Nissan Pixo: Kleiner Bruder für den Micra

Nissan Pixo: Kleiner Bruder für den Micra

Im Reigen der Kleinen will Nissan ab Juni auch in der Einstiegsklasse mitspielen.

Düsseldorf. Zugegeben, kaum ein Herzwird bei den kleinen Stadtflitzerneinen wirklichenHüpfer tun. Dafür sprechendie Autos zu wenig die Seelean. Gut - in den Wagen ist allesdrin, was der Stand derTechnik bietet. Und dochsind sie eher ein Zugeständnisan Vernunft, Geldbörseund Parkplatzmangel.

ImReigen der Kleinen will Nissanab Juni auch in der Einstiegsklassemitspielen undschiebt den Pixo genanntenWagen noch unterhalb desMicra auf den Markt.

Gebaut wird der Wagenin Indien von Suzuki, vondessen Modell Alto er sichauch einige wesentliche Bauteileborgen darf. Aber sosind die Zeiten eben. Undwenn ein Einstiegspreis vonweniger als 8 000 Euro herauskommensoll, geht eswohl auch kaum anders.

Das Mobil ist gerade mal3,56 Meter lang, hat fünf Türenund vier Sitze. Damit istnach demPapierwert klar, dass diegroße Urlaubstour definitivnicht im Pixo stattfindenwird. Das Auto spielt seineStärken im Stadtverkehr ausund kommt überraschendpraktisch daher. Der Kofferraumreicht von etwa 130 Liternbis 774 Liter, was in dieserKlasse Standard sein dürfte.

Das kecke Äußere sollSympathie einfordern undspricht am ehesten jene an,die sich bereits in das Familiengesichtvon Nissan verguckthaben. Große Scheinwerfer,rundliche Kurvenund ein breit grinsenderKühlergrill dominieren.

Auch ein Wendekreis vonknapp neun Metern und diegute Rundumsicht dürftenden Wagen schnell zu MamasLiebling werden lassen. Daverschmerzt man auch die etwaseinfallsarm gestylten Sitze,die zudem mit festinstallierterKopfstütze den großgewachsenenZeitgenosseneinige Mühe abfordern, dierichtige Sitzposition zu finden.

Zumindest auf demFrontgestühl lassen sich dannaber weiteStrecken ohneSchaden am körpereigenenStützapparat absolvieren.

Die Innengestaltungverlief allerdings ohne großeHingabe. Hier herrscht sterilerPlastik-Charme. KlareFormen und ein zentralesRundinstrument für die wesentlichenFahrdaten prägendas Cockpit.

Der Pixo beweist,dass man heutzutageauch mit einem Auto unterwegssein kann, das wenigerals zehn Schalter oder Knöpfebraucht, um alle verbautenAggregate zu bedienen.Ein Lob verdient der Motor.Der Dreizylinder (einzigangebotenes Triebwerk) holtsich 68 PS (50 kW) aus gerademal einem Liter Hubraum.

Als Suzuki noch vorJahren derlei Triebwerkebaute, war es unterhalb von2 000 Touren ein Graus, mitdiesemMotor unterwegszu sein. Heutepräsentiert sich der einstschüttelfreudige Dreitöpferals schnurrende Turbine, diealte Untugenden abgelegthat. Allerdings holt der Motorrecht lange Atem, bevorer zur Höchstgeschwindigkeitvon 150 km/h aufläuft.

Und ob man die auch wirklicherleben will, ist fraglich.Der Motor soll sich mit 4,4Litern Super begnügen. Mitnur 103 Gramm CO2 pro Kilometer(Handschaltung)kommen Umweltschutz undSteuerlast recht gut weg.Der Preis ist eine klareKampfansage an die Wettbewerber.

Einzig in zwei Ausstattungen- Visia und Acenta - lieferbar, geht das Mobil ab7 990 Euro an den Kunden.Damit kauft er als praktischeZugaben aber nur die Servolenkungund vier Airbags mitein. Klimaanlage, elektrischeFenster vorn oder Radio kostenextra. Und ESP gibt esgleich gar nicht.

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