Vielen Menschen ist es immer noch unbekannt: Das große Rhönrad, das sportliche Höchstleistungen erfordert.

Sabrine D. beim Turnen des so genannten "Halbspagates".
Sabrine D. beim Turnen des so genannten "Halbspagates".

Sabrine D. beim Turnen des so genannten "Halbspagates".

Sabrina D. beim Turnen einer Pflichtübung.

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Sabrine D. beim Turnen des so genannten "Halbspagates".

Die Geschichte
Das Rhönrad: Angefangen hat alles vor rund 90 Jahren, als der Pfälzer Otto Feick sich an ein Spiel erinnerte, das er als Kind gespielt hatte. Er war mit zwei großen Fassreifen, die er mit Eisenstangen verband, Hügel hinuntergerollt.

Daraus ergab sich die Idee für ein neues Sportgerät. Nachdem er in die Heimat seiner Frau in einen kleinen Ort an der Rhön gezogen war, eröffnete er eine Werkstatt und stellte 1924 dieses neue Sportgerät, das Rhönrad, fertig. Es besteht aus zwei Stahlreifen, die mit Stahlsprossen verbunden sind. Auf zwei dieser Sprossen, auf die ein Brett genagelt ist, werden die Füße gestellt An zwei weiteren, werden Griffe befestigt, sodass man mit ausgestreckten Armen herumrollen kann.

1925 meldete er sein Turngerät zum Patent an. Er stellte eine Turngruppe zusammen, mit der er das Interesse der Bevölkerung weckte. Bald wurden die ersten Wettkämpfe ausgetragen mit Wettfahrten, Wettspringen, Hindernisrennen, aber auch den bis heute erhaltenen Pflicht- und Kürübungen im Gerade- und Spiraleturnen. Nach Feicks Tod wurden die Stahlreifen mit einer Kunststoffbeschichtung überzogen, sodass daraus ein Hallensport wurde.

Die Disziplinen
Die Disziplinen bei heutigen Wettkämpfen sind das Gerade- und Spiraleturnen und der Sprung. Im Geradeturnen kann mit und ohne Bindungen (Lederriemen zur Befestigung der Füße) geturnt werden, wobei die Übungen zum Teil an das Reck- und Barrenturnen erinnern.

Beim Spiraleturnen kreist das Rad nur auf einem Reifen, wie wenn man eine Münze andreht. Beim Sprung wird der Turner von dem Schwung des vorher angeschobenen Rades, darauf getragen. Von dort aus kann er dann mit z.B. einem Salto auf einen Mattenberg springen.

Wer nun Interesse bekommen hat, kann sich zum Beispiel an den Vohwinkeler STV, Abteilung Rhönrad, wenden: Montag bis Freitag:10 bis 12 Uhr, Mittwoch:16 bis20 Uhr, Telefon 0202/736067

Kurzer Erfahrungsbericht
Sabrina Dorp (13) turnt schon seit 7,5 Jahren bei dem VSTV in Wuppertal. Sie erzählte, dass sie diesen Sport gewählt habe, weil er so außergewöhnlich sei, viel Konzentration fordere, aber trotzdem Spaß mache. Es würde auch nie langweilig oder uninteressant, weil es immer neue spannende Übungen gebe.

Sabrinas Motto in Wettkämpfen ist: "Wettkämpfe for fun". Deshalb turnt sie auch in der Landesklasse (Geradeturnen) und nimmt nur gelegentlich an Wettkämpfen teil. Auf die weit verbreitete Frage, ob dieser Sport gefährlich sei, entgegnete sie, dass sie sich zwar schon einmal den Arm verstaucht habe, das aber auch bei jedem anderen Sport passieren könne. Außerdem sei es besonders wichtig, dass man eine zuverlässige Trainerin habe, die einen in schwierigen Situationen hält.

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