Hilfe : Die Ratinger Kenia-Hilfe läuft sehr gut

Erlös aus dem Verkauf von Rheinbahn-Schildern fließt in Ratinga School in Ukunda ein.

Die Geschichte begann in einem Hühnerstall – vor rund sieben Jahren. Damals wurden 20 Kinder in sehr beengten Verhältnissen unterrichtet. Längst gibt es in Ukunda, südlich von Mombasa in Kenia gelegen, weitaus bessere Bedingungen. Das liegt vor allem an Doris Jacobs und Irmel Hinssen, die das Projekt „Ratinga School“ in Angriff genommen haben. Unter dem Dach der Ratinger Kenia-Hilfe ist eine Schule entstanden, die mittlerweile Platz für 360 Kinder hat.

Viele Bürger beteiligen sich mit ihren Spenden an der Finanzierung der Arbeit. Jetzt kam ein weiterer Betrag hinzu: Der Erlös aus dem Verkauf alter Rheinbahn-Haltestellen-Schilder betrug 1400 Euro. Das Verkehrsunternehmen hat in Zusammenarbeit mit der Stadt 60 Schilder zum Stückpreis von 20 Euro verkauft, Rheinbahn-Vorstand Klaus Klar rundete die Summe auf.

Die Idee zu dieser Aktion hatte Helmuth Höhn aus dem Bereich Unternehmensentwicklung bei der Rheinbahn. Es gebe noch einige Schilder, die in der Region verkauft werden, berichtete er, im Frühjahr soll in Mettmann eine Abschlussveranstaltung mit den restlichen Hinweistafeln folgen. Der Stückpreis wird bei 20 Euro bleiben. Jacobs und Hinssen freuen sich über die große Resonanz. Und sie haben längst das nächste Projekt im Blick – den Bau einer weiterführenden Schule. Das Motto der unermüdlichen Organisatorinnen: Bildung ist Zukunft.

Es gibt enge Kontakte zwischen der Johann-Peter-Melchior-Schule in Lintorf, Rot-Weiß Lintorf und der Schule in Kenia: Geld- und Sachspenden aus dem Stadtteil haben an der Ratinga-School viel bewegt. Das große Ziel ist es, afrikanischen Kindern für möglichst wenig Geld den Schulbesuch zu ermöglichen.

Andere Privatschulen sind deutlich teurer. Und: „Die Ratinga School hat einen ausgezeichneten Ruf“, betonte Hinssen. Am Rande der Schule ist mittlerweile ein kleines Dorf entstanden. Die Eltern sind mit ihren Kindern in die Nähe der Schule gezogen. Wegen der angespannten politischen Lage kommen jedoch immer weniger Touristen nach Kenia. Dadurch verlieren viele Familien ihre Haupteinnahmequelle. Die Väter verschwinden, und die alleinerziehenden Mütter können das Schulgeld nicht mehr bezahlen.

330 Euro für Schulgeld, Essen
und medizinische Versorgung

Man kann Patenschaften übernehmen: Ein Pate bezahlt 330 Euro jährlich für Schulgeld, Essen und medizinische Versorgung seines Patenkindes. „Die Schuluniform müssen die Eltern aber selbst bezahlen“, erklärte Jacobs, die berichtete, dass man den kenianischen Kindern später auch ein Studium ermöglichen will. In einigen Fällen sei dies bereits gelungen. Immer wieder reisen die Ratinger in das afrikanische Land und schauen sich dort die Arbeit an. „Es ist ja auch wichtig, dass wir sehen, wohin das Geld fließt“, ergänzte Hinssen. „Viele Eltern wissen, dass es vielleicht die einzige Chance für ihre Kinder ist, einen ordentlichen Beruf zu erlangen“, meinte Doris Jacobs.

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