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Opel Astra Sports Tourer: Vom Spießerauto zum Trendsetter?

Autotest : Opel Astra Sports Tourer: Vom Spießerauto zum Trendsetter?

Der Kombi hat einen schweren Stand. Früher war er der Liebling unter den Familienautos, seit der SUV-Schwemme gilt er jedoch als spießig. Schafft es Opel mit dem Astra Sports Tourer, daran etwas zu ändern?

Während andere Hersteller sich von ihren Kombi-Modellen trennen und ihr Heil im SUV suchen, will es Opel noch einmal wissen. Nur wenige Wochen nach der Premiere der elften Generation des Astras stellen sie dem Fünftürer einen neuen Kombi zur Seite. Der Sports Tourer liegt exakt 1100 Euro über dem Grundmodell und kommt im Herbst zu Preisen ab 27.750 Euro in den Handel.

Cooles Design gegen schlechtes Image

Vor fast 60 Jahren haben die Rüsselsheimer mit dem Kadett Caravan das Segment zwar populär gemacht. Doch inzwischen wissen auch sie, dass Kombis heute der Charme eines Bausparvertrags nachgesagt wird. Daher hat Opel alles dafür getan, dass der Sports Tourer nicht als Spießerauto rüberkommt. So haben die Designer der Karosserie einen betont sportlichen Schnitt verpasst. Mit 4,64 Metern ist sie nun zwar etwas kürzer als beim Vorgänger, aber knapp 30 Zentimeter länger als beim Fünftürer. Zudem ergeben der gestreckte Radstand und die gestutzten Überhänge knackigere Proportionen als früher. Scharfe Konturen im Blech und der sogenannte Vizor-Grill aus schwarzem Kunststoff, der von schmalen Scheinwerfern eingefasst wird, sorgen für einen selbstbewussten und modernen Auftritt.

Den hat der Astra auch im Innenraum. Denn Herzstück ist hier das sogenannte Pure Panel. Dank des neuen Cockpit-Konzepts prangen die digitalen Instrumente nun als einheitliches Displayelement über Lenkrad und Mittelkonsole. Dennoch können sie fast so individuell konfiguriert werden wie das Tablet daheim. Alles in Allem kann das Opel-System durchaus mit der Innentechnik des VW Golf konkurrieren. Zumal es sehr viel einfacher und zielsicherer funktioniert. Ansprechender als das altbackene Armaturenbrett des Ford Focus ist es ohnehin.

Ein Auto mit Nehmerqualitäten

Doch der Sports Tourer lebt nicht vom modernen Image allein, sondern beweist auch Nehmerqualitäten. Mit dem Ziel entwickelt, zum Lademeister der Kompaktklasse aufzusteigen, bietet er entsprechend viel Platz. So sitzt man im Fond ein wenig großzügiger als im Fünftürer und kann auch leichter einsteigen. Der Kofferraum fasst zwischen 608 und 1634 Litern, und neben vielen Ablagen gibt es noch eine Reihe pfiffiger Details.

Den Ladeboden kann man etwa mit einem Handgriff auf zwei unterschiedliche Höhen einstellen oder im 45-Grad-Winkel aufstellen, um das Verrutschen von Kisten und Koffern zu verhindern. Und direkt hinter der Rückbank lassen sich Warndreieck und Verbandskasten in einem speziellen Fach verstauen. So sind sie auch dann noch gut erreichbar, wenn sich hinten das Urlaubsgepäck stapelt.

Beim Antrieb ein Trendsetter

Genau wie bei Auftritt und Ambiente kämpft Opel auch beim Antrieb gegen das verstaubte Image der Kombis an und will den Astra zum Trendsetter machen. Deshalb wird es den Sports Tourer als einen der ersten Kombis überhaupt mit Elektroantrieb geben. Bis der im nächsten Jahr mit 100 kW/136 PS und einer Reichweite von etwa 400 Kilometern in den Handel kommt, überbrückt ein Plug-in-Hybrid die Wartezeit.

Ausgeliefert wird dieser zunächst mit 165 kW/225 PS und einer elektrischen Reichweite von etwa 60 Kilometern, später dann auch mit 132 kW/180 PS und gleicher Reichweite. Als stärkster und sportlichster Kombi in der Palette schafft es der Sports Tourer in 7,7 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und erreicht 225 km/h. Dabei ist er mit 1,1 Litern Durchschnittsverbrauch erstaunlich sparsam.

Daneben gibt es noch zwei Benziner mit 1,2 Litern Hubraum und 81 kW/110 PS oder 96 kW/130 PS sowie einen 1,5-Liter-Diesel, der auf 96 kW/130 PS kommt. Alle drei drücken zwar den Preis, versprechen dafür aber mit mäßigen Fahrleistungen auch weniger Leidenschaft.

Fazit: Es muss nicht immer ein SUV sein

Er sieht gut aus, ist modern ausgestattet und fährt bald sogar vollelektrisch - so holt der Astra Sports Tourer seine Gattung aus der Spießer-Ecke und liefert gute Argumente dafür, dass das beste Familienauto in der Kompaktklasse nicht immer ein SUV sein muss. Erst recht, wenn der Kombi auch noch billiger ist und weniger verbraucht.

Datenblatt: Opel Astra Sports Tourer Plug-in-Hybrid


 Motor und Antrieb Plug-in-Hybrid mit einem Benzin- und einem Elektromotor
 E-Motor
 Max. Leistung: 81 kW/110 PS
 Max. Drehmoment: 320 Nm
 Vierzylinder-Benziner
 Hubraum: 1598 ccm
 Max. Leistung: 110 kW/150 PS bei 6000 U/min
 Max. Drehmoment: 250 Nm bei 1750 U/min
 Systemleistung: 133 kW/180 PS
 Systemdrehmoment max.: 360 Nm
 Antrieb: Frontantrieb
 Getriebe: Achtgang-Automatik


 Maße und Gewichte 
 Länge: 4642 mm
 Breite: 1860 mm
 Höhe: 1481 mm
 Radstand: 2732 mm
 Leergewicht: 1717 kg
 Zuladung: 453
 Kofferraumvolumen: 516-1553 Liter


 Fahrdaten: 
 Höchstgeschwindigkeit: 225 km/h
 Höchstgeschwindigkeit elektrisch: 135 km/h
 Beschleunigung 0-100 km/h: 7,7 s
 Durchschnittsverbrauch: 1,1 Liter/100 km
 Elektrische Reichweite: 60 km
 Gesamt-Reichweite: k.A.
 CO2-Emission: 25 g/km
 Kraftstoff: Super
 Schadstoffklasse: Euro6d
 Effizienzklasse: A+


 Kosten: 
 Basispreis der Modellreihe: 27.750 Euro
 Preis des Astra Sports Tourer Plug-in-Hybrid: 40.200 Euro


 Wichtige Serienausstattung: 
 Sicherheit: Sechs Airbags, ESP, Spurhalte- und Abstandsregelung
 Komfort: Klimaanlage, Digitale Anzeigen, Navigation, Rückfahrkamera
 Spritspartechnik: Plug-in-Hybrid-Antrieb, Remote-App zur Klimatisierung und Ladesteuerung.

Alle Angaben laut Hersteller

© dpa-infocom, dpa:220811-99-351218/17

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(dpa)