Düsseldorf. Clara ist 17. Sie möchte Politikerin werden. Deshalb engagiert sie sich heute schon in der Jugendorganisation der Partei Bündnis 90/Die Grünen. Bei den politischen Diskussionen mitzumischen, ist für Clara gar nicht so einfach, denn sie ist seit ihrer Geburt gehörlos. Doch mit Hilfe von Computern und Gebärdensprache schafft es die junge Frau, Vorträge zu halten.

Gebärdensprache – was ist das?

Gebärdensprachen sind Sprachen, mit denen sich gehörlose oder schwerhörige Menschen verständigen können. Im Gegensatz zu den Lautsprachen benutzen Gebärdensprachen nicht die Stimme, sondern Hände, Arme, den Oberkörper und die Mimik. Sie werden also nicht über die Ohren, sondern über die Augen wahrgenommen.

Genau wie bei den Lautsprachen hat jedes Land seine eigene Gebärdensprache und unterschiedliche Dialekte. In Deutschland spricht man die Deutsche Gebärdensprache, kurz DGS. Sie wurde 2002 im Behindertengleichstellungsgesetz verankert und ist seitdem offiziell anerkannt.

Gebärdensprachen sind vollwertige eigenständige Sprachen. Man kann mit ihnen alles ausdrücken, was man möchte. Für einzelne Wörter gibt es bestimmte Zeichen, die sogenannten Gebärden.

Außerdem wird noch ein Fingeralphabet verwendet. Dabei ist jedem Buchstaben eine bestimmte Fingerhaltung zugeordnet. Das Fingeralphabet wird häufig für Eigennamen und Fremdwörter benutzt. Wenn es für etwas, zum Beispiel einen Namen, noch keine Gebärde gibt, kann man sich aber auch eine neue ausdenken.

Eine Gebärdensprache zu lernen, ist genauso komplex, wie das Erlernen von Lautsprachen. Hörende müssen sich allerdings oft erst daran gewöhnen, den Körper statt der Stimme zum Sprechen zu benutzen.

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