„Am Döppersberg wurden schon genug Fehler gemacht“

„Am Döppersberg wurden schon genug Fehler gemacht“

Für den Wupperpark Ost müssten mindestens drei Bäume gefällt oder ganz neu geplant werden. Am WZ-Mobil sprechen sich viele für den Erhalt der Bäume aus.

Der Wupperpark-Ost am Döppersberg könnte zum nächsten unerfreulichen Politikum werden. Mindestens drei Bäume müssten dort gefällt werden, um den Fußweg entlang der Wupper zu errichten, weitere Verzögerungen des Projektes und eine Verschiebung des Zeitplanes sind unerwünscht. CDU und SPD schließen sich der Empfehlung des städtischen Ressorts Grünflächen- und Forsten an. Die Grünen hingegen setzen sich für den Erhalt der Bäume ein und sind vehement gegen eine Abholzung. Schon im Innenstadtbereich sorgte die Fällung von Bäumen, die für die Wuppertaler zum Stadtbild dazugehörten, für Empörung. Im Rahmen der Sitzung der Planungs- und Baubegleitkommission Döppersberg wurde dementsprechend heftig diskutiert. Keine weiteren Kostensteigerungen und Argumente für die Abholzung auf der einen und der Erhalt der Platanen auf der anderen Seite.

„Hoher Wert für
die Menschen“

Beim WZ Mobil wollten wir wissen, was die Wuppertaler sich wünschen: ob die Platanen erhalten werden sollen, oder ob sie sich viel mehr auf die neue Grünlandschaft, die am Döppersberg entstehen soll, freuen. Frauke Brand fände es beispielsweise überhaupt nicht gut, wenn die Platanen fallen würden: „Es ist nie gut, alte Bäume abzuholzen, außer wenn sie krank sind. Sie haben außerdem einen Wert für den Menschen und die Natur, denn sie spenden Sauerstoff.“ Sie könne sich sehr gut einen Weg entlang der Wupper vorstellen, aber nicht auf Kosten der Bäume.

Ebru Keskin ist auch gegen eine Abholzung: „Wenn die Bäume weg sind, sieht hier alles noch künstlicher aus. Wenn man es detailliert sieht, wirkt das in Verbindung mit Primark und den anderen Gebäuden dann wie Legoland.“ Sie wolle den ursprünglichen Charakter erhalten wissen, so wie es auf alten Fotos zu sehen ist.

Junge Bäume müssten
erst einmal wachsen

Martha Freidank findet die Atmosphäre mit Bäumen in der Stadt schöner: „Zudem spenden die Jahrzehnte alten Platanen Luft und Schatten. Es macht keinen Sinn und sie stören niemanden.“ Neu gepflanzte Bäume seien kein Ersatz.

Michelle Rothlauf sieht das genauso: „Diese Bäume sind wichtig, weil sie Sauerstoff produzieren, der wiederum wichtig für den Menschen ist.“ Es sei schon so viel Technik und Beton ringsherum, dass man die Platanen erhalten solle. „Außerdem dauert es sehr lange, bis die neu gepflanzten Bäume diese Größe erreichen werden.“

Karin Schmidt findet das geplante Vorgehen nicht richtig: „Hier ist so viel Mauerwerk. Da ist man froh um jeden Baum, der in der Stadt steht.“ Am Weg entlang der Wupper solle man an Pflanzen und entsprechende Sitzgelegenheiten denken.

Moafak Arman sagt: „Man sollte die Platanen stehen lassen, denn sie erfüllen einen wichtigen Zweck für den Menschen. Man hat im Bereich am Döppersberg schon genug Fehler gemacht, da muss man nicht weitere anschließen.“

Anne Michel findet es schade, dass man die Platanen fällen will: „Wenn man vom Bahnhof kommt, wirkt ein bisschen Grün doch sehr angenehm im Stadtbild, wo sonst nur Beton ist.“ Einzelhändler Thomas Pusinelli sagt: „Es sind in den vergangenen Jahren so viele Bäume in Elberfeld abgeholzt worden. Vielleicht sollten sich die Planer nochmal kundig machen, wie wichtig Bäume für ein Innenstadtklima sind. Sie produzieren Sauerstoff, sie kühlen die Luft und sie spenden den Bürgern Schatten. Und das alles vor dem Hintergrund der Diskussion um Fahrverbote wegen zu schlechter Luft.“

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