Mercedes GLA: Spät aus den Startblöcken

Düsseldorf. Spät kommt er, aber er kommt. Endlich wird mancher sagen, denn auf einen kompakten SUV von Mercedes musste der Kunde bisher verzichten. Nun also beginnt der neue GLA die Aufholjagd, denn der Audi Q3 oder der BMW X1 sind schon lange und erfolgreich im Rennen.

Mercedes GLA: Spät aus den Startblöcken
Foto: huk

Wie die Konkurrenz will auch Mercedes mit dem GLA nicht vordergründig ins Gelände locken, sondern bietet ein Quäntchen mehr Sicherheit an, wenn es denn mal über schlammige Wald- und Feldwege geht. Der GLA ist Teil der Verjüngungsstrategie der Marke. Erst die neue, auf sportlich getrimmte A-Klasse, dann die daraus entwickelte Limousine CLA.Trifft man ihn zum ersten Mal auf der Straße, kann man sich der Wirkung nicht verschließen: Der sieht einfach gut aus. Kräftige Linien, aber nicht protzig, breit das Heck, schlank die Front.

Mercedes GLA: Spät aus den Startblöcken
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Und bei der ersten Begegnung staunt man: Mann ist der flach (1,49m)! Durch die deutlich nach hinten abfallende Dachlinie wirkt er eher wie ein hochgebockter Kombi als ein SUV. Die Kofferraumklappe schwingt elektrisch hoch und offenbart einen durchschnittlichen Kofferraum. Klein ist er nicht, 421 Liter aber sind von Rekorden der Klasse ein Stück entfernt. Die Ladekante ist hoch, dahinter geht es tief hinab. Platzsorgen entstehen freilich nicht. Vorn im Wagen ist reichlich Platz. Das gilt auch hinten, nur dort (Schönheit!) muss man den Kopf beim Einsteigen mächtig einziehen.

Einmal drin fühlt man sich wohl, alles passt, nur die Sicht des Fahrers nach hinten ist miserabel beim Einparken - das Dach reicht weit runter, der Holm ist sehr breit. Man sitzt auf allen Plätzen dezent erhöht, aber nicht so hoch wie in anderen SUV. Der Insasse nimmt den Wagen (Länge 4,42 m) eher als flach auf der Straße liegend wahr - da gehört er hin.

Bei der Innenarchitektur beweist Mercedes Kontinuität. Das Grund-Design findet man so auch in C- und S-Klasse, sehr modern, sehr frisch und von jener Noblesse, die die Sternen-Marke gern zelebriert. Und langsam gewöhnt man sich auch an dieses frei stehende Mercedes-Riesendisplay, das wie ein eingepflanztes iPad wirkt. Zu bedienen ist es tadellos, die gesamte Kommunikation läuft darüber, alle Medien, Navigation etc. sind natürlich wieder steuerbar mit dem famosen Drehknopf auf der Mittelkonsole. Und die Demokratisierung der Hochtechnologie hält an. Teuere Assistenzsysteme für mehr Sicherheit und Komfort finden auch im GLA den Weg aus der Oberklasse hinab, natürlich gegen kräftige Aufpreise.

Einsteigen kann man in den neuen GLA ab 29 300 Euro. Dafür gibt es 156 Benzin-PS. Dieses Modell hat als einziges Vorderradantrieb. Alle anderen sind Hinterrad getrieben. Für 2 000 Euro extra gibt es Allradantrieb. Im Allradpaket sind vier Zentimeter mehr Bodenfreiheit drin, ein Geländetempomat für Gefällstrecken und die Traktion lässt programmieren. Auf Asphalt fährt sich der GLA wie eine Limousine, sehr Komfort beton. Zwei Diesel gibt es noch zum Auftakt (170 PS und 136 PS), der kleine soll einen Normverbrauch von 4,3 Litern auf 100 km haben.

Neu ist, dass es gleich zum Start einer Baureihe eine AMG-Version des GLA gibt - für Leute die 360 PS brauchen und denen das 55 871 Euro wert ist. Die ersten Runden durch die Berge hinterließen indes nicht den Eindruck, dass der Wagen mit 156 PS untermotorisiert ist. Ergänzt man dieses Modell sinnvoll, fährt man für etwa 35 000 Euro sehr komfortabel durch Stadt und Pampa.