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Kfz: Haftpflicht, Teilkasko oder doch Vollkasko?

Ratgeber : Kfz: Haftpflicht, Teilkasko oder doch Vollkasko?

Die Frage nach der richtigen Versicherung für das eigene Kfz ist eine der Ersten nach dem Autokauf. Dabei stehen neben der Haftpflichtversicherung mit der Teil- und der Vollkaskoversicherung drei Optionen zur Verfügung. Welche Leistungen diese jeweils beinhalten und auf was es noch zu achten gilt, erörtert dieser Artikel.

Haftpflicht als Mindestanforderung


Wer auf deutschen Straßen ein Kfz führen möchte, muss mindestens eine Haftpflichtversicherung abschließen. Damit werden Schäden versichert, die während der Teilnahme am Straßenverkehr an anderen Verkehrsteilnehmern entstehen. Da es dies leider an der Tagesordnung ist, sollte man dieser Verpflichtung auch unbedingt nachkommen, da ansonsten empfindliche Strafen für den Verursacher drohen. Schäden, die am eigenen Auto als Konsequenz von einem Unfall entstehen, sind hingegen nicht versichert. Viele Versicherungen beinhalten hingegen einen Abschleppservice, sodass bei einer Panne die Fahrt zur nächsten Werkstatt sichergestellt ist.

Die Mallorca-Police


Ebenfalls häufig im Angebot inkludiert ist die sogenannte Mallorca-Police. Benannt nach der liebsten Ferieninsel der Deutschen, meint dieser Begriff eine vorher festgelegte Versicherungssumme auf einen Leihwagen im Ausland. Das gestaltet sich als sinnvoll, da diese Summen in Deutschland das Niveau im Ausland häufig übersteigen. Bei einem Unfall profitiert der Verursacher so von den besseren Konditionen. Liese man seinen Leihwagen bei einer Versicherung im Ausland versichern, könnte dies zu einer Eigenbeteiligung und damit erhöhten Kosten führen. Wer sich nicht ganz sicher ist, ob die abgeschlossene Kfz-Versicherung eine Mallorca-Police beinhaltet, sollte in den Vertragsdetails nachsehen. Eventuell kann diese Klausel auch nachträglich noch zusätzlich in die Versicherung eingebaut werden.

Für wen reicht eine Kfz-Haftpflicht?


Kfz-Haftpflichtversicherungen können unter Umständen bereits ausreichen. Dies trifft vor allem dann zu, wenn der Versicherungsnehmer Schäden an seinem eigenen Fahrzeug eher in Kauf nehmen kann. Das bedeutet konkret, dass es Fälle gibt, in denen die Kosten für eine Teil- oder Vollkaskoversicherung den Wert des Fahrzeuges übersteigen. Dementsprechend sinkt die Wirtschaftlichkeit dieser Versicherungen und eine Haftpflichtversicherung reicht aus. Gerade bei älteren oder bereits in gebrauchtem Zustand gekauften Autos bevorzugen daher viele Autofahrer eher eine einfache Kfz-Haftpflicht. Im Vergleich zu den Kaskoversicherungen lässt sich damit einiges an Geld einsparen.

Eine Teilkasko deckt viele Schäden ab


Die Teilkaskoversicherung bietet gewissermaßen einen Kompromiss zwischen einer Haftpflichtversicherung und dem Komplettschutz durch die Vollkaskoversicherung. Im Gegensatz zu der Grundversicherung deckt diese Art nicht nur Reparaturen an anderen Kfz ab, sondern auch Schäden am eigenen Fahrzeug. Eine besondere Rolle spielt in diesem Zusammenhang die „höhere Gewalt“. Schäden, für die es keinen direkten Schuldigen gibt, sondern äußere Einflüsse wie das Wetter einen Ausgleich notwendig machen, übernimmt die Teilkaskoversicherung. Ein Beispiel hierfür wäre ein Brand, durch den das Auto zu Schaden gekommen ist. Voraussetzung hierfür ist aber natürlich, dass der Versicherungsnehmer dies nicht durch fahrlässiges Verhalten zu verantworten hat.

