Mit etwas Pech stehen 40 statt 20 Leute vor der Tür. Deswegen werden Party-Einladungen besser nicht öffentlich in Sozialen Netzwerken eingestellt.
Mit etwas Pech stehen 40 statt 20 Leute vor der Tür. Deswegen werden Party-Einladungen besser nicht öffentlich in Sozialen Netzwerken eingestellt.

Mit etwas Pech stehen 40 statt 20 Leute vor der Tür. Deswegen werden Party-Einladungen besser nicht öffentlich in Sozialen Netzwerken eingestellt.

dpa

Mit etwas Pech stehen 40 statt 20 Leute vor der Tür. Deswegen werden Party-Einladungen besser nicht öffentlich in Sozialen Netzwerken eingestellt.

Berlin/Stuttgart. Einladungen zu schreiben war früher ein mühsamer Akt. Wer heute eine Party feiert, kann sich jegliches Zettelverteilen schenken. Viel einfacher ist es, bei SchülerVZ oder in einem anderen sozialen Netzwerk eine Gruppe zu gründen, in die alle Partygäste eingeladen werden. Das geht nicht nur schneller. Man kann auch Menschen einladen, die man persönlich noch gar nicht kennt - zum Beispiel, weil es sich um Freunde von Freunden handelt. Manchmal ist die Person dem Gastgeber auch komplett fremd. Wer hier einige Regeln beachtet, kann sicher sein, bei seiner Party keine böse Überraschung zu erleben.

Wer die Infos zu seiner Party nicht jedem im Netz zugänglich machen möchte, hat zum Beispiel bei SchülerVZ zwei Möglichkeiten: "Entweder man gründet eine Gruppe und öffnet sie nur für Freunde, die man einladen möchte, oder man schreibt seinen Freunden im Netzwerk eine persönliche Nachricht", erklärt Maren Gaidies von SchülerVZ in Berlin. Um sich viel Schreibarbeit zu ersparen, könne dieselbe Nachricht auch an mehrere Empfänger gleichzeitig verschickt werden.

Wenn eine Partyeinladung im Netzwerk öffentlich wird, kann es passieren, dass statt 20 plötzlich 40 Leute vor der Tür stehen, sagt Thomas Rathgeb vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (MPFS) in Stuttgart. Das könne zwar auch ohne das Internet passieren. Das Problem sei aber, dass sich Informationen über anstehende Partys heute viel schneller verbreiten als früher. "Ein Gast kann noch am Abend der Feier per Handy seine gesamte Freundesliste informieren."

Damit tatsächlich nur die Freunde Bescheid wissen, sei es wichtig, Details zum Veranstaltungsort nicht in die Gruppenbeschreibung zu stellen, sondern in das Gruppen-Forum, das nur für Mitglieder der Gruppe einsehbar ist, rät Gaidies. "Jeder Nutzer hat im SchülerVZ die Möglichkeit, Gruppen so einzustellen, dass nur eingeladene oder bestätigte Personen der Gruppe beitreten können und damit Zugriff auf das Gruppenforum haben." Was auch nützlich ist: Eingeladene Gäste müssen sich erst verbindlich mit einer privaten Nachricht zurückmelden, bevor sie genauere Informationen zur Feier bekommen, rät Rathgeb.

Wer über soziale Netzwerke zu einer Party einlädt, sollte den Gästen klar machen, was sie erwartet, empfiehlt Prof. Stefan Aufenanger vom Institut für Erziehungswissenschaft an der Universität Mainz. Sonst entstünden falsche Erwartungen. "Menschen, die der Gastgeber nur aus dem Internet kennt, könnten zum Beispiel denken, sie bekämen eine Übernachtungsmöglichkeit und freie Getränke." Solche Themen werden besser klar angesprochen, sagt auch Rathgeb: "Das reicht vom Kreis der Eingeladenen bis zu der Frage, wer welche Getränke mitbringen soll."

Ein Problem ergibt sich manchmal nach einer Party, wenn Fotoalben von der Fete hochgeladen werden. Zeigen die Bilder Peinlichkeiten, könne man andere damit leicht vor den Kopf stoßen, warnt Thomas Rathgeb vom medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest. Das gelte besonders für Bekannte, die man auf der Party gerade erst kennengelernt hat. Deshalb gilt: Bevor ein Bild ins Internet gestellt wird, auf dem andere zu sehen sind, werden diese Gäste besser um Erlaubnis gefragt.

Die Gefahr, dass völlig Fremde zu einer Party erscheinen, schätzt Rathgeb nicht hoch ein. Jugendliche kennen die meisten Freunde in ihren Netzwerken auch im richtigen Leben: "Das soziale Netzwerk im Internet bildet im Grunde genommen das reale Netzwerk im echten Leben ab." Im Falle einer Einladung sei das Internet aber ein wenig ungewisser, weil andere Menschen schneller von einer Party erfahren, erklärt Aufenanger. Dadurch könne es schon passieren, dass Leute kommen, die man nicht dabei haben will.

Oft würden Freunde von Freunden erst einmal zur Kontaktliste hinzugefügt, sagt Aufenanger. In der direkten Kommunikation stelle sich dann schnell heraus, wer sympathisch ist und wer nicht. "Die meisten können schnell herauslesen, wie das Gegenüber ungefähr ist." Aber nicht jedem Nutzer sei bewusst, dass es komplette Fake-Profile gibt. "Wir raten grundsätzlich allen Nutzern, keine Internetfreundschaft mit Leuten einzugehen, die sie im realen Leben nicht kennen", sagt Gaidies. Passiert das doch, sei es wichtig, die Identität des "neuen Freundes" zu überprüfen. Ein guter Hinweis seien zum Beispiel gemeinsame Freunde an der Schule.

Einige Leute aus dem sozialen Netzwerk einzuladen, die man noch nicht kennt, ist auf der anderen Seite eine Chance, den Freundeskreis zu erweitern, findet Rathgeb: "Genau aus diesem Grund bewegen sich die meisten Schüler in sozialen Netzwerken." Kontakte ließen sich einfacher knüpfen, ergänzt Aufenanger. Und eine Party, die über das Netz organisiert wird, könne dann ein Türöffner sein, die Leute real kennenzulernen.

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