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BMW X3: Souverän und kultiviert in allen Lagen

BMW X3: Souverän und kultiviert in allen Lagen

Der X3xDrive35i hat Allradantrieb und bietet mit 306 PS vorzügliche Laufkultur.

Düsseldorf. Vor gut sieben Jahren kam der kompakte Geländewagen BMW X3 auf den Markt. Schnell setzte er sich an der Zulassungsspitze fest. Bis VW Tiguan und Audi Q5 kamen und den Bayer aus Österreich vom Thron stießen. Mit dem aktuellen Modell will der X3 dorthin zurück. Zwei Diesel (184 PS und 258 PS) sowie zwei Benziner (258 PS und 306 PS) gibt es.

Wir sind den X3xDrive35i gefahren, den großen Sechszylinder (ab 52 150 Euro). Der hat ein ausgezeichnetes Triebwerk - laufruhig, agil, zupackend, bärenstark im Anzug mit seinem Drehmoment von 400 Nm, allzeit souverän.

Ein Sparmobil ist das nicht, obwohl es fast 13 Prozent weniger Sprit als das Vorgängermodell verbraucht. Daran hat auch eine Start-Stopp-Automatik Anteil. 8,8 Liter gibt BMW als Verbrauch an, was man aber nur schafft, wenn man sehr, sehr verhalten dahin rollt. Eine lange Autobahnreise bei Tempo 125 brachte 9,5 Liter pro 100 km. Jegliche andauernde Fahrt jenseits von 150 km/h lässt den Verbrauch auf 10 bis 11 Liter steigen.

Natürlich - ganz im Trend der Branche - ist der Wagen größer geworden und erreicht mit 4,63 Meter fast die Maße des allerersten X5. Dafür wird auch mehr Platz geboten, der Kofferraum wuchs um 70 Liter auf 550 Liter. Mit zwei Handgriffen lässt sich die dreigeteilte Rückenlehne umlegen, ganz eben wird die Ladefläche nicht. Bis zu 1 600 Liter groß kann dann der Stauraum werden. Haken und Ösen helfen, Ladung gut zu sichern.

Sehr angenehm die hohe Sitzposition, gut der Rundumblick, edel gemacht das Innendesign mit seinen hochwertigen Materialien. Und natürlich gibt es wieder die vorzügliche Steuerung von Navi, Radio, Klima etc. mit einem einzigen großen Silberknopf auf der Mittelkonsole, bei BMW „idrive“ genannt. Sehr gut die Automatik, bei der man die Schaltstufen auch unter Last kaum noch spürt.

Die Kraft wird im X3 nicht nur einfach auf alle vier Räder gebracht, sondern seine Elektronik verteilt sie je nach Bedarf unterschiedlich bei Ein- und Ausfahrt aus Kurven. Das schafft spürbaren Sicherheitsgewinn auf glatter Fahrbahn.

Per Knopfdruck kann man die Schaltlogik des Getriebes ändern, die Härte der Dämpfung variieren oder die Lenkradkraftdosierung beeinflussen, diese Knöpfe drückt man gern. Der Neue bügelt Querfugen butterweich weg oder schwebt über kleine Feldweglöcher. Doch der X3 ist ein dennoch mehr der Geländewagen für die Straße. Und er schafft BMW wohl ein Problem: Wozu braucht man eigentlich noch einen klobigen X5? huk