Sonderfall Haarwild


Eine Besonderheit bei nicht selbst zu verantwortenden Schäden ergibt sich im Hinblick auf Haarwild. Mit diesem Begriff werden Tierarten bezeichnet, die gemäß Bundesjagdgesetz als solche festgelegt sind. Oft beschränkt sich eine Teilkaskoversicherung in ihren Leistungen auf genau diese Art von Wildtieren. Entstehen Schäden durch andere Tiere, kann es sein, dass es keinen Anspruch auf Erstattung der Kosten gibt. Relevant kann dies besonders dann werden, wenn es zu einem Zusammenstoß mit einem Wildtier kommt, das hierzulande eher selten anzutreffen ist. Auch Schäden, die etwa von Katzen oder Hunden verursacht wurden, sind nicht immer abgedeckt. Wer also vor allen Tieren geschützt sein will, muss beim Abschluss des Vertrages darauf achten, nicht nur auf Haarwild limitiert zu sein.

Wann ist eine Teilkaskoversicherung sinnvoll?



Eine Teilkaskoversicherung ist besonders dann beliebt, wenn ein Schutz vor Schäden am eigenen Fahrzeug zwar gegeben sein soll, eine Vollkaskoversicherung aber aus Kostengründen nicht infrage kommt. Daraus ergibt sich, dass viele Fahrzeuge im mittleren Preissegment auf diese Art versichert sind. Ebenfalls kommt es häufig vor, dass Versicherungsnehmer die Leistungen von einer Vollkaskoversicherung auf eine Teilkaskoversicherung reduzieren.

Der maximale Schutz durch eine Vollkaskoversicherung


Die Leistungen einer Vollkaskoversicherung übersteigen nochmals die einer Teilkaskoversicherung. Nicht nur durch nicht selbst zu verantwortende Schäden fallen unter die Versicherungsleistungen, sondern grundsätzlich alle Schäden. Baut der Versicherungsnehmer beispielsweise einen Unfall, das eine Reparatur am eigenen Fahrzeug nötig macht, springt die Versicherung hier ein. Ausnahmen bilden Delikte unter Einfluss von Drogen oder vorsätzliche Taten wie illegale Autorennen. Im Gegensatz zur Teilkaskoversicherung deckt diese Form auch Mängel am Fahrzeug ab, die keinen direkten Einfluss auf die Sicherheit haben. Ein Beispiel hierfür ist Vandalismus bei verschmierten Türen. Auch wenn Kinder unter 14 Jahren für eine Beschädigung gesorgt haben, springt die Versicherung häufig ein, was bei der Teilkaskoversicherung nicht der Fall ist.

Für wen kommt die Vollkaskoversicherung infrage?


Wer den vollen Schutz für sein Fahrzeug haben möchte, muss sich ernsthaft mit dieser Variante auseinandersetzen. Vor allem, wenn es sich um ein hochpreisiges Fahrzeug handelt oder eine besondere Wichtigkeit vorliegt, empfiehlt sich die Vollkaskoversicherung. Im unglücklichen Fall eines Schadens genießt der Versicherungsnehmer so die beste Sicherheit und kann relativ entspannt am Straßenverkehr teilnehmen.

Fazit: Verschiedene Kalkulationen in Betracht ziehen



Die Frage, welche Versicherung es letztlich sein soll, hängt wesentlich vom finanziellen Aspekt ab. Eine Vollkaskoversicherung verliert die Wirtschaftlichkeit mit dem Alter des Fahrzeuges. In diesem Fall sollte man abklären, ob auch eine Reduzierung auf eine Teilkaskoversicherung praktikabel ist. Wer von Anfang an weiß, dass eine Grundsicherheit ausreicht, findet auch schon viele gute Angebote im Bereich der Kfz-Haftpflichtversicherung.