BMW 435i Cabrio: Der Sonne entgegen

Berlin (dpa-infocom) - Erst das Coupé, jetzt das Cabrio: Nur ein halbes Jahr nach der Premiere des 4er lässt BMW die Hüllen fallen und bietet den eleganten Bruder des 3ers auch oben ohne an.

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Das BMW 435i Cabrio steht von März an zu Preisen ab 46 300 Euro beim Händler und ringt mit Autos wie dem Audi A5 um die Lufthoheit der Sommerwertung.

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7000 Euro Open-Air-Zuschlag

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Die Bayern haben dem 4er für rund 7000 Euro mehr ein extrem aufwändiges Verdeck geschneidert. Es ist besser isoliert als beim Vorgänger. Es wirkt damit an Tagen mit mäßigem Wetter keinen Deut schlechter als die Coupé-Konstruktion. Und es vollführt sein mechanisches Ballett nun auch während der Fahrt: Mit bis zu 18 km/h darf der 4er schon von der Ampel wegrollen, während sich die drei Dachelemente noch unter die Kofferraumklappe falten. Das ist auch gut so. Schließlich dauert das ein bisschen mehr als 20 Sekunden. So lange, sollte man die Geduld seiner Hintermänner nicht strapazieren.

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Der Kofferraum hat gegenüber dem Vorgänger 20 Liter zugelegt und misst nun 370 Liter. Es gibt eine breite Durchreiche für Sperrgepäck und zwei Seitenfächer für allerlei Kleinkram. Obendrein ist das Heck so rank und schlank, dass der 4er zu den wenigen Klappdach-Cabrios gehört, denen man ohne Magengrimmen hinterher fahren kann. Doch dafür ist der Blechstapel im Gepäckabteil so eng und tief gepackt, dass es für Koffer ziemlich knapp wird und man durch die Ladeluke allenfalls noch eine Jacke drücken kann.

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Elektrische Hilfe beim Beladen

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BMW will dies, wie viele andere Hersteller, mit einer Ladehilfe kompensieren und lässt das gesamte Paket auf Knopfdruck nach oben surren. Doch der Ablauf ist kompliziert, die Heckklappe ohne elektrische Unterstützung übermäßig schwer zu bewegen und die teilweise offenliegende Mechanik wirkt filigran.

Aber irgendwann sind die Koffer drin, die Klappe ist zu, und der Spaß kann beginnen. Und Spaß macht der 4er allemal. Erst recht, wenn man mit dem 435i unterwegs ist, der bis zum Debüt des M4 Cabrio die Spitze in der Modellpalette markiert. Schließlich leistet der einzige Sechszylinder bei drei Litern Hubraum 225 kW/306 PS und hat bei maximal 400 Nm leichtes Spiel mit dem 1,8 Tonnen schweren Auto. So beschleunigt er in 5,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h und wirkt bei Vollgas so mühelos und angestrengt, dass die 250 km/h Spitze als reine Formsache erscheinen. Doch keine Sorge: Auch die beiden anderen Motorvarianten dürften allemal stark und schnell genug sein für eine schöne Sturmfrisur. Denn als zweiten Benziner gibt es den 428i mit 180 kW/245 PS und als vorerst einzigen Diesel den 420d, der ebenfalls solide 135 kW/184 PS leistet.

Selbst als Sechszylinder ein Leisetreter

Mit der Raserei ist es in diesem Cabrio ohnehin so eine Sache. Während andere BMW-Modelle und ganz besonders das 4er Coupé förmlich zum Gasgeben animieren, ist der offene 4er dem Wesen nach eher ein lässiges, entspanntes Auto. Nicht das es ihm an Schärfe oder Stärke mangeln würde. Natürlich hat auch er einen Sportmodus für Lenkung, Fahrwerk und Getriebe, er geht behände um die Ecken und ist mit tiefem Schwerpunkt und Heckantrieb perfekt ausbalanciert. Aber wo man sich sonst gerne fest ins Lenkrad krallt bei einem BMW, lehnt man sich hier bequem zurück und wird zum gemütlichen Sonnenanbeter. Nachdem BMW den Radstand um fünf Zentimeter gestreckt hat, muss man sich dabei nicht mehr auf die traute Zweisamkeit beschränken: Zumindest bei offenem Dach kann man es jetzt auch im Fond aushalten.

Auf den Wetterbericht muss man dabei übrigens nicht viel geben. Zwar lässt sich der sogar online und ortsgerecht auf den freistehenden Monitor zaubern. Doch solange die Scheiben geschlossen sind und das Windschott aufgestellt ist, ist drinnen von draußen ohnehin kaum etwas zu spüren. Und falls doch, gibt es ja neben der leistungsstarken Klimaanlage und der Sitzheizung nun erstmals bei BMW auch einen Heißluftföhn in der Kopfstütze - so kann der Sommer mit ein bisschen Glück schon im Winter beginnen.

Fazit: Abschied vom Zweitwagen

Er sieht gut aus und ist abgesehen vom engen Zugang zum Kofferraum für ein Nischenmodell sogar halbwegs praktisch - so wird der offene Vierer vom notorischen Zweitwagen tatsächlich zu einem Ganz-Jahres-Auto. Das ist sicher kein Schaden. Denn bei diesen Preisen könnte es mit einer zusätzlichen Familienkutsche sonst etwas knapp werden.

Datenblatt: BMW 435i Cabrio

Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke