1. Auto
  2. Testberichte

Peugeot 308: Der Löwe putzt sich heraus

Peugeot 308: Der Löwe putzt sich heraus

Mit neuer Front und sparsamen Motoren geht der 308 in die zweite Halbzeit.

Düsseldorf. Zugegeben, ein leidenschaftliches Auto aus Frankreich stellt man sich anders vor. Doch was dem Peugeot 308 vielleicht an Charme und Esprit fehlt, das kompensiert er mit deutschen Tugenden wie Präzision und Wertigkeit. Und jetzt, nach rund 930 000 Exemplaren und knapp vier Jahren, kommt mit der Modellpflege zum 7. Mai noch eine weitere hinzu: die Sparsamkeit.

Eine intelligente Start- Stopp-Automatik, eine dezente Fastenkur und eine optimierte Aerodynamik drücken den CO2-Ausstoß bestenfalls auf 98 g/km und damit exakt ein Gramm unter den Referenzwert des Golf Blue Motion.

Möglich macht den Sparkurs eine neue Start-Stopp-Automatik der Franzosen, die im 308 mit einem 1,6-Liter-Diesel von 112 PS und erstmals auch mit Handschaltung kombiniert wird. Sie arbeitet deutlich komfortabler als konventionelle Systeme, schaltet den Motor an der roten Ampel bereits ab, während das Auto noch mit Tempo 20 rollt und wirft ihn bei grün schneller wieder an. Das ist nicht nur eleganter als bei Golf & Co, sondern auch effizienter: So spart sie in der Praxis bis zu 15 Prozent Sprit.

Auch auf dem Prüfstand zahlt sich die Technik aus und bringt je nach Getriebevariante einen Vorteil von 0,2 bis 0,4 Liter. Weil zudem das Fahrzeuggewicht um 25 Kilo gesenkt wurde, spezielle Leichtlaufreifen aufgezogen sind und die Ölpumpe bedarfsgerecht arbeitet, sinkt der Verbrauch auf bis zu 4,0 Liter.

Wenn im Sommer das Sparmodell mit aktiver Klappensteuerung im Kühlergrill, tiefer gelegtem Fahrwerk und noch sparsameren Reifen kommt, ist die Version mit automatisiertem Schaltgetriebe sogar mit 3,7 Liter zufrieden und macht den 308 mit einem CO2-Ausstoß von 98 g/km zum Saubermann in seiner Klasse.

Neben dem Spardiesel haben die Franzosen sieben weitere Aggregate im Programm: So gibt es noch drei Selbstzünder von 1,6-Liter mit 98 PS über den 2,0-Liter mit künftig 150 statt 140 PS bis zum 2,0-Liter mit 163 PS, der allerdings dem Cabrio vorbehalten ist. Außerdem montiert Peugeot vier unveränderte Benziner mit 1,4 oder 1,6 Litern Hubraum und 98 bis 200 PS. So erreicht der schnellste 308 immerhin 205 km/h, und selbst der stärkste ist mit 6,9 Litern zufrieden.

Zwar lag der Fokus der Franzosen auf der Effizienz. Doch ein bisschen mehr Eleganz kann schließlich auch nicht schaden. Deshalb haben sie nicht nur im Innenraum höherwertige Materialien eingebaut, sondern vor allem die Frontpartie aufgehübscht.

Zur Serienausstattung zählen jetzt unter anderem Audiosystem, Tempomat, LED-Tagfahrlicht mit sparsamer LED-Technik, Klimaanlage und Nebelscheinwerfer. Im Rahmen des Facelifts bekam der kompakte Peugeot in allen drei Versionen - Limousine, Cabriolet und Kombi - einen dezenteren Kühlergrill, das neue Peugeot-Logo und pfiffigere Scheinwerfer, so dass das Gesicht des Wagens jetzt ein wenig dem großen Bruder Peugeot 508 gleicht.