In diesem Jahr sollen 600 zusätzliche Kita-Plätze entstehen. Außerdem werden zwei Kindergärten zu Familienzentren.

Wuppertal darf künftig 48 statt bisher 46 Familienzentren haben. Auch mehr Kita-Plätze sind geplant.
Wuppertal darf künftig 48 statt bisher 46 Familienzentren haben. Auch mehr Kita-Plätze sind geplant.

Wuppertal darf künftig 48 statt bisher 46 Familienzentren haben. Auch mehr Kita-Plätze sind geplant.

dpa

Wuppertal darf künftig 48 statt bisher 46 Familienzentren haben. Auch mehr Kita-Plätze sind geplant.

Wuppertal. In Wuppertal einen Kinderbetreuungsplatz zu bekommen, ist nicht ganz einfach. Denn die Versorgungsquote der Kinder unter drei Jahren (U3) liegt in der Stadt bei 31,5 Prozent. Den Bedarf schätzen Fachleute aber auf 60 Prozent. Derzeit gibt es 11 600 Kita-Plätze für alle Altersgruppen. 600 sollen 2017 hinzukommen.

Außerdem sollen zwei Kindergärten als Familienzentren zertifiziert werden. „Wir haben gerade alle Träger angeschrieben und darüber informiert, dass zwei weitere Einrichtungen Familienzentren werden können“, sagt Sozialdezernent Stefan Kühn. Denn die Stadt entscheide nicht selbst, wie viele Familienzentren es gebe, sondern das Land. Und das habe gerade die Quoten neu festgelegt, erläutert Kühn.

Deshalb darf Wuppertal künftig 48 statt 46 Familienzentren haben. 13 000 bis 14 000 Euro jährlich erhält eine Kindertagesstätte als Zuschuss, wenn sie als Familienzentrum anerkannt ist, weiß Kühn. Dafür müssten die Einrichtungen auch Beratungs- und Unterstützungsangebote für alle Eltern im Quartier anbieten – überwiegend in Wohngebieten, „wo es die Menschen nicht so leicht haben“.

Der Sozialdezernent ist vorsichtig optimistisch

Der Sozialdezernent ist zuversichtlich, dass bis Ende Februar verschiedene Träger ihr Interesse bekundet haben werden. Eine Arbeitsgemeinschaft werde dann die Bewerbungen sichten und dem Jugendhilfeausschuss für die April-Sitzung einen Vorschlag unterbreiten. Vorsichtig optimistisch ist der Sozialdezernent auch, dass in diesem Jahr 600 weitere Kita-Plätze entstehen.

„Diese Plätze wurden angemeldet. Aber nicht immer können auch alle realisiert werden“, schränkt er ein. Allein 250 Plätze will die Stadt selbst schaffen. Dafür befinden sich gerade vier neue Einrichtungen in der Planung oder sogar schon im Bau: an der Rudolf-, der Hatzfelder, der Klee- und der Staubenthaler Straße.

191 Kindertagesstätten gibt es in Wuppertal. Mehr als 60 sind städtisch. 11 600 Plätze stehen zur Verfügung, davon 2800 für U3 und 8800 für Ü3. Außerdem gibt es etwa 700 Betreuungsplätze bei rund 150 Tagespflegepersonen. Die Betreuungsquote für U3 liegt bei 98 Prozent, für Ü3 bei 31,5 Prozent. Bis 2019 will die Stadt eine Quote von 40 Prozent für U3 erreichen.

Die Zahl der Kinder, die in Wuppertal leben, nimmt stetig zu. 19 533 Kinder bis einschließlich sechs Jahren lebten Ende September 2016 in der Stadt. 18 597 waren es ein Jahr zuvor. Das macht ein Plus von 936 Kindern, die früher oder später einen Betreuungsplatz benötigen – was bei einer Quote von 40 Prozent 374 Plätzen entsprechen würde.

Hinzu kommen Einrichtungen mit 350 Plätzen bei freien Trägern, die sich zum Teil sogar neu in Wuppertal ansiedeln. „Wir haben Anfragen von zwei Kita-Trägern vorliegen, die noch keine Einrichtungen in Wuppertal haben, aber hier gern eine eröffnen möchten“, berichtet Kühn. Dass die Stadt bald die Trägeranteile für zusätzliche, nicht-städtische Kitas übernimmt, sieht er als Anreiz für die Träger.

„Wuppertal ist das Schlusslicht bei der Kinderbetreuung“

Dem FDP-Politiker Marcel Hafke reicht das noch nicht aus. Als familienpolitischer Sprecher seiner Fraktion im Landtag weiß der Wuppertaler Abgeordnete, wie es um die Kinderbetreuung im Vergleich zu anderen Städten bestellt ist: „Wuppertal bildet NRW-weit das Schlusslicht der Großstädte bei der Kinderbetreuung.“ 600 zusätzliche Plätze hält er angesichts des tatsächlichen Bedarfs für viel zu wenig. „Wuppertal hat eine Versorgungsquote bei U3 von knapp 32 Prozent. Der Bedarf liegt aber bei bis zu 60 Prozent.“

Seiner Ansicht nach sollte die Stadt alle Eltern und auch Paare, die potenziell bald Eltern werden könnten, anschreiben und fragen, ob sie Kinder haben oder planen und welche Betreuung sie perspektivisch brauchen. So könne sich die Stadt für die Zukunft besser aufstellen. „Denn es nützt ja nichts, wenn man nur Leute befragt, die schon Kinder in einer Kita haben.“

Außerdem hält Marcel Hafke es für sinnvoll, grundsätzlich immer die Trägeranteile zu übernehmen – nicht nur für zusätzliche Kindertagesstätten. „Denn solange das Kinderbildungsgesetz so ist, wie es ist – und das wird mindestens noch zwei Jahre so sein –, kann man Träger nur so motivieren“, glaubt Marcel Hafke.

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