Die 17-jährige Helene Hegemann ist für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Ihr wird vorgeworfen, dass sie Teile aus ihrem Roman im Internet abgeschrieben hat.
Die 17-jährige Helene Hegemann ist für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Ihr wird vorgeworfen, dass sie Teile aus ihrem Roman im Internet abgeschrieben hat.

Die 17-jährige Helene Hegemann ist für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Ihr wird vorgeworfen, dass sie Teile aus ihrem Roman im Internet abgeschrieben hat.

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Die 17-jährige Helene Hegemann ist für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Ihr wird vorgeworfen, dass sie Teile aus ihrem Roman im Internet abgeschrieben hat.

Leipzig/Berlin (dpa) - Die Vorsitzende der Leipziger Buchpreis- Jury lobt den Roman "Axolotl Roadkill" der Jungautorin Helene Hegemann (17) ungeachtet der Plagiatsvorwürfe. Der Debütroman sei ein Produkt des gesellschaftlichen Wandels, sagt Verena Auffermann.

"Dieses Buch ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich die Wirklichkeit auflöst. Ich bin sehr froh, dass Hegemann nicht alles selbst erlebt hat". Die Schriftstellerin, die einräumte, teils Passagen aus einem anderen Buch übernommen zu haben, wurde für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.

Auffermann sieht die junge Berliner Autorin in einer Reihe etwa mit der Französin Françoise Sagan, die vor etwa 50 Jahren als 18- Jährige den Bestseller "Bonjour Tristesse" schrieb, sowie den früheren deutschsprachigen Jungautoren Christian Kracht mit "Faserland" und Benjamin Lebert mit "Crazy".

"Wenn Sie die ganze gewaltige Bloggerkultur betrachten, wie viele junge Leute sich nur noch da bewegen, dann ist das ein Ausdruck von einem großen Wechsel", sagt Auffermann. "Es ist wohl so, dass die frühe Jugend etwas die Zeit Überspringendes schreibt.

Die Treppensprünge in der Literatur muss man wahrnehmen. Man kann sie moralisch ablehnen - aber man muss sie darstellen." Zu den Plagiatsvorwürfen sagt die Jury-Chefin: "Es hat solche Fälle gegeben, solange es den Buchdruck gibt."

"Wir haben uns beim Ullstein-Verlag sehr genau erkundigt nach dem Stand des Urheberrechts. Uns wurde glaubhaft bestätigt, dass es einen ordentlichen Weg geht: dass alle ihr Geld bekommen und alles hinten verzeichnet ist", sagte die einstige Kulturkorrespondentin der Süddeutschen Zeitung.

In Hegemanns Debüt würden viele notwendige Themen behandelt. Dazu zähle auch das Urheberrecht in den Zeiten des total globalisierten Netzes. Es sei wichtig, dies ins Bewusstsein zu bringen.

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