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Praxis-Check: So reist es sich im VW Grand California

Praxis-Check : So reist es sich im VW Grand California

Von wegen Grand California. In Zeiten wie diesen wird aus dem größten Wohnmobil von VW eine begehrte Alternative zum Grandhotel. Denn der gemütliche Ausbau des Crafter bietet alles, was man für keimfreie Ferien braucht - Nasszelle und Freisitz inclusive.

Des einen Leid, des anderen Freud: Während die Corona-Pandemie der Reisebranche schwer zusetzt, können sich die Reisemobilhersteller vor Nachfrage kaum retten. Denn wenn sich Flieger und Hotels wieder füllen, entscheiden sich viele Urlauber lieber für die eigene Ferienwohnung auf Rädern.

Eine feste Größe in diesem Markt ist der VW California auf Basis des Bulli, den es immerhin seit guten 30 Jahren gibt. Doch weil der viel zu klein und nur eingeschränkt autark ist, bieten die Niedersachsen zu Preisen ab 56.300 Euro auch einen Grand California an. Der basiert auf dem großen Lieferwagen Crafter und bietet als stolzer Vertreter der Sechs-Meter-Klasse alles, was man für einen Urlaub in Zeiten der Pandemie braucht.

Urlaubsquartier auf Rädern

Wer über die elektrisch ausfahrende Stufe durch die riesige Schiebetüre steigt, betritt ein rollendes Ferien-Appartement, das auf kleinem Raum viele Möglichkeiten bietet: Vorn ist ein Tisch befestigt, der mit einer Bank und den um 180 Grad gedrehten Sesseln aus dem Cockpit zur Sitzecke wird. An der Seite befindet sich eine Kochnische mit zwei Gasflammen, Spülbecken und Kühlschrank, daneben eine Nasszelle mit Dusche, Waschbecken und WC und dahinter ein großer Schlafplatz. Der ist in der Standardversion mit 6 Metern Länge quer installiert. Bei dem noch einmal um 80 Zentimeter gestreckten Crafter verschafft eine Längsausrichtung jedoch auch Bettriesen ausreichend Beinfreiheit.

Schon über eine derartige Einrichtung mag der Wohnmobilneuling staunen. Aber so, wie man im Hotelzimmer immer wieder ein neues Detail entdeckt, hat auch der VW ein paar Überraschungen parat: Dabei verblüffen nicht nur das zweite Ausziehbett unter dem Hochdach und die vielen Einbauschränke. Auch jede Menge kleine Raffinessen kommen zum Vorschein. Dazu zählen etwa USB-Anschlüsse, kabellose Ladeschale oder die vierfarbige Ambientebeleuchtung. Und natürlich gibt es wie bei jedem California in den Taschen am Heck ein paar Gartenmöbel, mit denen man unter der Markise überall in wenigen Minuten eine Sommerterrasse aufbaut.

Damit man den Urlaub auf Rädern zur Not tatsächlich ohne Fremdkontakt genießen kann, ist der Grand California weitgehend autark: Die Tanks für Frisch- und Brauchwasser reichen problemlos fürs Wochenende, die automatische Gasheizung sorgt bei schlechtem Wetter für Wärme, und wenn es nirgendwo einen Stromanschluss gibt, wird der möblierte Crafter mit seinem großen Solarfeld auf dem Dach eben selbst zum Kraftwerk.

Das Fahren braucht Feingefühl

So schnell man sich im Grand California an das Wohnen auf Rädern gewöhnt hat, so viel Umstellung erfordert das Fahren. Mit 130 kW/177 PS und 410 Nm ist das Reisemobil zwar hinreichend motorisiert, doch schneller als 162 km/h kommt man mit ihm nicht voran. Auch die Bescheunigung hält sich in Grenzen. Immerhin erleichtern die Automatik und die Servolenkung dem Fahrer die Arbeit. Entspannten Urlaubstouren dürfte damit auch im Grand California wenig im Weg stehen.

Es sei denn, die Tankanzeige meldet sich. Laut Herstellerangaben verbraucht der Diesel auf 100 km durchschnittlich 8,3 Liter. Auf vielen Strecken wird er wohl eher darüber liegen. Daher muss man seine Route schon genau planen, wenn man mit dem Koloss nicht irgendwo stecken bleiben will. Und beim Rangieren heißt es: Ruhe bewahren. Denn auch Parkpiepser und Rückfahrkamera lassen den großen Campingbus nicht auf das Format des normalen California schrumpfen.

Fazit: Großzügiges Reisemobil für Einsteiger

Genau das richtige Auto oder vielleicht ein wenig einfallslos oder einfach nur zu teuer? Die Meinungen eingefleischter Camper zum Grand California mögen auseinandergehen. Doch weil das große Reisemobil seinen Zweck als autarke Unterkunft vorbildlich erfüllt und auch auf der Straße einen soliden Eindruck macht, kann er gerade für Einsteiger eine gut Wahl sein. Auf jeden Fall ermöglicht er den langersehnten Urlaub - und zwar ohne Ansteckungsrisiko.

Datenblatt: VW Grand California


 Motor und Antrieb Vierzylinder-Commonrail-Diesel
 Hubraum: 1968 ccm
 Max. Leistung: 130 kW/177 PS bei 3600 U/min
 Max. Drehmoment: 410 Nm bei 1500 -2000 U/min
 Antrieb: Frontantrieb
 Getriebe: Achtgang-Automatik


 Maße und Gewichte 
 Länge: 5986 mm
 Breite: 2040 mm
 Höhe: 2264 mm
 Radstand: 3094 mm
 Leergewicht: 2996 kg
 Zuladung: 504 kg


 Fahrdaten: 
 Höchstgeschwindigkeit: 162 km/h
 Beschleunigung 0-100 km/h: k.A.
 Durchschnittsverbrauch: 8,3 Liter/100 km
 Reichweite: 900 km
 CO2-Emission: 218 g/km
 Kraftstoff: Diesel
 Schadstoffklasse: EU6dtemp
 Energieeffizienzklasse: A


 Kosten: 
 Basispreis des VW Grand California: 56.316 Euro
 Typklassen: k.A.
 Kfz-Steuer: k.A.


 Wichtige Serienausstattung: 
 Sicherheit: Zwei Airbags, LED-Seitenwind-Assistent, Tempomat,
 Komfort: Klimaanlage, Nasszelle, Küchenzeile
 Spritspartechnik: Start-Stopp-Automatik

Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke

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(dpa)