Firmen mit Gesundheits-Programmen ausgezeichnet

Firmen mit Gesundheits-Programmen ausgezeichnet

Vier Krefelder Unternehmen erhielten Preise bei erster Vergabe dieser Art durch Industrie- und Handelskammer.

Vier Krefelder Firmen waren bei der ersten Vergabe des Preises für Betriebliches Gesundheitsmanagement der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein erfolgreich: die Laufenberg GmbH, Solenis Technologies Germany GmbH, Alberdingk Boley GmbH und der Schwimmverein Bayer Uerdingen 08. Die IHK möchte mit dem neuen Wettbewerb „BGM-Preis Mittlerer Niederrhein“ Mitglieder in den Kategorien kleine, mittelständische und große Unternehmen auszeichnen, die sich mit kreativen Maßnahmen „umfassend, systematisch und nachhaltig“ für das Gesundheitsmanagement einsetzen.

„Mit Betrieblichem Gesundheitsmanagement sorgen Unternehmen nicht nur dafür, dass ihre Arbeitskräfte in Zeiten demografischen Wandels arbeits- und leistungsfähig bleiben. Sie signalisieren potenziellen Arbeitnehmern auch, dass der Betrieb mitarbeiterfreundlich agiert“, sagte IHK-Geschäftsführer Jürgen Steinmetz bei der Verleihung der Preise.

Zur Einstimmung sensibilisierte als prominenter Redner Babak Rafati die Gäste für das Thema und sprach über die Bedeutung der Gesundheit für ein erfolgreiches Arbeiten. Der Titel seines Vortrags: „Brennen statt auszubrennen“. Der gelernte Bankkaufmann war in Führungspositionen tätig und viele Jahre Fifa- und Bundesligaschiedsrichter, bis er 2011 versuchte, sich vor einem Spiel das Leben zu nehmen. Rafati appellierte: „Kümmern Sie sich um die psychische Gesundheit Ihrer Mitarbeiter, Betriebliches Gesundheitsmanagement bedeutet Wertschätzung der Mitarbeiter – sie werden es Ihnen zurückzahlen.“

Anschließend hielt Professor Dr. Lutz Packebusch vom Institut für Arbeitssicherheit, Umweltschutz, Gesundheitsförderung und Effizienz der Hochschule Niederrhein die Laudatio für die Kategorie „Mittlere Unternehmen“. Er gratulierte Laufenberg zum ersten sowie Solenis Technologies und Alberdingk Boley zu ihren dritten Preisen. Für die mehr als 200 Mitarbeiter bei Laufenberg wurden nach der Gründung eines Arbeitskreises „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ mögliche Gesundheitsrisiken analysiert. Anschließend wurden Hilfsmittel angeschafft und Mitarbeiter entsprechend geschult, etwa wie man Lasten möglichst rückenschonend anhebt. Auch verschiedene sportliche und teamfördernde Angebote wurden geschaffen.

Bei der Solenis Technologies Germany GmbH stellte sich im Rahmen von BGM-Maßnahmen heraus, dass sich zum Beispiel Produktionsmitarbeiter wegen ihres genau getakteten Arbeitsablaufs kaum an Gesundheitsangeboten beteiligten. Daraufhin wurden Alternativen für Schichtarbeiter direkt am Arbeitsplatz entwickelt.

Alberdingk Boley achtete bei der Einführung des BGM auf ein Mitspracherecht aller Abteilungen. „Ein Mitarbeiter in der Verwaltung, der viel sitzt und sich wenig bewegt, hat andere gesundheitliche Probleme als ein Mitarbeiter im Labor oder in der Produktion“, so Packebusch. In der Kategorie „Kleine Unternehmen“ erhielt Bayer Uerdingen 08 den dritten Preis. „Obwohl Sport das Kerngeschäft eines Unternehmens ist, bedeutet das lange nicht, dass sich das Unternehmen auch um das physische und psychische Wohlbefinden der eigenen Mitarbeiter kümmert“, sagte IHK-Vizepräsidentin Susanne Thywissen bei ihrer Laudatio. Die Geschäftsführung von Bayer stellte unter anderem einen Gesundheitskoordinator ein, der sich um die Organisation von BGM-Maßnahmen kümmert.

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