Der Bolzplatz Clarenbachstraße hat tiefe Risse. Die WZ sprach mit Peter Krieg von der Stadt Wuppertal über die Spielplatz-Situation.

Wuppertal. Die Stadt Wuppertal unterhält 274 Spielflächen unterschiedlicher Größe, 85 Bolzplätze und zehn Skateanlagen. Für eine Sanierung reicht vielerorts das Geld nicht mehr - beispielsweise ist der Bolzplatz Clarenbachstraße zurzeit nicht mehr bespielbar, weil dort Risse im Boden sind. Die WZ sprach mit Peter Krieg vom Fachbereich Jugend und Freizeit der Stadt Wuppertal.

Herr Krieg, welche Plätze müssten saniert werden?

Peter Krieg: Geplant ist als einzige größere Grundüberholung die Sanierung des Kinderspielplatzes Mohrenstraße in Heckinghausen. Dies wurde bei der Bezirksregierung beantragt, aber die Mittel hierfür noch nicht frei gegeben. Im Moment bezweifle ich allerdings die Freigabe, wahrscheinlich sind nur Einzelmaßnahmen möglich. Insgesamt sollen auf zwölf Plätzen in diesem Jahr Spielgeräte ersetzt oder ergänzt werden. Da vor einer Sanierung die Beteiligten und die politischen Gremien intensiv einbezogen und hier gegebenenfalls auch Änderungen vorgenommen werden, können wir derzeit nicht sagen, um welche Spielplätze es sich handelt.

Wieviel Geld können Sie für die Spielplätze einplanen?

Krieg: Momentan stehen uns 330.000 Euro zur Verfügung - jedoch nicht zur freien Verfügung. Denn wir müssen das Geld beantragen. Die erforderlichen Reparaturen und der Ersatz von maroden Spielgeräten können daraus nicht mehr erfolgen. Immer häufiger müssen mangelhafte und defekte Spielgeräte ersatzlos abgebaut werden. Vor sechs Jahren betrug der Haushaltsansatz für die Grundüberholung der Spielflächen noch 770.000 Euro.

Der Bolzplatz Clarenbachstraße ist ungefähr so groß wie eine kleine Turnhalle. Der Kunstrasenbelag ist laut Presseamt der Stadt inzwischen etwa zehn Jahre alt. Da der Untergrund unter dieser Fläche abgesackt ist, gab es Spannungen in der Oberfläche, die zu Rissen geführt haben. Nun sind die Risse so groß geworden, dass der Platz geschlossen werden musste. Die Kosten der Wiederherstellung und die Frage, ob eine Finanzierung möglich ist, ist laut Presseamt noch unklar.

Das heißt...?

Krieg: Es kann zur Zeit noch nicht gesagt werden, ob die Mittel für alle genannten Maßnahmen ausreichen. Zur Zeit werden noch die Kosten ermittelt. Alle Mittel für Kinderspielplätze müssen einzeln bei der Bezirksregierung beantragt werden und von der Kommunalaufsicht frei gegeben werden.

Wieviel kostet denn eine Grundüberholung eines Spielplatzes, wenn also der Platz aufgrund seines Alters so stark abgespielt ist, dass in Wege, Treppen, Bepflanzung investiert werden muss?

Krieg: Die Erfahrungswerte zeigen, dass bei der Grundüberholung eines Spielplatzes etwa 80 Euro pro Quadratmeter investiert werden müssen. Im Schnitt kostet eine Grundüberholung 150.000 Euro. Wenn man rechnet, dass ein Kinderspielplatz maximal 25 Jahre hält, müssten bei etwa 274 Spielplätzen in Wuppertal pro Jahr zehn Spielplätze saniert werden - das wären 1,5 Millionen Euro. Muss ein Spielgerät ausgetauscht werden, entstehen Kosten zwischen 2500 Euro (Beispiel Schaukel), 10.000 bis 15.000 Euro (Beispiel Bauwerkgerüst) und bis zu 50.000 Euro für größere Kombinationsspielanlagen.

Düstere Aussichten - wie geht es weiter?

Krieg: Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Kinderspielplätze vollständig abgeräumt werden, so dass man in diesen Fällen nicht mehr von Spielplätzen, sondern nur von Freiflächen reden kann. Spielplätze könnten gesperrt werden, wenn die Sicherheit nicht mehr gegeben ist und sie aus finanziellen Gründen nicht mehr hergestellt werden kann.

Könnten nicht Spielplatzpaten kleinere Reparaturen wie Rasenpflege übernehmen?

Krieg: Die Spielplatzpaten sorgen als Ansprechpartner vor Ort präventiv dafür, dass der Spielplatz in Ordnung bleibt. Jedoch betreuen sie die Plätze und insbesondere die Kinder und Jugendlichen. Sicherlich führen sie teilweise auch kleinere Reinigungstätigkeiten mit den Kindern durch oder melden Reparaturbedarf. Die Durchführung von Reparaturen gehört jedoch nicht zu ihrem Aufgabenbereich. Diese müssen ebenso wie die Grün- und Baumpflege aus haftungs- und verkehrssicherungspflichtigen Gründen durch städtische Mitarbeiter oder beauftragte Firmen erfolgen. Auch die Kontrolle der Spielgeräte muss von Fachleuten übernommen werden. In Einzelfällen können Ehrenamtliche für Anstreichaktionen von Geräten tätig werden. Die Unterhalter vom Ressort Grünflächen und Forsten stellen gerade Listen mit Plätzen auf, auf denen solche Tätigkeiten möglich wären. Diese soll als Projekt im Rahmen von "Meine Stunde für Wuppertal" aufgegriffen werden. Zur Zeit betreuen übrigens 39 Paten 27 Plätze und wir suchen noch engagierte die Menschen, die eine Spielplatzpatenschaft übernehmen möchten. Infos unter 563 2073 oder 75 53 66.

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