Mazda 3: Der japanische Stufenplan

Mazda 3: Der japanische Stufenplan

Der frisch geliftete 3er setzt die Tradition des langen Hecks fort.

Düsseldorf. Deutschland ist definitiv nicht das Land der Stufenhecks. Zumindest unterhalb der Oberklasse wird die schnittige Linie eines Viertürers eher belächelt. Sprüche vom Sofakissen und dem Altherrenhut in der Ablage gehören zum gelebten Missverständnis.

Mazda indes zeigt Mut und bietet das lange Blech nicht nur in Süd- und Osteuropa an. Mit dem Lifting des Mazda 3 vor wenigen Monaten steht weiterhin ein Stufenheck in den Schauräumen. Die einzige Einschränkung, die Interessenten akzeptieren müssen: Der Vier-Türer ist ausschließlich mit drei Benzinmotoren zu bekommen. Irgendwo musste Mazdas Chefetage dann wohl doch den erwarteten bescheidenen Umsätzen vorbeugen.

Wer sich nicht mit der Einstiegsmotorisierung von 1,6 Litern und 105 PS/77 kW bescheiden will, ist mit den Zwei-Liter-Triebwerken deutlich besser beraten. Beide leisten 150 PS/110 kW, arbeiten aber entweder als Saugrohr- oder Direkteinspritzer. Letzterer bringt als einziger eine Start-Stopp- Automatik und eine Sechs- Gang-Schaltung mit.

Die Start-Stopp-Automatik arbeitet mit dem Mazda-eigenen i-stop-Prinzip: Beim Abschalten wird ein Kolben mit einem zündfähigen Gemisch vorgefüllt und bekommt beim Treten der Kupplung nur einen minimalen Anlasserimpuls, um zu arbeiten. Allerdings braucht der Motor ordentlich die Sporen, um in den Galopp zu verfallen.

Wer sich an der serienmäßigen Schaltempfehlung zwischen Tacho und Tourenzähler orientiert, fährt ökonomisch optimal. Allerdings war auch im Testbetrieb nur mit viel Hingabe die 8 vor dem Komma als bester Schnittverbrauch zu schaffen. 157 Gramm CO2 sind kein Spitzenwert, aber in dieser Klasse üblich. Stufenheck-Passagiere genießen bei Mazda einen vernünftigen Komfort.

Die Raummaße sind ähnlich den Schrägheckmodellen. Vier Insassen sitzen perfekt, bei fünf wird es auf der Rückbank deutlich enger. Cockpit und Schaltergalerie sind in allen 3ern identisch und selbsterklärend. 430 Liter Gepäckabteil sind kein Rekord, schlucken aber mittelgroße Gepäckstücke klaglos.

Ab 19 290 Euro ist der Einstieg in den schlanken Viertürer möglich. Das istop- Triebwerk ist mit 22 390 Euro als üppig ausgestattetes Edition-Modell ein mehr als faires Angebot. Ende der Preisliste ist bei 23 590 für den Benziner mit Fünf- Stufen-Automatik. rwo

Mehr von Westdeutsche Zeitung