„Die Pflastersteine sind eine Katastrophe“

„Die Pflastersteine sind eine Katastrophe“

Am WZ-Mobil erzählten Wuppertaler von ihren Erfahrungen mit Hindernissen im Alltag.

Wuppertal hält mit seinen vielen Treppen eine zusätzliche Erschwerniszulage parat. Wer sich mit Gehhilfen oder Kinderwagen durch Wuppertal bewegt, ist nicht immer zufrieden mit den baulichen Gegebenheiten.

Michael Neberich ist beispielsweise auf einen Rollstuhl angewiesen: „Für mich ist die Luisenstraße wegen der Löcher und des Kopfsteinpflasters nicht angenehm zu befahren. Im restlichen Teil des Luisenviertels und in der Elberfelder Innenstadt ist alles ganz gut befahrbar.“ Er empfehle anderen Rollstuhlfahrern, im Tal zu bleiben und die Stadt mit ihren unzähligen Treppen auf den Höhen zu meiden.

Die 85-jährige Annemarie Mühlhoff hat bis jetzt keine Schwierigkeiten: „In den Einkaufszentren nehme ich die Rolltreppe und das funktioniert ganz gut.“ Wenn sie Menschen mit Rollator beobachte, sehe sie jedoch, welche Probleme sie beim Ein- und Aussteigen der Busse haben.

Aufzüge seien
oft zu klein

Gerd Stolze sieht das ähnlich: „Noch klappt alles ganz gut, wobei Wuppertal eine besondere Struktur mit den vielen Treppen hat. Die muss man umgehen oder umfahren.“ Informationen, wo sich barrierefreie Geschäfte oder Kulturstätten befinden, seien hilfreich.

Carina Bolut ist häufig mit dem Kinderwagen unterwegs: „Das ist oft sehr schwierig, da beispielsweise in den City-Arkaden die Aufzüge zu voll oder zu klein sind. Und gerade sie werben mit dem Begriff Barrierefreiheit.“ Auch in der Schwebebahn sei es problematisch, da nur drei kleine Plätze für die Kinderwagen und zu wenig Haltestangen vorhanden seien.

Situation in der Oper
könne optimiert werden

Inge Blecker sagt: „Viele Menschen, die auf Rollstühle angewiesen sind, haben oft Probleme mit der Türautomatik, die entweder nicht funktioniert oder zu kurze Intervalle hat.“ Die Situation in der Oper könne auch optimiert werden.

Gabriele Diez-Wonnenberg ist auch auf einen Rollator angewiesen: „Treppen und Berge gibt es zu viele in Wuppertal. Die muss ich meiden. Auch wenn ich die S-Bahn oder den Bus benutzen muss, bin ich darauf angewiesen, dass mir die Leute helfen und den Rollator reinheben.“

Karin Kaiser sagt: „Auch wenn man einen Rollator benutzt, sollte man im Alter aktiv sein. Das klappt in Elberfeld und in Barmen in den Innenstädten ganz gut.“ Sobald man auf Aufzüge angewiesen sei, gebe es allerdings Probleme: „Besonders am Elberfelder Hauptbahnhof funktionieren die eher selten.“

Astrid Perschel kann sich nur noch mit dem Rollator oder Stock bewegen: „Die Pflastersteine in Wuppertal sind eine Katastrophe und die Treppen und Berge meide ich, wo es geht. In den Einkaufszentren und an den Bahnhöfen sollte man mehr und vor allem funktionierende Aufzüge haben.“