Warum der Autokauf künftig nicht einfacher wird

Auto : Warum der Autokauf künftig nicht einfacher wird

Vielleicht war es einmal wirklich einfach, ein Auto zu kaufen. Eventuell war das zu Zeiten, in denen es kaum Auswahl gab, mal anders. Heute ist der Autokauf ein Hürdenlauf zwischen Anforderungen, Bedürfnissen, Begutachtungen, Überlegungen und Rechenspielen. Das, was heute nicht einfach ist, wird in Zukunft auch nicht simpel. Denn mit den Elektroautos und anderen alternativen Antrieben kommen neue Variablen dazu. Aber welche sind das?

Aktuell liegen die Anschaffungskosten für E-Autos höher

Wer beim Autokauf sparen möchte und wirklich überwiegend aufs Geld achtet, der streicht das E-Auto aktuell direkt von der Liste. Wenngleich es Modelle gibt, die unter 7.000 Euro kosten, so sind diese eher motorisierte Einkaufswagen mit sehr knappen Reichweiten. Wer ein Elektroauto sucht, das vergleichbar mit dem jetzigen Gefährt oder Fahrzeugen einer ähnlichen Klasse ist, der zahlt gut 10.000 – 15.000 Euro mehr als für das normale Fahrzeug. Das hat natürlich Auswirkungen:

- Finanzierung – sie ist schwieriger bei Elektrofahrzeugen, da die Finanzierungssumme deutlich höher ist. Fahrzeughalter müssen also mit weit höheren Raten rechnen oder die Finanzierung über eine längere Zeit planen. Dies trifft auch für die Finanzierung über einen Autokredit zu.

- Einschränkung – jede Finanzierung ist für den Autokäufer eine gewisse Einschränkung, da die Rate fortan für eine lange Zeit vom monatlichen Budget abgeht. Ist diese aufgrund des höheren Kaufpreises höher oder geht die Finanzierung länger, so ist die Einschränkung natürlich ebenfalls gravierender.

Auf der anderen Seite gibt es eine Kaufprämie für E-Autos, zugleich sind diese von der Steuer zuerst ausgenommen. Trotzdem bleibt eine Differenz zum Kaufpreis normaler Autos.

Mehrere Antriebe zur Auswahl

Wenn von neuartigen Antrieben die Rede ist, wird aktuell zwar häufig von den E-Autos gesprochen, doch nur, da diese im Fokus der Automobilindustrie stehen und medial behandelt werden. Dennoch ist längst nicht sicher, dass der Elektroantrieb von morgen der Ottomotor von heute sein wird. Es gibt verschiedene Optionen, bei denen auch die Hybriden ganz weit vorne stehen:

- Elektro + klassisch – diese Variante gibt es längst. Die Hybridautos besitzen einen Elektromotor, fahren aber gleichzeitig auf Benzin oder Diesel. Der übliche Motor wird genutzt, wenn die Batterien leer sind, während der Fahrt lädt sich die Batterie wieder auf.

- Gas + Elektro – der Diesel- oder Benzinmotor wird bei diesem Modell auf Autogas umgerüstet. Dieses ist sehr günstig, zugleich gilt es – abseits der Produktion – als schonend. Auch hier wird auf Strom gefahren, wenn der Akku voll ist.

- Brennstoffzelle – viele Experten sehen dieses Auto als das absolute Zukunftsmodell. Brennstoffzellen sind umweltschonend, bieten eine hervorragende Reichweite, können aber auch mit anderen Antrieben kombiniert werden. Die Autos sind bislang nicht wirklich verbreitet, was mitunter an dem Preis liegen könnte: 70.000 Euro sind keine Seltenheit, Tankstellen für diese Fahrzeuge gibt es nur vereinzelt.

Momentan müssen Autokäufer noch massiv ihre Umgebung, die Wohnsituation und die persönlichen Möglichkeiten in Betracht ziehen, wenn sie sich für ein E-Auto interessieren. Die Reichweite ist schlichtweg nicht mit Brennstoffzellen, Autogasantrieben oder üblichen Motoren vergleichbar. Die Aufladung des Fahrzeugs ist im öffentlichen Raum nicht unbedingt sichergestellt und daheim gibt es Vorschriften und Einschränkungen, die insbesondere Mieter von einem Kauf abhalten.

