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Online gebraucht kaufen und verkaufen – die wichtigsten Tipps

Digital : Online gebraucht kaufen und verkaufen – die wichtigsten Tipps

In Zeiten des Klimawandels wird ein nachhaltiger Konsum immer wichtiger. Denn je weniger produziert wird, umso besser für die Umwelt. Nicht zuletzt aus diesem Grund wird auch der Handel mit Gebrauchtwaren immer beliebter. Zudem sind ‚Vintage‘ und ‚Retro‘ regelrechte Trends.

Lässt sich mit gebraucht gekauften Möbeln, Kleidern und anderen Produkten doch bestens Individualität fernab von der Massenproduktion ausdrücken. Und manch ein Gegenstand bekommt durch seine Geschichte und die entsprechenden Gebrauchsspuren erst richtig Charme. Und noch dazu ist gebraucht oftmals günstiger. Aber auch beim Second-Hand-Handel kommen unseriöse Angebote und überteuerte Preise vor. Mit den richtigen Tipps können Sie diese Stolperfallen umgehen und Gebrauchtwaren sicher kaufen und verkaufen.

Online gebraucht kaufen und verkaufen

War vor einigen Jahren die Auswahl an Gebrauchtwarenhändlern und Kleinanzeigen im Internet noch recht übersichtlich, kann heute schon einmal leicht der Überblick verloren gehen. So viele Händler sind mittlerweile dazu gekommen und Käufer und Verkäufer fragen sich, bei wem welche Waren am besten zu erstehen sind bzw. an den Mann oder die Frau gebracht werden können. Gute Überblickseiten helfen beim Finden von passenden Gebrauchtwarenanbietern. Doch mit dem Finden eines passenden Händlers ist es nicht getan. Um online wirklich gut und sicher zu kaufen und zu verkaufen gibt es ein paar Dinge zu beachten.

Online verkaufen

Es gibt im Wesentlichen zwei Möglichkeiten, Gebrauchtes online zu verkaufen. Zum einen kann eine Website genutzt werden, die den Verkauf der Waren übernimmt. Alternativ können die Gegenstände auch selbst auf einer Website wie Ebay oder Vinted angeboten, verkauft und verschickt werden.

Die erste Möglichkeit ist schnell umgesetzt. Meist müssen die Gegenstände fotografiert und die Fotos an den Händler verschickt werden. Dieser macht dann ein Angebot. Wird es angenommen, bekommt man eine Versandmöglichkeit an den Händler – dies ist in der Regel kostenlos. Alles wird verschickt, der Händler zahlt den vereinbarten Betrag und kümmert sich schließlich um den Verkauf. Diese Möglichkeit ist bequem und spart Zeit, bringt aber oft weniger Gewinn, als wenn man sich selbst um den Verkauf bemüht.

Wer seine Gebrauchtwaren selbständig verkauft sollte Folgendes berücksichtigen:

Gute Fotos: Auf der Verkaufsseite sollten aussagekräftige Fotos eingestellt werden, um potentielle Käufer zu überzeugen. Dabei sollten auch Macken und Gebrauchsspuren dokumentiert werden.

Zahlungsmöglichkeiten: Im Idealfall sollten so viele Zahlungsmöglichkeiten wie möglich angeboten werden, um Kunden den Kauf zu erleichtern.

Versandkosten klein halten: Hohe Versandkosten schrecken vor allem Kunden von Gebrauchtwaren ab, denn plötzlich ist das Schnäppchen gar keines mehr. Die Versandkosten sollten, wenn möglich, auch nicht höher sein als der Kaufpreis.

Detaillierte Beschreibung: Die angebotenen Artikel sollten detailliert beschrieben werden. Durch gute Beschreibungen von Material, Größe, Farbe und Gebrauchsspuren kann sich der Käufer ein genaues Bild machen. Auf diese Weise werden auch spätere Streitigkeiten vermieden

Profil vollständig ausfüllen: Wer viele persönliche Daten in seinem Verkäufer-Profil angibt, eventuell sogar ein Profilbild einstellt, wirkt auf Käufer vertrauenerweckend.

