VW Polo: Auf Golf-Kurs

Beim neuen Polo stecken die meisten Veränderungen unterm Blech. Die Preise beginnen weiter bei 12 450 Euro.

Düsseldorf. Der Polo verkauft sich. Von dem Kleinwagen gibt es seit 1975 weltweit über 14 Millionen Zulassungen. Jede Generation hatte etwas Markantes. So fuhr er 1994 als erster Kleinwagen mit Airbags vor, 2006 debütierte die umweltfreundliche BlueMotion-Variante (CO2-Ausstoß 99g/km) und 2009 nahm sich VW dem Design des heute an sieben Standorten der Welt produzierten Klassikers an.

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Das steht ihm nach fünf Jahren immer noch gut, so dass sich die optischen Veränderungen bei der jetzt sechsten Generation im Wesentlichen auf Stoßfänger, Schürzen sowie beim Licht vorn und hinten beschränken. Wer sich einen Polo kaufe, der wolle ein wertstabiles Auto und keinen Lifestyle-Typ, begründet VW, warum das zeitlose Äußere im Großen und Ganzen geblieben ist.

Mehr Fahrspaß, mehr Sicherheit, mehr Infos und Technik aus dem Golf sollen den Polo, der in Europa auf dem dritten Rang in der Käufergunst liegt, in der Erfolgsspur halten. Obwohl merklich aufgewertet, bleibt es beim Basispreis von 12 450 Euro für den zweitürigen Benziner mit 60 PS. Beim Einstieg fällt das Dreispeichen-Lenkrad auf, ebenso die neu gezeichneten Instrumente, feinere Sitzbezüge und die Mittelkonsole mit dem derzeit modernsten Infotainment-System des Hauses.

Auch bei den Sicherheitssystemen nähert sich der Polo seinem großen Bruder. Multi-Kollisions-Bremse (Serie), Abstandstempomat per Radar, Notbremsfunktion (bis 30 km/h) oder die Warnung vor aufkommender Müdigkeit des Fahrers sind in diesem Segment alles andere als üblich. Seine Stärke soll der kompakter wirkende Polo auch unter der Haube ausspielen mit bis zu 20 Prozent sparsameren und Start-Stopp-Automatik verfügbaren Motoren.

Mit den vier Benzinern (60 bis 110 PS) und drei Diesel (75 bis 105 PS) ist der Polo das einzige Konzern-Modell, dessen Drei- bzw. Vier-Zylinder komplett die verschärfte Abgasnorm Euro 6 erfüllen. Bei den Selbstzündern (Mehrpreis knapp über 3 000 Euro) ist der Polo ausschließlich auf drei Töpfen und mit 1,4 Liter Hubraum unterwegs. Das um 30 kg leichtere Triebwerk ersetzt u. a. den Vierzylinder mit 1,6 Liter Hubraum und drückt den Verbrauch im Schnitt auf 3,4 Liter. Für die gut 120 Kilometer genehmigte sich der TDI etwas über vier Liter.

Mit 230 Newtonmetern spielt der TDI seine Durchzugsstärke aus und bleibt auch bei den Fahrgeräuschen zurückhaltend. Den absoluten Sparmeister hat VW aber noch in der Hinterhand. Die dritte Generation der BlueMotion-Version ist mit 75 PS avisiert und soll lediglich 3,1 Liter Diesel auf 100 Kilometer (CO2-Ausstoß 82 g/km) verbrauchen.

Rundum ist auch der aktuelle Polo ein gelungener wendiger Kleinwagen an der Grenze zur Kompaktklasse. Besonders im Stadtverkehr ist die neue elektromechanische Lenkung ein Gewinn. Zum Marktstart des Standard-Modells steht erneut der CrossPolo bereit; es folgen eine BlueGT-Variante sowie der GTI mit 192 PS.

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