Bugatti fährt Tempo 490 - Muss das sein in Zeiten des Klimawandels?

Geschwindigkeitsrekord : Bugatti fährt Tempo 490 - Muss das sein in Zeiten des Klimawandels?

Bugatti soll es gelungen sein mit einem seriennahen Auto erstmals schneller als 300 Meilen pro Stunde zu fahren. Hersteller wie etwa Volvo gehen andere Wege und begrenzen ihre Flotte auf 180 Stundenkilometer.

Das renommierte britische Automagazin Top Gear hat am Dienstag exklusiv einen Test eines seriennahen Prototyps des aktuellen Bugatti Chiron veröffentlicht, bei dem der Wagen die 300 Meilen pro Stunden Marke knackt. Der Hypersportler soll stolze 490,484 Kilometer in der Stunde gefahren sein. Bugatti-Chef Stephan Winkelmann ist begeistert und spricht von einem „Meilenstein für die Ewigkeit“. Der TÜV Saar soll die Rekordfahrt offiziell bestätigt haben. Ob eine für solche Geschwindigkeitsrekorde vorgesehene zweite Fahrt erfolgt ist, bleibt allerdings unklar.

Verdammt schnell! Aber völliger Irrsinn in der heutigen Zeit?

Bei den aktuellen Debatten rund um den Klimawandel, welche Umweltspuren, Downsizing bei der Motorentechnik und auch Tempolimits auf deutschen Autobahnen beinhaltet, erscheint ein solcher Geschwindigkeitstest mit einem 8 Liter W16 Wagen, der in der Serienversion 1500 PS produziert, völlig weltfremd. Der Preis für ein solches Fahrzeug liegt im Übrigen ohne Steuern bei etwa 2,4 Millionen Euro.

Andere Hersteller wie etwa Volvo haben angekündigt, ihre Neuwagen ab 2020 freiwillig auf 180 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit zu drosseln. Man wolle als Hersteller Mitverantwortung für Gefahren übernehmen und weniger Sprit verbrauchen. Für den Normalverbraucher sicherlich ein zukunftsfähiges Modell, dass einen Wandel im wilden Westen deutscher Autobahnen einleiten könnte.

Nichtsdestoweniger erfordert technischer Fortschritt immer auch Wettbewerb und Wettkampf. Das Streben nach dem nie dagewesenen, die Rekordjagd. Dem höher, schneller, weiter. In der Gesellschaft im Allgemeinen muss zwar ein Umdenken in Sachen Mobilität und wie wir sie bepreisen stattfinden. Jedoch sollte es weiterhin möglich bleiben, Extrema auszutesten, um diese zu steigern. Erfolgen sollte dies allerdings nicht im Straßenverkehr und in Serie für deutsche Autobahnen produziert, sondern auf der Rennstrecke, denn dort gehört Motorsport wirklich hin.

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