Bremen (dpa/tmn). Pflegeberufe haben bei den meisten Jugendlichen kein gutes Image. Das gilt vor allem für Schüler an Gymnasien. Dort können sich nur 3,4 Prozent der Jugendlichen vorstellen, später in einem Pflegeberuf zu arbeiten, ergab eine Studie der Universität Bremen. An Realschulen sind es 5,3, an den Hauptschulen immerhin 11,4 Prozent.

Deutliche Unterschiede haben die Wissenschaftler auch zwischen den Geschlechtern festgestellt: Während 10,4 Prozent der Mädchen an allgemeinbildenden Schulen sich vorstellen können, in der Gesundheits-, Kranken- oder Altenpflege zu arbeiten, sind es bei Jungen nur 1,9 Prozent.

Einer der Gründe für das schlechte Ansehen von Pflegeberufen unter Jugendlichen sei, dass diese Berufe auch bei den Eltern der Schüler ein eher negatives Image haben, erläutern die Wissenschaftler vom Institut für Public Health und Pflegeforschung. Auch seien Schüler nur schlecht über Pflegeberufe informiert. Ihr Bild von ihnen sei oft von Klischees geprägt. Das gelte vor allem für männliche Jugendliche.

Besonders stark klaffen Angebot und Nachfrage bei Jobs in der Altenpflege auseinander: Nur 3,8 Prozent der Schüler gaben an, sich einen Beruf in diesem Bereich vorstellen zu können. Dabei gibt es den Angaben nach gerade in diesem Bereich die größten Personalprobleme.

Anders sieht es aus, wenn es um die Einschätzung der Jugendlichen geht, die eine Ausbildung in einem Pflegeberuf machen: Von ihnen gaben 94,4 Prozent an, dass sie sich wieder für diesen Beruf entscheiden würden. Im Auftrag des Norddeutschen Zentrums zur Weiterentwicklung der Pflege wurden 850 Personen befragt, darunter Schüler und ihre Eltern sowie Auszubildende aus Pflegeschulen.

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