrt an Personal.