Der ewige Jungdrache: So spielt sich „Spyro Reignited Trilogy“

Der ewige Jungdrache: So spielt sich „Spyro Reignited Trilogy“

Nintendo hat Mario. Sega hat Sonic. Und Sony? Hatte zum Start der ersten Playstation vor mehr als 20 Jahren erst einmal kein echtes Maskottchen.

Niedliche Comic-Tierchen gab es für die Konsole aber trotzdem, Crash Bandicoot etwa oder den Jungdrachen Spyro. So populär wie Mario und Sonic war die vorwitzige Echse zwar nie, ein paar Fans fand sie mit ihren Hüpfspielen aber doch, vor allem unter den jüngeren Playstation-Spielern. Die sind inzwischen längst erwachsen - und können den Held ihrer Kindheit jetzt wiedertreffen.

Für Playstation 4 und Xbox One

Denn Activision bringt mit „Spyro Reignited Trilogy“ ein Remake der ersten drei „Spyro“-Spiele auf den Markt - übrigens nicht nur für die Playstation 4, sondern auch für die Xbox One. Für rund 40 Euro bekommen „Spyro“-Fans alle drei Spiele, mit deutlich schönerer Grafik und vielen anderen kleinen Verbesserungen. Im Kern hat Entwickler Toys for Bob die Original-Spiele aber nur sehr behutsam verändert. Und das ist auch gut so.

Denn es zeigt sich, dass Spyros bunte Hüpferei auch 2018 noch funktioniert, gute 20 Jahre nach Veröffentlichung des ersten Teils. Mit modernen Spielen wird man die Remakes nicht verwechseln: Gerade das erste „Spyro“-Abenteuer ist aus heutiger Perspektive fast absurd simpel: Spyro rennt und flattert durch bunte Welten, feuerspuckt Gegner um, sammelt Diamanten und befreit seine versteinerten Freunde. Das war’s.

Etwas ausgefeiltere Story

Auch in Teil zwei und drei der „Spyro“-Trilogie passiert nicht viel mehr. Zwar gibt es da im Vergleich zum ersten Teil eine etwas ausgefeiltere Story, ein paar zusätzliche Charaktere und generell mehr Abwechslung. Von den dicken Feature-Paketen moderner Spiele sind auch diese Titel aber meilenweit entfernt: Freischalten lässt sich kaum etwas, aufleveln auch nicht, Zusatzinhalte zum Kaufen gibt es schon gar nicht, und neue Ausrüstung kann Spyro auch nicht sammeln.

Dem Spielspaß tut das keinen Abbruch. Denn so können Spieler die abwechslungsreichen, weitläufigen Level der drei Spiele ganz frei nach Schnauze erkunden. Wer mag, sucht alle Diamanten und sonstige Geheimnisse - wer dazu keine Lust hat, muss aber auch nicht zwingend jeden Stein umdrehen. In Stress artet das so oder so nie aus: Präzisionssprünge sind nur selten nötig, und auch die Gegner sind eher drollige Hindernisse als echte Gefahren.

In einem Höllentempo

Laune macht das Remake der „Spyro“-Trilogie jedoch auch ohne knifflige Herausforderungen. Was vor allem daran liegt, dass sich Spyro noch immer so toll steuern lässt wie vor 20 Jahren: Er gleitet, sprintet und rollt in einem Höllentempo durch die Level und gehorcht dabei stets auf jedes Kommando - dabei profitiert der Jungdrache von einer Kamera, die sich deutlich weniger bockig gibt als im Original.

Zudem ist die grafische Frischzellenkur den Entwicklern von „Spyro Reignited Trilogy“ mehr als gelungen. Egal ob Spielwelten, Feinde oder Spyro selbst: Die eher simplen Kulissen und Figuren des Originals sind im Remake kaum wiederzuerkennen. So braucht sich das neue alte „Spyro“-Spiel weder vor Mario noch vor anderen Konkurrenten wie der „Ratchet&Clank“-Reihe zu verstecken.

Altersfreigabe ab sechs Jahren

Remakes erfolgreicher Klassiker sind in der Spielwelt wirklich keine Seltenheit mehr. Dass sie so gut gelingen wie im Fall der „Spyro Reignited Trilogy“ ist allerdings eher die Ausnahme als die Regel. In seinem neuen Gewand dürfte der freche kleine Drache nicht nur alte Fans glücklich machen, sondern auch viele neue Freunde finden.

„Spyro Reignited Trilogy“ kostet rund 40 Euro, ist ab sofort für Playstation 4 und Xbox One erhältlich und hat eine Altersfreigabe ab sechs Jahren. Achtung: Wer das Spiel auf Disc kauft, braucht trotzdem eine anständige Internetverbindung. Denn Teil zwei und drei müssen auch Disc-Besitzer erst herunterladen, bevor sie loslegen können.

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