Bonn (dpa/tmn). Bei der Berufswahl sind Jugendliche oft wenig flexibel: Viele streben dieselben Lehrberufe wie ihre Altersgenossen an. Im vergangenen Ausbildungsjahr haben sich drei Viertel aller neuen Lehrlinge auf nur 44 Berufe verteilt. Das hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn ermittelt.

Es hat die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in der Zeit vom 1. Oktober 2008 bis 30. September 2009 ausgewertet. Insgesamt stehen in Deutschland derzeit 349 duale Ausbildungsberufe zur Auswahl.

Besonders junge Frauen beschränken sich auf wenige Berufe: Bei ihnen entfällt ein Viertel der neuen Ausbildungsverträge auf nur 4 Berufe. Betrachtet man drei Viertel der Abschlüsse, sind es lediglich 23 Berufe. Ganz oben in der Gunst der weiblichen Azubis steht die Kauffrau im Einzelhandel (17.733 Neuabschlüsse).

Dahinter folgen die Verkäuferin (16.989), die Bürokauffrau (15.345), die Medizinische Fachangestellte (14.121) und die Friseurin (13.775). In technischen Berufen sind junge Frauen dagegen weiter eine Minderheit. Nur ein eher technisch ausgerichteter Beruf schafft es in die "Top 25"-Liste: Die Mediengestalterin liegt mit 2108 Abschlüssen auf dem 21. Platz.

Junge Männer zeigen sich bei der Wahl der Ausbildung nach Angaben des BIBB kaum flexibler: Bei ihnen verteilen sich ein Viertel aller Abschlüsse auf 7 Berufe und drei Viertel auf 42 Berufe. Sie wählen überwiegend handwerkliche Ausbildungen: Rund zwei Drittel aller neuen Lehrlinge streben sogenannte Fertigungsberufe an. Spitzenreiter ist der Kfz-Mechatroniker (17.597 Abschlüsse). Dahinter kommen der Einzelhandelskaufmann (13.524) und der Industriemechaniker (13.136). Es folgen der Koch (11.724) und der Elektroniker (10.406).

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer