Nach 15 Jahren in einer Metzgerei hat sich die Wuppertalerin Manuela Jakob einen Traum erfüllt und umgeschult: Als Physiotherapeutin für Pferde ist sie jetzt über die Landesgrenzen hinaus unterwegs.

Physiotherapeutin Manuela Jakob (li.) behandelt Firlefanz. Elke Achilles hält den Wallach fest.
Physiotherapeutin Manuela Jakob (li.) behandelt Firlefanz. Elke Achilles hält den Wallach fest.

Physiotherapeutin Manuela Jakob (li.) behandelt Firlefanz. Elke Achilles hält den Wallach fest.

Andreas Fischer

Physiotherapeutin Manuela Jakob (li.) behandelt Firlefanz. Elke Achilles hält den Wallach fest.

Wuppertal. Manuela Jakob (47) sitzt im Auto auf dem Weg zu ihrem nächsten Patienten. Es geht vorbei an ausgedehnten Wäldern, Flussläufen und Weideflächen. Als sie ankommt, hallt ihr ein lautes „Muuh“ entgegen. „Die Kuh kann keine Milch geben“, erklärt Manuela Jakob. „Die Lendenwirbelsäule war total blockiert.“ Die 47 Jahre alte Tierfreundin aus Vohwinkel hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht: Sie ist selbstständige Tierphysiotherapeutin.

„Seit meinem fünften Lebensjahr sind Pferde mein größtes Hobby“, sagt Manuela Jakob und lächelt. Bereits mit zwölf Jahren bekam sie ihr erstes eigenes. Es folgten Reitunterricht und Reitturniere. Dass Manuela Jakob einmal ihren Traum zum Beruf machen würde, wusste sie damals noch nicht. Ganz im Gegenteil.

„Ich lebe meinen Traum und bereue nichts“

Nachdem sie die Schule abgeschlossen hatte, absolvierte die Wuppertalerin eine dreijährige Ausbildung in einer Pferdemetzgerei. Dort ist sie 15 Jahre lang geblieben. Was grotesk klingen mag, „hat im Nachhinein aber viel gebracht. Ich kenne das Pferd und seine Knochen auch ohne Fleisch und Fell“, erzählt Jakob und scherzt: „Mir kann keiner was vom Pferd erzählen.“

An einer Abendschule holte die 47-Jährige schließlich ein Studium der Betriebswirtschaftslehre nach. Damit standen ihr neue Türen offen, die zu einem Unternehmen in Neuss führten. Zehn Jahre lang war Manuela Jakob dort im Vertriebsaußendienst tätig. „Irgendwann war das nichts mehr für mich. Ich hatte es pappsatt, jede Woche bis zu 3000 Kilometer zu fahren.“

2011 brachte die Wende: Jakob entschied sich für eine Umschulung zur Veterinärphysiotherapeutin für Hund und Pferd. An einem Ausbildungsinstitut für Veterinär-Physiotherapie in Marl büffelte sie 26 Monate lang. Das Ergebnis: Abschluss mit der Endnote 1,1.

„Ich habe das getan, was mich glücklich macht. Ich lebe meinen Traum und bereue nichts.“ Seit drei Jahren ist sie mittlerweile hauptberuflich als Tierphysiotherapeutin über die Landesgrenzen hinaus unterwegs. „Die Nachfrage ist groß.“

Blockierte Wirbelsäule, Schmerzen im Gelenk: Jede Behandlung dauert mindestens 60 Minuten. Und das aus gutem Grund: „Wenn ich das Pferd behandle, gehe ich jedes Gelenk einmal durch. Röntgenhände habe ich nicht - trotzdem lässt sich mit Physiotherapie eine ganze Menge bewegen.“ In 90 Prozent aller tierischen Fälle sei eine komplette Heilung wahrscheinlich. Bedeutet: „Das Pferd oder den Hund wieder schmerzfrei beweglich machen. Wenn dann das Tier wieder freudig über die Wiese läuft, bin ich glücklich.“ Insgesamt 4700 Euro musste Manuela Jakob für ihren beruflichen Traum in die Hände nehmen. Vom Mythos Pferdeflüsterin möchte sie dennoch nichts wissen: „Ich denke mich zwar in die Tiere hinein, aber mit romantischem Schnickschnack hat das nichts zu tun.“

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