Fototipps: Schwarz-Weiß-Fotos bringen Gefühl für Farben

Fototipps: Schwarz-Weiß-Fotos bringen Gefühl für Farben

Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Mit einfachen Mitteln zum Erfolg: kunstvolle Bilder brauchen keine Farbe. Wer in Schwarz-weiß fotografiert, trainiert auch seinen eigenen Farbsinn. Und wenn es wacklig wird, muss nicht unbedingt ein teures Stativ her.

Eine Schnur tut's auch.

Schwarz-Weiß-Fotos bringen Gefühl für Farben

Wo ein Bild hauptsächlich wegen seiner Farben wirkt und wo diese nur Beiwerk sind, erschließt sich gerade Fotografie-Anfängern nicht ohne weiteres. Ein gutes Training, um sein Gefühl für die Wichtigkeit oder Unwichtigkeit von Farben zu schulen, ist das Fotografieren im Schwarz-Weiß-Modus der Kamera, rät der Photoindustrie-Verband. Dabei schult man sein Auge gleichzeitig in der Wahrnehmung von Flächen, Formen und Linien. Diese zu erkennen und einzusetzen, ist beim Bildaufbau wichtig.

Wer beim Fotografieren Effekte mit Farben erzielen möchte, sollte auf starke Farben und sogenannte Komplementärkontraste achten. Von letzteren spricht man, wenn Gegenfarben wie Rot und Grün oder Blau und Orange gemeinsam im Bild auftauchen. Starke Farben helfen grundsätzlich, das Auge des Betrachters auf bildwichtige Punkte zu lenken. Auch mit Kameraeinstellungen lassen sich Farben beeinflussen: Um etwa einen Blaustich in ein Motiv zu bringen, muss die sogenannte Farbtemperatur kälter eingestellt werden, etwa auf 2500 Kelvin.

Eigenbau-Stativ fürs Fotografieren unterwegs

Stative sind mitunter teuer, schwer und unhandlich. Wer seine Kamera in Grenzbereichen auch ohne richtiges Stativ ruhig halten möchte, kann ein sogenanntes Schnurstativ nutzen. Dabei handelt es sich um eine Schnur, die an einer ins Stativgewinde der Kamera passenden Schraube befestigt ist. Das berichtet die Zeitschrift „PC-Welt Hacks“ (Ausgabe 3/14).

Die Funktionsweise ist einfach, aber effektiv: Wird ein Schnurende mit der Schraube unter der Kamera befestigt, kann man mit dem Fuß auf das andere Ende treten und die Schnur spannen. Der Gegenzug verringert dann Zittern und Wackeln so weit, dass man mit etwas Übung auch noch unverwackelte Bilder mit etwa 1/20 Sekunden Belichtungszeit hinbekommt.

Glänzendes im Dunkeln fotografieren

Das Ablichten von Gegenständen mit glänzender Oberfläche stellt Fotografen wegen möglicher Reflexionen vor eine besondere Herausforderung. Um etwa auf der Glasoberfläche einer Flasche Spiegelungen durch andere Lichtquellen nahezu auszuschließen, empfiehlt es sich, diese in einem abgedunkelten Raum zu fotografieren, rät der Photoindustrie-Verband.

Falls die Reflexe des Blitzlichtes weiße Punkte auf der Oberfläche hinterlassen oder die Flasche störende Schatten wirft, kann man das etwa mit einem sogenannten Diffusor verhindern, der vor den Blitz gesetzt wird. Vor dem Fotografieren sollte man auch nicht vergessen, die Oberfläche von Fingerabdrücken und anderem Schmutz zu reinigen, weil diese auf dem Bild sonst unangenehm auffallen.

Beim Fotografieren die Fokusfalle stellen

Wer Tiere in freier Wildbahn fotografieren möchte, braucht viel Zeit, Geschick und muss im richtigen Moment schnell genug abdrücken. Allerdings bieten vor allem viele Spiegelreflexkameras eine praktische Funktion namens Fokusfalle, die bei der Natur- und Tierfotografie, aber auch bei gestellten Fotos oder Sportbildern nützlich sein kann. Darauf weist der Photoindustrie-Verband hin.

Dabei positioniert der Fotograf die Kamera, stellt sie auf einen bestimmten Punkt oder auf eine bestimmte Ebene scharf. Passiert dann ein Objekt den scharfgestellten Bereich, löst die Kamera quasi ohne Verzögerung automatisch aus. Dadurch lassen sich Bilder perfekt komponieren, sei es mit einem langsam fallenden Blatt oder schnellen Rennsportteilnehmern.

Bei Architekturfotos Hochformat nicht vergessen

Es klingt wie ein überflüssiger Tipp, tatsächlich ist die Fotografie aber von Querformaten geprägt. Gerade bei der Architekturfotografie können aber auch hochformatige Aufnahmen besonders reizvoll sein. Darauf weist der Photoindustrie-Verband hin. Außerdem sollten Hobbyfotografen nicht immer versuchen, das ganze Gebäude aufs Bild zu bekommen. Gerade bei spektakulärer Architektur seien oft in Ausschnitten besonders sehenswerte Konstruktionen zu entdecken.

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