St. Tönis.: Christoph Sieber mit listigem und lustigem Programm

St. Tönis. : Christoph Sieber mit listigem und lustigem Programm

Der bekannte Kabarettist mit ZDF-Show ist am Donnerstag in St. Tönis zu Gast.

Seit mehr als 20 Jahren steht er bereits auf der Bühne und unterhält sein Publikum mit ebenso witzigen wie ernsthaft-intelligenten und wenn nötig auch bissigen Worten. Er hat sich damit bei unzähligen Live-Auftritten und durch seine Fernsehpräsenz einen breiten Zuhörerstamm gesichert: Die Rede ist von dem seit 15 Jahren in Köln lebenden Kabarettisten Christoph Sieber. Er tritt auf Einladung des Stadtkulturbundes am Donnerstag, 16. Mai, 20 Uhr, im Forum Corneliusfeld in St. Tönis auf. „Es heißt immer, die Niederrheiner seien sehr zurückhaltend, aber ich habe das bei meinen Auftritten nicht so bemerkt, im Gegenteil: Die Aufgeschlossenheit des Publikums hat mich bei meinen Gastspielen stets befeuert“, betont der aus Balingen im Schwabenland stammende Wortgewaltige.

Dem Wort war er aber gar nicht immer so verpflichtet wie heute: Er studierte Pantomime an der renommierten Folkwang-Schule in Essen. Aber rein lyrisch und poetisch wollte er dann doch nicht bleiben, und ein ewiges Schweigegelöbnis wie bei den Pantomimen wurde daraus gottlob auch nicht. Er lernte das Kabarett im Ruhrgebiet kennen, TV-Sendungen wie der legendäre „Scheibenwischer“ waren die Initialzündung für ihn, sich selbst auch einbringen und als Kabarettist auftreten zu wollen. Er fing wie so viele der heute Großen der Kabarettbühne ganz klein an: auf Kleinkunstbühnen vor nur wenigen Zuhörern. Das aber, sagt Sieber, war für ihn eine besonders gute Schule. Und das kleine Format mit direktem Kontakt zum Zuschauer ist ihm heute noch besonders wichtig.

Zusammenarbeit mit Mathias Richling und Harald Schmidt

Sein Vater war Bürgermeister in Balingen, der Heimatstadt. Sohn Christoph war Ministrant, sogar Diözesanleiter in der Jugendarbeit. Vom Schwabenland kommen und ebenfalls Ministrant gewesen – das gilt ebenso für die Kollegen Harald Schmidt und Mathias Richling. Wie die geschätzten Kollegen bekam auch Christoph Sieber immer mehr Fernsehzeit in Sendungen wie „Pispers und seine Gäste“, dem „Satiregipfel“ und den Kölner „Mitternachtsspitzen“. Zurzeit ist er mit dem Kollegen Tobias Mann Gastgeber der aktuellen Kabarettsendung „Mann, Sieber!“

Das Soloprogramm, mit dem er durch die Lande reist, heißt aktuell „Mensch bleiben“. Sieber verspricht den St. Töniser Zuschauern „eine Achterbahnfahrt von lustig und durchaus albern bis ernsthaft und kritisch“. Irgendwann ist dann Schluss mit lustig, und es gibt „etwas zum Grübeln und zum Nachdenken und Nachdiskutieren zu Hause“, wie er sagt. Selbst musikalisch wird es, und ein Tänzchen will er auch wagen, mehr verrät er aber nicht. „Rechnen Sie mit dem Schlimmsten, aber natürlich auch mit dem Besten“, sagt er augenzwinkernd.

Wer gerne selbst austeilt und die Dinge, die im Lande schieflaufen, offen karikiert, darf selbst nicht empfindlich sein. Mal lustig, mal listig, immer unterhaltsam: Christoph Sieber findet sein aktuelles Programm besonders gut, denn das hat seine Mutter festgestellt: „Aber die findet ja eh alles gut, was ich so mache!“ jk

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