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Kia Picanto: Ein Kleiner wird erwachsen

Kia Picanto: Ein Kleiner wird erwachsen

Die Neuauflage des Picanto hat nicht nur mehr Pfiff, sondern auch mehr Platz.

Düsseldorf. Seine Kinderschuhe hat der kleine Kia Picanto abgestreift. In der neuen Generation, die in Deutschland im Mai auf den Markt kommt, vollzieht der Koreaner den Imagewandel: Statt als niedlicher Cityflitzer tritt er nun selbstbewusst und eine Spur sportlicher auf, wie es sich für einen herangereiften Erwachsenen gehört. Zu dem ab 9 390 Euro erhältlichen Fünftürer gesellt sich erstmals ab Herbst auch eine dreitürige Version, deren Preise bei 8 990 Euro beginnen.

Kias Kleinster bekennt Farbe: Die Front ziert nun das typische Markengesicht mit dem Kühlergrill in Doppeltrapez- Struktur, den bereits die größeren Geschwister Venga und Sportage vor sich herfahren. Die serienmäßigen Tagfahrleuchten erinnern an die lauernden Augen einer Raubkatze und auch die ausgestellten Radhäuser unterstreichen den sportlichselbstbewussten Charakter.

Wer sich noch mehr Aggressivität wünscht, kann zum Dreitürer greifen, der mit seiner modifizierten Frontpartie noch unternehmungslustiger wirkt als sein fünftüriges Pendant. Das Heck wird in beiden Versionen durch eine große Scheibe mit viel Durchblick zum Einparken und Rangieren dominiert. Wie es sich für ein kleines Stadtauto gehört, ist der Innenraum auf Robustheit und Alltagstauglichkeit ausgelegt. Die vorherrschende Kunststoffplaste im Cockpit wird unter anderem durch Zierblenden aufgelockert. Die wichtigsten Bedienelemente erreicht der Fahrer problemlos, intuitiv kennt er die Handhabung.

Die beiden Vordersitze sind auf kurzen Strecken ausreichend bequem. Trotz gewachsener Beinfreiheit suchen größere Personen die richtige Sitzposition aber recht lange, da sich der Platz des Fahrers nur in den teureren Ausstattungslinien in der Höhe verstellen lässt und auch das Lenkrad nur höhen-, nicht aber tiefenverstellbar ist. Auf die zweigeteilte Rückbank passen größenbedingt ohnehin nur Kinder.

Mit dem auf 200 Liter Volumen vergrößerten Kofferraum werden Schulranzen und Einkaufstüten transportiert, bei mehr Gepäck muss umgeklappt werden. Für den Vortrieb stehen zwei Benziner zur Verfügung, im Herbst folgt eine Flüssiggas-Variante.

Den Einstieg bildet ein Dreizylinder-Ottomotor, der aus einem Liter Hubraum 51 kW/69 PS schöpft. Im unteren Drehzahlbereich gibt er sich quirlig und zieht gut, bei höheren Geschwindigkeiten auf der Landstraße oder der Autobahn wird es jedoch zäh. Überholvorgänge brauchen ihre Zeit, bei der mit Geduld und Rückenwind erreichten Höchstgeschwindigkeit von 153 km/h gibt sich das Triebwerk hörbar angestrengt.

Ansonsten geht es jedoch überraschend leise zu, der für einen Dreizylinder typisch raue Ton bleibt aus. Mit optionaler und gut funktionierender Start-Stopp-Automatik werden genormt nur 4,1 Liter Super auf 100 Kilometern verbraucht.

Spritziger ist zweifelsohne der 1,2-Liter-Vierzylinder. Der Benziner meistert mit seinen 63 kW/85 PS Leistung auch einmal schnellere Fahrten, bergauf geht es ohne Schnaufen. Ein Verbrauch von 4,5 Litern Super geht ebenfalls in Ordnung.