Erhalt der Sportanlage am Schroersdyk wird diskutiert

Erhalt der Sportanlage am Schroersdyk wird diskutiert

UN-PARTEIISCH Perspektiven des Platzes und des Vereins Viktoria Krefeld sollen aufgezeigt werden.

Im zweiten Teil unserer Rubrik „Un-Parteiisch“ beschäftigen wir uns wieder mit einem Statement einer Krefelder Partei und stellen das politische Anliegen vor, erläutern den Zusammenhang und geben eine Einschätzung dazu ab.


Der Antrag
Walter Fasbender, CDU-Bezirksvertreter in Nord, hat in einem Statement kritisiert, dass die Verwaltung überlegt „die Bezirkssportanlage am Schroesdyk“ zu schließen. „Die Anlage am Schroersdyk ist ein wichtiger Mosaikstein der kommunalen Infrastruktur im Nordbezirk. Viktoria Krefeld ist mit seinen Mannschaften ein wichtiges Aushängeschild und hat eine hohe Bedeutung für den Stadtteil“, erklärt Fasbender. Fasbender findet es nach eigenen Angaben unverständlich, dass öffentlich bereits über eine Schließungsliste diskutiert werde, obwohl der Sportausschuss das Thema noch nicht auf der Tagesordnung hatte. Eine Informationsveranstaltung des Bürgervereins Inrath und des Sporvereins Viktoria Krefeld findet der CDU-Politiker deshalb richtig und wichtig, „um über eine Zukunftsperspektive des Sportplatzes und des Vereins zu diskutieren“.

Der Zusammenhang In Krefeld verursachen zu viele Sportanlagen zu hohe Kosten, deswegen sollen die Anlagen Schroersdyk, Randstraße, Kaiser-Wilhelm-Park und Gellep in Zukunft nicht mehr genutzt werden. Im Gegenzug sollen andere Sportanlagen saniert und modernisiert werden. In Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Lutz Thieme und seinem Team des Rhein-Ahr-Campus entwickelte die von der Verwaltung eingesetzte Sportstättenkomission eine Prioritätenliste, die anhand eines errechneten Index, die Notwendigkeit der einzelnen Sportanlagen bewertete. Dabei wurden die Kriterien Schulsport, Vereinssport und die im Quartier vorhandene Sozialstruktur berücksichtigt. Raus gekommen ist eine Liste, an dessen Ende die vier genannten Anlagen stehen.

Die Bewertung Kritik an der Kommunikationsstrategie der Verwaltung gab es bereits kurz nach der Vorstellung der Prioritätenliste der Sportanlagen. Die Verwaltung war seitdem bemüht, nicht von Schließungen der Anlagen zu sprechen, sondern von einem Auslaufen. „Keine Anlage wird alternativlos geschlossen“, sagte Sportdezernent Markus Schön mit Blick auf die Vereine, die auf den Sportplätzen beheimatet sind. Dazu gehört auch Viktoria Krefeld. Der Verein soll zukünftig möglicherweise an der bald umgebauten Hubert-Houben-Kampfbahn trainieren und spielen. Ein Umzug in die Heimat eines anderen Vereins: Für jeden Vereinssportler ein schwerer Schritt. Viktoria-Vorsitzender Markus Eitner, der selbst Mitglied der Sportstättenkommission ist, sagt: „Die Viktoria spielt seit den 1930er-Jahren auf dieser Anlage, wir sind seit über 80 Jahren damit verbunden. Ich hätte nie damit gerechnet, dass es unsere Anlage trifft.“ So wie der Viktoria wird es vielen Vereinen gehen, die in Zukunft auf andere Anlagen ausweichen werden müssen. Deshalb muss die Verwaltung in Zukunft zwingend mit den Informationen zuerst an die Vereine herantreten, bevor öffentlich über die Zukunft der Sportler gesprochen wird. Die CDU-Kritik liest sich aber wie eine Wiederholung der Aussage des Sportausschussvorsitzenden Marc Blondin (CDU), der der Verwaltung „ein Kommunikationsdesaster“ vorwarf. In einem Wahljahr bleibt das Thema aber eins mit Sprengkraft. Auch deshalb wird die Zukunft der Krefelder Sportanlagen und der dazugehörigen Vereine wohl nicht das letzte Mal zum politischen Schlagabtausch taugen.