Um Bewertungen bitten: Nach einem gut abgelaufenen Verkauf sollte man sich nicht scheuen, um eine Bewertung zu bitten. Auch dies schafft Vertrauen bei zukünftigen potentiellen Käufern.

Neupreis angeben: Damit sich der Käufer ein realistisches Bild davon machen kann, ob sich der Kauf für ihn lohnt, sollte soweit bekannt auch der Neupreis – und das Alter – des Artikels angegeben werden. Dies lohnt vor allem, wenn der Preisunterschied zwischen Neukauf und gebrauchtem Produkt sehr groß ist.

   Nicht nur auf dem Flohmarkt findet sich manches Schätzchen – auch online lassen sich wahre Schätze bergen.
Nicht nur auf dem Flohmarkt findet sich manches Schätzchen – auch online lassen sich wahre Schätze bergen. Foto: Pixabay.com/jackmac34 CC0 Public Domain

Drei gute Gründe, Second Hand zu kaufen:

1. Es hilft, die Umwelt zu retten. Allein die Textilindustrie stößt jährlich etwa 1,2 Milliarden Tonnen CO2 aus, was 2 % der Treibhausgasemissionen entspricht. Höchste Zeit, einen Schritt zurückzugehen. Der Kauf neuer Produkte trägt nicht nur zur Umweltverschmutzung bei, er unterstützt zu einem großen Teil auch eine Industrie mit schlechten Arbeitsbedingungen. Denn erst durch die Verlagerung ihrer Fabriken in Entwicklungsländer haben viele große Unternehmen es geschafft, bestimmte Waren günstig anbieten zu können.

2. Geld sparen. Der Kauf von Produkten aus zweiter Hand schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel. Wer ein gebrauchtes Objekt wieder zum Leben erweckt, gibt in der Regel weniger Geld aus als für ein brandneues Modell.

3. Individualität. In einer Zeit, in der große Marken Konsumgüter standardisiert haben, ist der Kauf von Gebrauchtgegenständen eine Möglichkeit, seinen Stil auszudrücken und einzigartige Gegenstände zu finden. Was könnte befriedigender sein, als eine Jacke oder ein Möbelstück mit einem einzigartigen Design zu finden?

Sicher gebraucht online kaufen

Beim Kauf über Online-Kleinanzeigen oder Gebrauchtwarenhändler können tolle Schnäppchen gemacht und einzigartige Fundstücke erstanden werden. Doch jeder Kauf birgt auch ein gewisses Risiko. Denn im Unterschied zum Kauf auf einem richtigen Kostenpflichtiger Inhalt Flohmarkt, können die Gegenstände nicht in die Hand und genauer in Augenschein genommen werden. Man ist einzig auf die Fotos und Beschreibungen der Verkäufer angewiesen – und tritt diesen nicht einmal persönlich gegenüber. Wer weiß schon, ob ein Händler nach dem Verkauf nicht wieder spurlos aus dem Netz verschwindet? Aber ein Recht auf Rückgabe oder eine Garantie gibt es in der Regel bei Gebrauchtkäufen ohnehin nicht.

Kleinanzeigen-Plattformen versuchen, ihre Kunden vor windigen Verkäufern zu schützen, nur klappt das leider nicht immer. Daher heißt es: selbst aufpassen.

Wird keine Selbstabholung der Waren vereinbart und kann damit nicht bar bezahlt werden, gilt gemeinhin PayPal als sichere Zahlmethode. Misstrauisch werden sollten Käufer bei extrem billigen Angeboten oder wenn zur Zahlung ein Konto im Ausland angegeben wird.

Eine gute Sache ist es, wenn Käufer sich Kaufpreis und Versandkosten vorab vom Verkäufer schriftlich bestätigen lassen und zunächst nur eine Anfrage tätigen. Die Reaktion des Verkäufers kann sehr aufschlussreich sein. Darüber hinaus lohnt sich gerade bei teuren Käufen eine Paketversicherung.

Übrigens: Nicht nur Käufer, auch Verkäufer können beim Onlinehandel Opfer von Betrug werden – kein Wunder, dass es so häufig ein „Gerangel“ darum gibt, ob zuerst gezahlt oder ob zuerst die Ware verschickt wird.