Und Action! - Minikameras fürs Motorrad

Und Action! - Minikameras fürs Motorrad

Unna (dpa/tmn) - Sei es der Ausflug in die Alpen oder ein Abstecher auf die Rennstrecke - die Fülle von Filmen auf Online-Videoportalen zeigt: Motorradfahrer lieben es, ihre Fahrten in bewegten Bildern festzuhalten.

Aber nicht alle Kameras eignen sich dafür gleich gut.

Foto: dpa

Am Kurveneingang bremsen, die Maschine umlegen, am Scheitelpunkt wieder Gas geben und auf die Gerade hinaus in Richtung der nächsten Kurve düsen. Das macht nicht nur live auf dem Motorrad Spaß, sondern auch am Monitor - mit einem gut gemachten Video. Dafür benötigen Hobbyfilmer auf zwei Rädern die passende Actioncam.

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Brauchbare Kameras, die sich am Motorrad oder am Helm anbringen lassen, finden Biker für rund 150 bis 500 Euro - je nach Ausstattung und Zubehör. Die meisten Geräte liefern Filme in Full-HD-Auflösung. Dass das allein aber nicht immer optimale Bildqualität bedeutet, zeigte kürzlich ein Test der Zeitschrift „Motorrad News“. „Wir haben enorme Unterschiede bei Schärfe, Detailtreue und Farbdarstellung festgestellt“, erläutert Redakteurin Sophie Leistner. „Einige Aufnahmen waren extrem grieselig, andere lieferten fast so gute Farben und Details wie eine gute Spiegelreflexkamera.“

Getestet wurden neun Modelle zu Preisen zwischen 169 und 449 Euro. Am besten schnitten die drei teuersten Modelle GoPro Hero 3+ Black Edition, GC-XA2 BE von JVC und Contour+2 ab. Preis-Leistungs-Sieger wurde der günstigste Testkandidat CamOne Infinity.

Welche Ergebnisse die unterschiedlichen Actioncams liefern, davon kann man sich beim Vergleich auf Videoportalen wie YouTube einen ersten Eindruck verschaffen. Vor dem Kauf stellt sich laut „Motorrad News“ zunächst die Frage, wozu die Aufnahmen dienen sollen - denn danach richten sich die Ansprüche: Um einen kleinen Streifen online zu posten, bedarf es schließlich keiner so hohen Qualität wie für die Produktion einer anspruchsvollen DVD oder Blu-ray.

Generell ein großes Plus ist Fred Zagrodnik vom Motorrad-Reise-Portal „motorrad-tourer“ zufolge ein Kontrolldisplay, mit dem man die korrekte Ausrichtung der Kamera checken kann. Einige Kameras verfügen statt eines Kontrolldisplays über einen Laser zur Ausrichtung.

Unbedingt sollten Biker den Lieferumfang der Kameras in der engeren Auswahl checken, rät Sophie Leistner. Für ein Modell spricht, wenn zum Beispiel ein Extra-Akku, eine WLAN- oder Bluetooth-Fernbedienung oder auch verschiedene Halterungen für unterschiedliche Stellen am Motorrad mitgeliefert werden. Laut Fred Zagrodnik ist auch ein extern anschließbares Mikrofon praktisch: Windgeschützt in der Nähe des Motors montiert, ließen sich damit tolle Soundeffekte zaubern.

Ein sinnvolles Feature sei auch ein Stativgewinde an der Unterseite des Kameragehäuses, sagt Constanze Clauß vom Photoindustrie-Verband. Denn so lässt sich die Kamera für spektakuläre Vorbeifahrtbilder auch mal am Fahrbahnrand postieren. Wer Geländetouren oder bei Regen filmen will, braucht ein Modell mit wasserdichtem Gehäuse.

Ganz wichtig bei Actioncams fürs Motorrad: Die Knöpfe und Schalter sollten sich mit Handschuhen bedienen lassen. Und bei mitgelieferten Befestigungskomponenten wie Klebestreifen, Klettverschlüssen oder Saugnäpfen sei eine Top-Qualität entscheidend, betont Clauß. Denn die teure Kamera während der Fahrt zu verlieren, ist das eine - löst sie sich ab und gerät sie in Räder oder Kette, wird es lebensgefährlich.

Generell gilt beim Anbringen der Kamera: Immer auf die Freigängigkeit aller Fahrzeugteile und Bedienelemente achten. Und bei der Montage am Motorradhelm dürfen nur die dafür bestimmten Befestigungskomponenten verwendet werden, mahnt Clauß: „Auf keinen Fall die Struktur des Helms durch Bohren oder Schneiden verändern, denn das beeinträchtigt dessen Schutzwirkung enorm.“

Sitzt die Actioncam sicher am Bike oder Helm, kann der Spaß beginnen - aber bitte entspannt: Clauß appelliert an alle filmenden Biker, trotz der laufenden Kamera einen gemäßigten, runden Fahrstil an den Tag zu legen und sich nicht zu leichtsinnigen Manövern oder überhöhtem Tempo verleiten zu lassen. Denn Übermut kann schnell vor einem Baum enden.