Mit einer vorbereiteten Presseerklärung in der Hand steht Charlotte Knobloch, Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland am Sonntag (07.02.2010) vor dem Tagungsraum in einem Hotel in Frankfurt am Main. Nach Aussage Knoblochs werde Sie ihr Amt bis zum regulären Ende ihrer Amtszeit ausüben, jedoch nicht mehr für eine weitere Wahlperiode antreten.
Mit einer vorbereiteten Presseerklärung in der Hand steht Charlotte Knobloch, Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland am Sonntag (07.02.2010) vor dem Tagungsraum in einem Hotel in Frankfurt am Main. Nach Aussage Knoblochs werde Sie ihr Amt bis zum regulären Ende ihrer Amtszeit ausüben, jedoch nicht mehr für eine weitere Wahlperiode antreten.

Mit einer vorbereiteten Presseerklärung in der Hand steht Charlotte Knobloch, Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland am Sonntag (07.02.2010) vor dem Tagungsraum in einem Hotel in Frankfurt am Main. Nach Aussage Knoblochs werde Sie ihr Amt bis zum regulären Ende ihrer Amtszeit ausüben, jedoch nicht mehr für eine weitere Wahlperiode antreten.

dpa

Mit einer vorbereiteten Presseerklärung in der Hand steht Charlotte Knobloch, Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland am Sonntag (07.02.2010) vor dem Tagungsraum in einem Hotel in Frankfurt am Main. Nach Aussage Knoblochs werde Sie ihr Amt bis zum regulären Ende ihrer Amtszeit ausüben, jedoch nicht mehr für eine weitere Wahlperiode antreten.

Frankfurt/Main/München (dpa). Charlotte Knobloch ist die erste Frau an der Spitze des Zentralrats der Juden und zugleich aller Voraussicht nach die letzte, die noch zu sogenannten Schoah- Generation gehörte. Die Großmutter der heute 77-jährigen Münchnerin starb im NS-Vernichtungslager Auschwitz.

Sie selbst, Tochter des Münchner Rechtsanwalts und späteren bayerischen Senators Fritz Neuland, überstand die Jahre der Nazi-Herrschaft in einem Versteck auf einem Bauernhof im nordbayerischen Franken. Dort wurde sie als uneheliches Kind einer Katholikin ausgegeben.

Knobloch ist seit 1985 Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, der mit rund 9300 Mitgliedern zweitgrößten Jüdischen Gemeinde in Deutschland. Seit 2005 war sie bereits Vizepräsidentin im Jüdischen Weltkongress.

Am 29. Oktober 1932 kam Knobloch in München zur Welt. Ihr Vater wurde von den Nazis als Zwangsarbeiter verschleppt, erst nach dem Krieg fand sie ihn wieder. Er gehörte zu den führenden Kräften bei der Neugründung der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern im Juli 1945. Dort wirkte er zunächst als Vizepräsident und später als Präsident.

Nach dem Krieg heiratete Charlotte Neuland Samuel Knobloch, einen Überlebenden des Krakauer Ghettos. Eigentlich wollte das Ehepaar in den 50er Jahren das Land der Täter verlassen und in die USA auswandern, aber die erste Schwangerschaft änderte diese Pläne. Als ihre drei Kinder die Schulzeit hinter sich hatten, trat Knobloch bei der Jüdischen Gemeinde in München in die Fußstapfen ihres Vaters.

In ihren Ämtern warnte Knobloch unablässig vor den Gefahren des Rechtsextremismus und eines neuen Antisemitismus. Sie setzte auf eine verantwortungsbewusstere Jugend, die die Erinnerung wach hält, wenn die Zeitzeugen des Holocausts einst gestorben sind.

Besonderes Ansehen erwarb sie sich mit ihrem Einsatz für den Bau des rund 60 Millionen Euro teuren Jüdischen Zentrums in der Münchner Innenstadt. Dass sie München, die ehemalige "Hauptstadt der Bewegung", ein Zentrum des Nazi-Terrors, heute Heimat nennen kann, ist für die Holocaust-Überlebende keine Selbstverständlichkeit.

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