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„Midnight Suns“: Cleverer Genre-Mix für Marvel-Fans

Neues Superheldenspiel : „Midnight Suns“: Cleverer Genre-Mix für Marvel-Fans

Spannend, umfangreich und wie für Fans gemacht: Das Rundentaktikspiel „Marvel's Midnight Suns“ von Firaxis glänzt mit Spielwitz und Insider-Gags. Schon ausprobiert?

Man nehme ein paar unverbrauchte Superhelden und Superheldinnen, stecke sie mit dem Best-of des Marvel-Universums in eine WG und heraus kommt eines der spannendsten Rundentaktik-Spiele des Jahres.

Das Entwicklungsstudio Firaxis, bekannt für den Genre-Liebling „XCOM“, hat für „Marvel's Midnight Suns“ altbewährten Spielwitz mit einem Kartenspiel und einer Prise Social Simulation im Stil des japanischen Rollenspielklassikers „Persona 5“ gemixt.

Lilith will die Welt unterjochen

Und darum geht es: Es gibt mal wieder Stress im Marvel-Universum. Dämonin Lilith will mithilfe der Verbrecherorganisation Hydra die Welt unterjochen und legt New York in Schutt und Asche. Nur eine kleine Heldinnen-Gruppe namens „Midnight Suns“ wagt aus ihrer WG in einer abgelegenen Abtei heraus den Kampf gegen das Böse.

Doch obwohl Captain Marvel, Iron Man oder der freundliche Nachbar Spider-Man zur Hilfe eilen, sieht es für das Team schlecht aus. Die einzige Hoffnung ist die Wiederbelebung eines legendären Helden namens Hunter. Kein Wunder, ist er doch der leibhaftige Nachkomme der bösen Lilith.

Spannende Dämonenjagd

Die Spieler und Spielerinnen nehmen es wahlweise als weiblicher oder männlicher Hunter mit den Dämonen auf. Dazu reisen sie von Stadt zu Stadt und stellen sich in Rundenkämpfen den Feinden. In den Story- und Nebenmissionen müssen Hubschrauber sabotiert oder Informationen erbeutet werden.

In Bosskämpfen tritt das Team gegen besonders hartnäckige Gegner aus dem Marvel-Universum an, etwa gegen Sabretooth oder Venom. Anfangs geht es nur um das Besiegen der Gegner. Später werden die Aufgaben komplexer. Spieler und Spielerinnen müssen dann unter Zeitdruck Beschwörungen stoppen oder an verschiedenen Fronten kämpfen.

Gelungener Genre-Mix

Vor einer Mission wählt man ein dreiköpfiges Team aus. Wie bei einem Schachspiel verfügen die Figuren über bestimmte Fähigkeiten. Captain Marvel bekämpft die Feinde mit einem Photonenstrahl, die neue Superheldin Nico rückt ihnen mit Blutmagie zu Leibe und Hunter wirbelt mit einem Klingensturm durch die gegnerischen Reihen.

Container und Kisten auf dem Schlachtfeld dürfen auch als Waffe eingesetzt werden. Das alles verbraucht aber Aktionspunkte. Deshalb müssen die Fans ihre Angriffe gut planen, um nicht am Ende hilflos auf dem Schlachtfeld zu stehen. Dank gewonnener Erfahrungspunkte steigen die Helden und Heldinnen auf und werden stärker.

Spielkarten stehen für Fähigkeiten

Der Clou bei dieser Superheldensause: Jede Fähigkeit wird durch eine Spielkarte symbolisiert. Im Stil bekannter Trading Card Games wie „Magic“ oder „Yu-Gi-Oh!“ erzeugen Kombinationen mit anderen Karten besonders effektive Angriffe oder Verteidigungen. Jeder Held oder Heldin besitzt am Anfang nur eine Handvoll Karten, deren Anzahl aber im Laufe des Spiels enorm anwächst.

Spätestens zur Halbzeit rauchen die Köpfe, weil schon Detailverbesserungen bei der Kartendeckauswahl über den Sieg entscheiden. Das ist zwar nicht so komplex wie bei den Vorbildern, aber der Lohn sind spektakuläre und bunte Kämpfe, die den fehlenden Detailgrad bei der visuellen Umsetzung vergessen lassen.

Auch die Dämonenschmiede fehlt nicht

Wie es sich für so einen Mix aus Rollen- und Taktikspiel gehört, können die Karten in einer sogenannten Dämonenschmiede verbessert werden. Wer will, kann aus Blaupausen eigene Karten erschaffen. Dafür benötigen die Spieler und Spielerinnen Rohstoffe, die sie im Kampf gewinnen.

Der Stützpunkt in einer abgelegenen Abtei dient auch als Trainingsort und Krankenhaus. Wenn sich die Teammitglieder im Kampf verletzen, sind sie bis zur Heilung erst einmal einen Tag außer Gefecht oder starten den Kampf nur geschwächt. Das erfordert von Spielern und Spielerinnen auch ein geschicktes Management des Teams.

Freunde halten zusammen

Abseits von Kämpfen und Einsatzplanung müssen sich die Fans auch ums Zwischenmenschliche kümmern. Denn eingepfercht in ihre Abtei entwickelt die WG unterschiedlichste Probleme. Iron Man ist ein Angeber, der sich nichts sagen lässt. Die rebellische Magik verarbeitet ein Kindheitstrauma und Vampirjäger Blade kann Captain Marvel seine Liebe nicht gestehen.

Durch Gespräche oder einfaches Abhängen am Pool steuert Hunter die Sympathien. Neue Freundschaften bringen im Kampf Angriffs- und Verteidigungsboni. Als kleines Plus sind viele Situationen mit Insider-Gags aus dem Marvel-Comic-Universum gespickt.

Umfrangreiches Marvel-Abenteuer

Dieser Mix aus Rundentaktik, Kartenspiel und Social Simulation macht aus „Midnight Suns“ ein spannendes wie umfangreiches Abenteuer, das Marvel-Fans stundenlang unterhält. Egal, ob sich das Team hartnäckigen Gegnern stellt oder einfach nur im Buchklub oder vor dem Fernseher abhängt. Irgendwas ist immer zu tun.

Besonders das Experimentieren mit den unterschiedlichen Kartendecks weckt den Sammeltrieb und sorgt für anspruchsvolle Kämpfe. Und der Spielwitz entschädigt mehr als genug für die maue technische Umsetzung.

Service:

„Marvel's Midnight Suns“ von Firaxis, veröffentlicht von 2K Games. Spielbar auf Windows, Playstation 4/5, Xbox One/Series und Nintendo Switch. Es kostet rund 70 Euro. USK ab 12.

© dpa-infocom, dpa:230104-99-102748/3

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(dpa)