Zu ihrem 40. Geburtstag macht die Bergische Universität sich und der Stadt ein Geschenk mit großer Strahlkraft.

Lichtkunst
Lichtbänder in variablen Formen werden ab Oktober an den Türmen der Bergischen Universität zu sehen sein. Fotomontage: Mischa Kuball

Lichtbänder in variablen Formen werden ab Oktober an den Türmen der Bergischen Universität zu sehen sein. Fotomontage: Mischa Kuball

Düsseldorf

Lichtbänder in variablen Formen werden ab Oktober an den Türmen der Bergischen Universität zu sehen sein. Fotomontage: Mischa Kuball

Wuppertal. Auf die Ausstrahlung kommt es an: Die Gebäudetürme des Campus Grifflenberg sind unten im Tal von vielen Punkten aus ganz oder zumindest in Teilen zu sehen. Ab dem 22. Oktober soll der Blick hinauf zur „Burg der Wissenschaft“ in den Abendstunden besonders lohnenswert sein, denn der Universität wird zu ihrem 40. Geburtstag ein spektakuläres Geschenk gemacht: Das Lichtkunstprojekt MetaLicht.

Universität will das Geschenk mit der Stadt teilen

„Dieses Geschenk wollen wir mit der Stadt teilen“, sagt Uni-Rektor Lambert T. Koch, der sich erhofft, dass die auf Dauer angelegte Lichtprojektion die Bergische Universität noch stärker in das Bewusstsein aller Wuppertaler rückt. Die Signalwirkung der leuchtenden Uni-Türme soll weit über Wuppertal hinaus gehen und zudem die ungebrochene Ausstrahlung einer Stadt demonstrieren, die in Krisenzeiten häufig als Beispiel für kommunale Notlagen herhalten muss.

Windräder auf dem Campus liefern die Energie

Das Konzept für das 950.000 Euro teure Kunstprojekt, das von den Sponsoren Jackstädt-Stiftung, Firma Vorwerk & Co. KG, Firma K.A. Schmersal GmbH. sowie der Stadtsparkasse komplett finanziert wird, stammt von Mischa Kuball, Professor an der Kölner Kunsthochschule für Medien. Die Lichtinstallation wird pro Jahr soviel Strom benötigen wie rund 10 Haushalte (siehe Nachtrag). Dieser Strom soll von einer noch zu errichtenden Windkraftanlage auf dem Campus Grifflenberg produziert werden. Drei innovative Windräder, die von der GDF Suez Energie Deutschland finanziert werden, sollen die dem Bedarf entsprechende Energie ins Netz einspeisen. Für das technische Know-how beim Betrieb der Anlage werden die Wuppertaler Stadtwerke sorgen. „Steuermittel werden für das Lichtobjekt nicht verwendet“, betont Lambert T. Koch.

Bis zum Beginn der dunklen Jahreszeit werden auf dem Grifflenberg nicht nur die drei Windräder gebaut, sondern es werden auch 900 Meter Lichtleisten an den Gebäudetürmen verlegt. Fassadenkletterer waren dafür bereits am Mittwoch in luftigen Höhen im Einsatz. Nach Auskunft von Mischa Kuball, der Erfahrungen bei vergleichbaren Beleuchtungsaktionen gesammelt hat, werden alle Aspekte des Umweltschutzes und Artenschutzes berücksichtigt. Da 6000 verschiedene Lichtmuster programmiert werden können, finde ein ständiger Wandel des Bildes statt – nicht im Disco-Rhythmus, sondern für den Betrachter fast unmerklich. Am 22. Oktober wird die Spannung jedenfalls riesig sein. Zumal es eine Vorgeschichte in Wuppertal gibt: Die Beleuchtung der Schwebebahn hatte vor Jahren große Erwartung geweckt, aber diese nicht erfüllen können.

[Nachtrag, 31. Mai, 15.20 Uhr]

Die Stadtwerke haben am heutigen Donnerstag ihre Angaben zum Stromverbrauch des Lichtobjektes korrigiert: Der Energieverbrauch entspreche 10 Haushalten im Jahr und nicht 1000. Die Zahl sei am gestrigen Mittwoch irrtümlich verbreitet worden.