Welcher Antrieb sich durchsetzen wird, ob dies ein Hybrid sein wird oder ob gar das E-Auto doch aufgrund der massiven Probleme mit der CO2-Belastung während der Produktion und der Entsorgung der Batterie auf der Strecke bleibt, ist noch nicht abzusehen.

Der Akku: In Zukunft ein entscheidender Faktor?

Ja, denn sollte sich das E-Auto durchsetzen, hätte der Autokauf Parallelen zum Kauf eines Smartphones, Laptops oder Tablet. Wie lange hält der Akku, kann er gewechselt werden? In einem Auto steckt letztlich nur ein leistungsstärkerer und größerer Smartphoneakku, daher gelten dieselben Überlegungen:

- Welcher Akku wird genutzt? – sollten weitere Lösungen auf den Markt kommen, spielen sie gleichfalls eine Rolle. Ansonsten dürfe zu erwarten sein, dass der Hersteller des Akkus ein ausschlaggebendes Kriterium sein könnte. Etliche Smartphonenutzer achten längst darauf, welche Charge sie erhalten, da sie Akkus aus manchen Produktionsstätten ablehnen.

- Alter des Akkus – bei Neuwagen ist das kein Problem, aber was ist mit Gebrauchtwagen? Wie jeder von seinem Smartphone kennt, lässt der Akku mit der Zeit nach und entlädt sich immer rascher. Das ist auch bei Autobatterien der Fall. Welche Laufzeit hat der verbaute Akku?

- Kauf oder Miete – diese Frage stellt sich heute schon. Üblich ist, das Auto zu kaufen, den Akku jedoch zu mieten. Jährlich fallen somit laufende Kosten an, die durch den Kauf natürlich umgangen werden können. Doch ist beim Kauf auch der Autohalter für den Akku zuständig, nicht aber der Leasinggeber.

Bei Hybridfahrzeugen kommt die eventuelle Anfälligkeit der Anlagen hinzu. Neigt die Umschaltautomatik nach einer Zeit zu Problemen? Wie wird sich der Preis für das Autogas entwickeln? Die Brennstoffzelle hat aktuell noch das große Problem des hohen Kaufpreises, zumal die Betankung zwar nur eine Minute dauert, jedoch nur an sehr vereinzelten Tankstellen möglich ist.

Mit dem Durchbruch der Elektroautos kommen weitere Kaufkriterien hinzu. Foto: @ John Cameron / Unsplash.com

Fazit – der Wandel erschwert die Entscheidung

Der Automarkt befindet sich im Wandel, was durchaus eine positive Entwicklung ist. Für Autokäufer bedeutet das aber auch, dass noch mehr Auswahlmöglichkeiten vorhanden sind, die sich nicht immer mit den eigenen Möglichkeiten abdecken. Fakt ist zur Zeit, dass klimaschonende Fahrzeuge weitaus teurer als herkömmliche Modelle sein, dabei aber eine geringere Reichweite haben. Stimmt die Reichweite, wie bei der Brennstoffzelle, fehlt die Infrastruktur, zumal die Fahrzeuge in Deutschland bislang nicht für unter 70.000 Euro erhältlich sind. Ein stolzer Preis, wenn es darum geht, ein neues Familienauto oder den fahrbaren Untersatz für den Arbeitsweg zu erwerben.

Bei Elektrofahrzeugen sieht es preislich zwar etwas besser aus, dafür stellen sich für Auto- und Umweltfreunde gleichzeitig fragen: Was ist mit dem Akku? Welche Lebenszeit hat er und kann er recycelt werden? Die Reichweite der Akkus ist bei hochpreisigen Automodellen bei rund 500 Kilometern, die Infrastruktur zum Laden hingegen weitaus nicht solide ausgebaut.