Spieletest: Battlefield 4 - Mit Pauken und Problemen

Die Battlefield-Reihe steht seit jeher für die größten Mehrspieler-Schlachten in der PC- und Konsolenwelt. Mit einem großen Umfang, einer Level-Revolution und nahezu perfektem Sound überzeugt der vierte Serientitel — ein fader Beigeschmack aufgrund technischer Startprobleme bleibt allerdings.

Wer den Vorgänger gespielt hat, fühlt sich sofort wie zu Hause. Aber auch Serien-Neueinsteiger freuen sich über ein übersichtliches Menü, eine klassische und eingängige Shooter-Steuerung sowie gewohntes Teamplay.

Die größte Neuerung ist die zu großen Teilen zerstörbare Spielwelt. Dank der modifizierten Grafikengine können die Spieler nicht nur Hochhäuser oder ganze Stadtteile, sondern auch Dämme mit gezielter Vorgehensweise beseitigen. Und das hat nicht nur optische Auswirkungen, sondern auch spielerische: Der gebrochene Damm lässt Unmengen Wasser in die Stadt fließen, die trockenen Straßen gleichen danach Flüssen. Dadurch verlagern sich die Gefechte von der Straße in die Häuser — und werden über Wassergräben hinweg ausgetragen.

Auf der nächsten Konsolengeneration PS4 und Xbox One sowie auf dem PC, sieht das Spiel unglaublich detailliert aus. Die Stoffmusterung samt Nähten und Knopflöcher der Uniformen sind extrem scharf und daher gut zu erkennen. Auf der PS3 und Xbox 360 ist die Grafik entsprechend weniger detailliert, bewegt sich aber auf dem aktuellen Niveau.

Eines steht fest: Dem Titel fehlt der letzte Feinschliff. Während der ersten Mehrspielerpartien fror das Spiel ein und warf die Spieler vom Server. Unerwartet und ohne Vorwarnung. Zusätzlich bleiben KI-Soldaten im Einzelspielermodus an Ecken oder in Wänden hängen. Das ist nun wirklich nicht mehr zeitgemäß und an Schludrigkeit nicht zu überbieten. Patches sollen die Probleme in naher Zukunft beheben, so der Entwickler „DICE“.

Auch spielerisch unterscheiden sich die Versionen. Auf der neuen Generation finden insgesamt 64 Spieler in einer Mehrspielerpartie Platz — auf den alten Konsolen PS3 und Xbox 360 nur 24. In allen treten aber drei Parteien gegeneinander an: China, Russsland und die USA. Auf den insgesamt zehn Karten erfordern die Umgebungen stets eine andere Vorgehensweise. In der fiktiv nachgebauten Großstadt Shanghai kombiniert man als Spieler Häuserkämpfe mit Fahrzeugschlachten. In den Gebirgen von „Golmud Railway“ geht es dagegen auch mit Panzern zur Sache — inklusive zahlreicher Explosionen.

Insgesamt bietet das Spiel acht Modi. Neu mit dabei: der „Obliteration“-Modus. Hier legt ein Team an bestimmten Stellen bomben — das andere versucht sie zu entschärfen. Also quasi eine Art „Capture the Flag“, nur eben mit Bomben. Bei „Domination“ kämpfen zwei 16-Mann-Teams gegeneinander — ohne Fahrzeuge oder sonstige Hilfsmittel. In den anderen Modi greift man wieder fleißig auf Kampfschiffe, Jeeps oder Luftfahrzeuge zurück. Hier bietet Entwickler „DICE“ erneut eine riesige Auswahl. Endlich: Aus der Deckung kann man im Häuserkampf endlich um Ecken schielen und zielen — das ging beim dritten Teil noch nicht.

In ungefähr sechs Stunden ist die Einzelspieler-Kampagne vorbei. Eine Dauer, die sich inzwischen bei brachialen Action-Shootern eingebürgert hat. Während dieser Zeit kämpft man mit einer langatmigen und undurchsichtigen Geschichte: China und die USA lösen einen dritten Weltkrieg aus — als Protagonist befindet man sich auf dem Flugzeugträger „Valkyrie“ und treibt auf chinesischer See. Von dort führt es einen von Baku über Shanghai, Singapur und Tibet bis nach Usbekistan. Insgesamt ist die Inszenierung gelungen, weil es weder an Explosionen, noch an Abwechslung mangelt: Verfolgungsjagden im Auto, Stellungsschlachten und Stealth-Missionen — alles ist mit an Bord. Dagegen mangelt es an Emotionen: Der Spieler kann keine Bindung zum Protagonisten aufbauen, dafür bleibt der Hauptdarsteller viel zu blass. Man muss weder schwerwiegende Entscheidungen treffen, noch wirklich Angst um sein Überleben haben.

„Battlefield 4“ ist in nahezu allen Belangen seinem Vorgänger überlegen: es gibt mehr Spielmodi, eine zerstörbare Umgebung samt dynamischer Taktik-Komponente und eine aufgemotzte Einzelspieler-Kampagne. Bis auf die lahme Geschichte und die technnischen Probleme gibt es nichts zu meckern.

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