Bezirk 7: Neues Gerresheim braucht Zeit

Bezirk 7: Neues Gerresheim braucht Zeit

Für das Glashüttengelände gibt es attraktive Pläne, aber noch keine Investoren. Der Klinik-Neubau kommt gut voran.

Düsseldorf. Städtebauliche Großprojekte brauchen Zeit. Viel Zeit. Das ist besonders den Gerresheimern bewusst, die nach der Schließung der Glashütte seit Jahren auf die Neugestaltung des 315 000 Quadratmeter großen Areals zwischen Heyestraße, Bahngleisen und der Straße Nach den Mauresköthen warten.

Und auch in diesem Jahr weiter warten werden — was auch an den — von den Bürgern gewünschten und rege angenommenen — Möglichkeiten der Teilhabe beim Werkstattverfahren liegt.

Was insgesamt demokratisch-lobenswert ist, wird im Detail zum Ärgernis. Das betrifft vor allem das frühere „Lager 61“ im westlichen Teil des Plangebietes. Bereits vor über vier Jahren beschloss die Bezirksvertretung, dort neues Gewerbe anzusiedeln.

Passiert ist nichts. Denn plötzlich kam heraus, dass der sandige Boden dort nicht standsicher genug für Gebäude ist und dass die Stadt keinen Hafter dafür findet, zumal die Eigentümer der Glashütte in der Vergangenheit mehrmals gewechselt hatten. Einen kleinen Fortschritt wird es 2011 immerhin geben: Der Boden, in den nach einem Brand 2001 giftiger Schaum eingesickert war, wird saniert.

Was die Neunutzung des Gesamtareals betrifft, verweist Bezirksvorsteher Hanno Bremer auf den Eigentümer Owens Illinois: „Ich hoffe, dass es bald weiter geht. Die Stadt hat so weit alles getan, aber jetzt müssen Investoren gefunden werden.“

Weitaus schneller, nämlich im Sommer 2012 fertig wird der Neubau des Gerresheimer Krankenhauses, den sich Betreiber Sana 61,4 Millionen Euro kosten lässt. „Bis zum harten Wintereinbruch lagen wir auch voll im Zeitplan, durch den Frost kommen wir nun etwas in Verzug“, sagt Bauleiter Christian Flüteotte. Mitte des Jahres soll der Rohbau an der Gräulinger Straße stehen, dann beginnt der Innenausbau.

Auch beim Klinik-Neubau werden die Anwohner einbezogen: „Alle zwei Monate ist ein öffentliches Treffen, bei dem die Anlieger sich zum Beispiel die Bäume und Sträucher als Sichtschutz mit aussuchen können“, sagt Sana-Sprecher Tino Kessler-Thönes.

Die Stadtteilpolitiker pochen ansonsten auf den zugesagten neuen Kitas: „Das betrifft den evangelischen Kindergarten an der Dreherstraße ebenso wie den katholischen an der Gerricusstraße“, sagt Bremer. Bei letzterem indes bleibe die Situation nach den Verzögerungen durch Anliegerklagen undurchsichtig.

Klare Kante zeigt man für den öffentlichen Erhalt des ehemaligen Truppenübungsgeländes „Wolfsaap“. Bremer: „Wir haben einen Dringlichkeitsantrag gestellt, dass nach einem Verkauf alle Wege zugänglich bleiben.“

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