CeBIT will auf Wachstumspfad zurück

CeBIT will auf Wachstumspfad zurück

Nach jahrelanger Talfahrt will die Cebit wieder zurück zu altem Glanz. Dafür hat die weltgrößte IT-Messe ihren Auftritt kräftig umgebaut und gestrafft, helfen soll auch der weltweite Aufschwung.

München (dpa) - Die weltgrößte IT-Messe Cebit will im kommenden Jahr kräftig von der wirtschaftlichen Erholung profitieren. Nach den teils deutlichen Einbußen in der Wirtschaftskrise erholten sich die Märkte in diesem Jahr. „Unternehmen fangen wieder an, auch ganz massiv in Hardware zu investieren“, sagte der Geschäftsleiter Politik und Recht des Branchenverbandes Bitkom, Thomas Mosch, am Freitag in München.

„Auch das wird die Messe beflügeln.“ Nach langer Talfahrt will die Cebit mit einem erneuerten Konzept wieder durchstarten. Bereits in diesem Jahr habe die Leistungsschau die Trendwende geschafft, 2011 soll es weiter bergauf gehen, sagte Cebit-Chef Frank Pörschmann. „Wir spüren, dass die Dynamik wieder in den Markt zurückkehrt.“ Die neue Strategie, die Messe in vier klar abgegrenzte Bereiche zu gliedern, werde von den Ausstellern positiv aufgenommen. Die Sparten „Pro“ (Geschäftskunden), „Gov“ (öffentliche Hand), „Lab“ (Forschung) und „Life“ (Privatnutzer) sollen der Cebit ein schärferes Profil geben. Pörschmann hatte das bereits zur jüngsten Cebit angekündigte Konzept zuletzt Ende November in Hamburg vorgestellt.

Die Cebit hatte in den vergangenen Jahren deutlich an Boden verloren, Besucher- und Ausstellerzahlen waren im Sinkflug. In diesem Jahr verzeichnete die um einen Tag verkürzte Cebit 334 000 Besucher und damit ein leichtes Plus. Im Krisenjahr 2009 hatte die damals noch sechstägige Messe einen drastischen Besucherrückgang um knapp 20 Prozent auf 400 000 verzeichnet. Verglichen mit den ersten fünf Tagen 2009, in denen 322 000 Menschen auf das Messegelände in Hannover kamen, lag die Besucherzahl 2010 allerdings um 3,7 Prozent höher.

Neben der harten Konkurrenz durch andere Messen hatte vor allem der Strukturwandel in der Branche der Cebit zu schaffen gemacht. Diesem Trend wollen die Macher mit dem neuen Konzept entgegen treten. Genaue Zahlen zu den Ausstellern wollte Pörschmann aber noch nicht nennen. „Das ist noch zu früh.“ In den vergangenen Jahren hatten sich etliche Unternehmen von der Messe verabschiedet, die in diesem Jahr aber auch prominenten Zugänge wie Google oder Amazon vermelden konnte. Dennoch war die Ausstellerzahl auch 2010 rückläufig.

Partnerland der Cebit 2011 ist die Türkei. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wird die Messe am 28. Februar gemeinsam mit dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan eröffnen, für Besucher ist die Schau vom 1. bis zum 5. März geöffnet. Zentrales Thema wird das Cloud Computing, die Auslagerung von IT-Dienstleistungen ins Internet.