Wuppertal. Viele Leute reisen gerne an fremde Orte. Sie verlassen ihre gewohnte Umgebung und schnuppern für zwei, drei Wochen in andere Kulturen rein. Es gibt aber auch Menschen, die lassen ihre eigene Kultur, Tradition, ihre Freunde, ihre Sprache und ihre Heimat hinter sich und kommen in ein fremdes Land, wo alles neu ist, um dort zu leben. Ein Neuanfang.

Ich selber gehöre zu diesen Menschen. Mit meinem Vater bin ich aus Afrika nach Deutschland gekommen. Ich war gut in der Schule – schon viel weiter als die Schüler hier, aber weil ich die Sprache nicht konnte und es in Deutschland ein anderes Schulsystem gibt, bin ich runtergestuft worden.

Das war nicht leicht für mich. Es war schon nicht so angenehm, dass ich mit viel jüngeren Mitschülern in eine Klasse gehe, aber dass ich meine Freunde verloren haben, das war wirklich schlimm. Das ist so ein Gefühl: Ich muss die Klasse wiederholen, aber ich habe es gar nicht verdient.

Eine neue Sprache zu lernen, ist zwar schon gut. Aber es dauert eine Weile, bis man sie kann. Dass es auch die Leistungen in der Schule beeinflusste, war traurig für mich. Ich habe mich in meiner Muttersprache immer gut ausdrücken können und habe nie gedacht, dass es ein Problem für meine Zukunft sein könnte, dass ich einmal durch eine Sprache Schwierigkeiten haben würde. Aber jetzt habe ich Sorgen.

Ich bin in der zehnten Klasse und würde gerne das Abitur machen und studieren. Aber die Zeit ist kurz bis zum Abschluss und ich weiß noch nicht, ob ich die Prüfungen schaffen werde. Und ob die Noten gut sein werden. In meiner neuen Umgebung.

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