Ehrenamt Die große Schau des Ehrenamts: Endspurt für „Wodebuen“

Noch bis Sonntag gibt es viele Veranstaltungen von Wuppertalern für Wuppertaler.

 Zu den Höhepunkten des Wochenendes gehört eine Fahrt mit der Bergischen Museumsbahn.

Zu den Höhepunkten des Wochenendes gehört eine Fahrt mit der Bergischen Museumsbahn.

Foto: Fischer/Fischer, A. (f22)

Sonnenuntergang am Toelleturm, Kaffeespezialitäten im Café Emmaus, Bogenschießen beim CVJM oder Deutschunterricht für Geflüchtete: Das sind nur vier von vielen Angeboten im Stadtgebiet allein am Donnerstag, 19. September.

Wer möchte und genügend Zeit hat, kann noch bis Sonntag fast ohne Pause zwischen Nächstebreck und Schöller unterwegs sein – denn die „Wodebuen“, die Woche des bürgerschaftlichen Engagements, ist eine richtige Festwoche für Wuppertal, ein Reigen aus rund 220 Veranstaltungen in fast allen Stadtteilen und mit motivierten Akteuren, die eines eint: Sie engagieren sich ehrenamtlich für ihre Mitmenschen. In Gruppen, Vereinen und Organisationen helfen sie, informieren, betreuen oder engagieren sich für Gemeinsinn und Stadtteilverschönerung.

Bis Sonntag Programm
in fast allen Stadtteilen

Ein Gutteil des Programms ist zwar bereits gelaufen, doch die nächsten Tage versprechen noch zahlreiche Veranstaltungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

 Am Wochenende findet das „Nachbarschaftsfest rund um den Gaskessel“ in Heckinghausen statt.

Am Wochenende findet das „Nachbarschaftsfest rund um den Gaskessel“ in Heckinghausen statt.

Foto: Fries, Stefan (fri)

Heute gibt es beispielsweise in Barmen in St. Antonius und im Zentrum für gute Taten Ehrenamts- und Engagementberatung. Der Rotter Bürgerverein bietet unter anderem Stammtisch und Seniorengymnastik an. Ein offenes Handballtraining offeriert der Wuppertaler SV im Elberfelder Schulzentrum Süd, einen Tag der offenen Tür mit Waffelbacken gibt es im Evangelischen Seniorenzentrum Vohwinkel, und in Ronsdorf lädt der Tierschutzverein Pechpfoten ein zu „Tierschutz zum Anfassen und Mitmachen“. In Ronsdorf sind ferner unter anderem der Bergische Turnverein, der Förderverein Bandwirker-Bad, Pro Musica, der Heimat- und Bürgerverein, der Verschönerungsverein und der Bürgerbus am Start und stellen sich und ihre Aktionen vor. Am Freitag und Samstag geht der Veranstaltungs-Marathon weiter, gibt es beispielsweise in der Langerfelder Bandfabrik die Debatte „Kunst gegen Rechts?“

Feste, Fahrten und Führungen
am kommenden Wochenende

Zu den Höhepunkten des kommenden Wochenendes gehören am Sonntag unter anderem die „Jubiläums-Matinee zum Festival Immanuel 150/35“, das „Nachbarschaftsfest rund um den Gaskessel“ in Heckinghausen, die Fahrten mit den Bergischen Museumsbahnen, Führungen im Manuelskotten, die Öffnung des Elisenturms im Botanischen Garten und das große gemeinsame Chorkonzert „Wir können auch anders!“ in der Stadthalle auf dem Johannisberg. In Unterbarmen präsentieren sich unter dem Motto „Wuppertaler bewegen die Stadt“ 25 Vereine zum Thema „Gerüch(t)e-Küche mit internationalen Spezialitäten und Musik. Sogar ein Halbmarathon startet: am Ehrenberg in Langerfeld.

In der umfangreichen Broschüre „Komm mit zu Wodebuen“ des Zentrums für gute Taten sind alle Veranstaltungen aufgeführt, eingeteilt nach Stadtteilen. Außerdem ist das aktuelle Programm auch im Netz einsehbar, siehe Kasten rechts.

Die Resonanz auf das seit vergangenen Freitag laufende Programm sei recht unterschiedlich, ist zu hören – manche Veranstaltungen seien sehr gut, andere eher schwach besucht gewesen.

In den östlichen Stadtteilen, in denen das Projekt Soziale Stadt laufe, sei das Echo generell gut, sagt beispielsweise der Heckinghauser Bezirksbürgermeister Christoph Brüssermann (CDU), „da hat die Organisation super geklappt. Aber hätten wir dieses Quartiersbüro nicht, würde das auch bei uns wohl nicht ganz so gut funktionieren“.

Und es sind auch Anregungen zur Verbesserung des Angebots zu hören. So gibt die Heckinghauser Quartiersmanagerin Kristina Klack zu bedenken, dass mehr als 200 Termine im ohnehin veranstaltungsreichen Monat September womöglich etwas zu viele seien. „Es ist natürlich toll, dass es so viele Veranstaltungen gibt, aber wenn die sich alle in einer Woche konzentrieren, kann es schwierig werden.“ Und da sei es für die engagieren Ehrenamtler, die sich viel Mühe machten, mitunter schade, wenn kaum jemand komme.

Margret Hahn vom Bürgerverein Langerfeld freut sich über die gute Resonanz auf die Ehrenamtswoche in ihrem Stadtteil, würde aber eine Namensänderung begrüßen: „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass manch einer mit dem Begriff ‚Wodebuen’ nicht viel anfangen kann“, sagt sie im Gespräch mit unserer Zeitung, „er klingt doch ein wenig sperrig“.

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