Das Umweltministerium fördert den Bau einer neuen Anlage des Wuppertaler Unternehmens. Weitere 120 000 Euro gehen an die Tigges GmbH.

Umweltministerium fördert den Bau einer neuen Anlage des Wuppertaler Unternehmens. Weitere 120 000 Euro für die Tigges GmbH.
Barbara Hendricks überreichte den Förderbescheid an Iris (3. v. r.) und André Bovenkamp (l.).

Barbara Hendricks überreichte den Förderbescheid an Iris (3. v. r.) und André Bovenkamp (l.).

Anna Schwartz

Barbara Hendricks überreichte den Förderbescheid an Iris (3. v. r.) und André Bovenkamp (l.).

Wuppertal. Solche Gäste dürfen gerne wieder kommen: Bundesumweltministerin Barbara Hendricks betätigte sich am Freitag in gleich zwei Wuppertaler Unternehmen als gute Fee. Der Tigges GmbH & Co. KG überreichte sie für die Umsetzung eines Pilotprojektes zur Herstellung von Komponenten für Verbrennungsmotoren 120 000 Euro aus dem Umweltinnovationsprogramm. Wenig später fiel der Scheck bei der Hühoco GmbH noch um einiges größer aus. Mehr als zwei Millionen Euro stellt das Bundesumweltministerium für den Bau einer innovativen Anlage bereit, die im zweiten Halbjahr 2018 in Betrieb gehen soll. Die Höhe der Förderung richtet sich nach dem Investitionsvolumen.

In die geplante Anlage investiert Hühoco zehn Millionen Euro

André und Iris Bovenkamp hießen die Ministerin in der Konzernzentrale im Industriegebiet Nächstebreck willkommen. Dort sind 170 von insgesamt 1000 Mitarbeitern in der Produktion und Entwicklung beschäftigt. Auf die Entwicklung neuer Verfahren bei der Gummibeschichtung auf Metall legt das Unternehmen großen Wert. „Wir investieren zehn Millionen Euro in die Anlage, davon sind sechs Millionen förderungswürdig. Mit mehr als zwei Millionen Euro haben wir die Maximalförderung von 30 Prozent erhalten“, sagte Geschäftsführer André Bovenkamp. Gegenüber der Ministerin nannte Bovenkamp beeindruckende Zahlen. Die neue Anlage trage dazu bei, 98 Prozent der Lösungsmittel einzusparen, bis zu 67 Prozent Strom und bis zu 85 Prozent Gas. Daraus ergibt sich eine Kohlendioxidminderung von bis zu 96 Prozent.

„Diese Investition ist ein Beispiel dafür, dass sich Ressourcenschutz und Wirtschaftlichkeit nicht ausschließen, sondern verstärken können“, sagte Barbara Hendricks. Das Projekt stehe für die Innovationskraft der deutschen Wirtschaft. Der Ansatz sei richtig: Energie- und Materialkosten verursachten im Schnitt die Hälfte aller Kosten in den Unternehmen.

Chefentwickler Ulrich Irle präsentiert den Prototypen

Hühoco-Chefentwickler Ulrich Irle führte gemeinsam mit André Bovenkamp die Ministerin durch das Unternehmen und erklärte ihr die vielfältigen Produkte, die von Hühoco hergestellt werden. In einer der Werkshallen präsentierte Ulrich Irle den Prototyp der geplanten Anlage. Ziel des neuen Beschichtungsverfahrens ist es, erstmals vollständig auf Lösungsmittel zu verzichten.

„Wir werden aufgrund unserer Erfahrung und unseres Wissens Generalunternehmer beim Bau der Anlage sein. Die Einzelteile werden wir in Auftrag geben“, beschreibt André Bovenkamp den Plan. Bei dem Projekt handelt es sich um die größte Einzelinvestition in der Firmengeschichte.

Ulrich Irle lud die Ministerin ein, die Anlage mit in Betrieb zu nehmen. „Mal sehen, wir haben zwischendurch noch eine Wahl“, antwortete Barbara Hendricks, die sich bei der Hinfahrt auch von einem Stau auf der A 46 nicht die Laune verderben ließ. „Wir sind daher durch die Stadt gefahren. Ich komme vom Niederrhein und kenne Wuppertal ganz gut“, sagte die Umweltministerin.

Rolf Volmerig, Geschäftsfürer der Wuppertaler Wirtschaftsförderung, freute sich über die Unterstützung des Wuppertaler Unternehmens durch den Bund. Außerdem begrüßte Bezirksbürgermeisterin Ursel Simon den Besuch aus Berlin.

Bei der Ausarbeitung des Förderantrags hatte die Effizienz-Agentur NRW Unterstützung geleistet. Geschäftsführer Peter Jahns zeigte sich erfreut, dass es gelungen sei, „die Brücke nach Berlin“ gebaut zu haben. „Da ich weiß, wie strikt die Gutachter des Bundesumweltministeriums die Anträge prüfen, bin ich überzeugt, dass sie mit der neuen Anlage im nationalen und europäischen Wettbewerb bestehen werden“, sagte Peter Jahns.

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