Die Attentate von Paris erschütterten die ganze Welt.

 

Am 07.01.2015 wurde der Roman „Soumission" von Michelle Houellebecq veröffentlicht. Der Roman beschreibt ein islamisiertes Frankreich des Jahres 2022, indem die ‚Scharia’, das religiöse Gesetz des Islams eingeführt wird. Die Redaktion der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo" widmete dem Roman ihr Cover der aktuellen Ausgabe. Außerdem veröffentlichte der Chefredakteur Stéphane Charbonnier darin eine Karikatur mit dem Text „bis heute noch keine Attentate in Frankreich..." Doch noch am selben Tag wurde die Redaktion von Charlie Hebdo Opfer eines Attentats.
Die Brüder Kuachi drangen in die Redaktionsräume ein und erschossen elf Personen, darunter den Chefredakteur sowie die bekannten Karikaturisten Jean Cabut und Bernard Verlhac. Weitere Mitarbeiter des Magazins wurden schwer verletzt. Bei ihrer Flucht erschossen die Attentäter außerdem einen Polizisten. Zunächst verlor sich ihre Spur, doch ihr Auto wurde gefunden. Auf dem Vordersitz hatte einer der Kuachi Brüder seinen Ausweis liegen lassen. Daraufhin konnte die Polizei die Brüder ausfindig machen. Am 9 Januar hatten sich die Täter in der „Dammartin-en-Go", ein Gemeindegebiet mit 8464 Einwohner, verbarrikadierten. Bei einem Schusswechsel mit einer Spezialeinheit wurden beide getötet.
Noch einen Tag zuvor überfiel ein weiterer Attentäter, Amedy Coulibaly, im Osten von Paris einen jüdischen Supermarkt mit koscheren Waren. Er tötete vier Menschen und nahm mehrere Geiseln. Der Täter bekannte sich telefonisch zu der Terrorvereinigung Islamischen Staat und erklärte, dass sein Vorgehen in Verbindung mit dem Anschlag auf Charlie Hebdo stünde. Zunächst wurde der gesamte Block geräumt und gesichert. Scharfschützen positionierten sich und die Polizei versuchte immer wieder Kontakt zu dem Täter aufzunehmen. Daraufhin stürmte die Spezialeinheit den Supermarkt erschossen den Täter und rettete die Geisel.
Der Anschlag auf die Redaktion ist das Attentat mit den meisten Todesopfern in Frankreich seit dem Anschlag auf den Schnellzug Straßburg-Paris am 18. Juni 1961, bei dem 28 Menschen starben und 170 verletzt wurden.
Die Anschläge erzeugten Trotz und Trauer weltweit und führten zu heftigen Diskussionen, vor allem in der Türkei. Die Menschen in Istanbul demonstrierten auf den Straße gegen die Verurteilung des Islams und sprachen sich für eine friedvolle Interpretation der Religion aus. Aber es versammelten sich auch rund 160 Sympathisanten der Attentäter und sprachen ein Begräbnisgebet. Sie hielten Bilder von den „Kouachi" Brüder und des Al-Qaida Chefs Osama bin Laden hoch. Dazu noch ein Schild wo der Text „Hepimiz Cherif Kouachi´yiz" das so viel wie „wir alle sind die Kouachi Brüder" heißt. Damit verkehrten sie die französische Trauerformel „Je suis Charlie" ins Gegenteil und zeigten, dass sie die Gewalt der Attentate tolerieren.

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