Im Vergleich zum Vorjahr fehlen 400 000 Euro in der Zookasse. Die Bahnsperrungen sind mögliche Gründe für rückläufige Zahlen.

Im Vergleich zum Vorjahr fehlen 400 000 Euro in der Zookasse. Die Bahnsperrungen sind mögliche Gründe für rückläufige Zahlen.
Der Besuch der Elefanten ist einer der Höhepunkte beim Rundgang im Wuppertaler Zoo. Archiv

Der Besuch der Elefanten ist einer der Höhepunkte beim Rundgang im Wuppertaler Zoo. Archiv

Uwe Schinkel

Der Besuch der Elefanten ist einer der Höhepunkte beim Rundgang im Wuppertaler Zoo. Archiv

2016 war mit 627 848 Besuchern ein Rekordjahr für den Wuppertaler Zoo. Weniger günstig standen die Sterne im vergangenen Jahr. Die beiden mehrwöchigen Bahnsperrungen in den Oster- und Sommerferien sowie das ungünstige Wetter an den Wochenenden sind wichtige Gründe, warum die Besucherzahlen 2017 deutlich einbrachen. Das machte sich an der Zookasse und an den Kiosken des Zoovereins bemerkbar.

Wie aus einer Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage der FDP-Fraktion im Kulturausschuss hervorgeht, sanken die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent (das sind schätzungsweise 60 000 Besucher weniger). Weniger Besucher als 2016 fanden den Weg nach Wuppertal über die Ruhr-Topcard – ein Rückgang von 48 603 auf 42 659 Besucher. Wie viele Gäste den Zoo 2017 insgesamt besuchten, teilte die Verwaltung in ihrer Vorlage der FDP nicht mit. Diese Zahl war von der WZ trotz Anfragen bei Stadt, Zooverwaltung und Zooverein gestern nicht in Erfahrung zu bringen.

Der von der Stadt mit rund fünf Millionen Euro pro Jahr subventionierte Zoo nahm 2017 3,2 Millionen Euro und damit rund 400 000 Euro weniger als im Vorjahr ein.

Um Besuchermassen anzulocken, müssen neue Attraktionen her

„Es gibt plausible Gründe. Das Jahr 2017 ist ein Ausreißer, aber ich bin zuversichtlich, was die Zukunft angeht“, sagt Dezernent Matthias Nocke. Die Vereinheitlichung der Marketingstrategie sei ein Ziel, das jetzt in Angriff genommen werden müsse. „Wir wollen verstärkt die Sozialen Medien nutzen“, kündigte Nocke an.

Zoodirektor Arne Lawrenz sieht „keinen Grund zur Panik“. Der Grüne Zoo mit seiner Philosophie einer artgerechteren Haltung sei auf dem richtigen Weg. „Das sehen auch unsere Besucher so. In einer Umfrage haben zwei Drittel der Befragten befürwortet, dass wir verstärkt naturnahe Anlagen bauen, die den Tieren Rückzugsmöglichkeiten bieten – auch wenn man sie nicht ständig sieht“, sagt Lawrenz.

Bruno Hensel, Vorsitzender des Zoovereins, sieht keine Gefahr, dass sich der Rückgang verstetigen könnte. Die Mitgliederzahlen des Zoovereins seien steigend. Erfreulich sei auch die Entwicklung bei den Jahreskarten. „Das ist ein Hinweis darauf, dass unsere Stammkunden das Konzept des Grünen Zoos mittragen“, sagt Hensel. Es ist aber kein Geheimnis, dass die Mitglieder des Zoovereins mit Ungeduld die Fortschritte der Bauvorhaben im Zoo beobachten.

Um Besuchermassen anzulocken, muss ein Zoo immer wieder einmal neue Attraktionen bieten. Der nächste „Lockvogel“ könnte die Freifluganlage Aralandia sein, die der Zooverein baut. „Allerdings liegt noch keine Baugenehmigung vor. Das Gutachten des Veterinäramtes steht aus“, sagt Bruno Hensel. Zoodirektor Lawrenz rechnet mit einer Eröffnung frühestens 2019. Für die Jahresbilanz 2018 kommt diese Attraktion damit zu spät.

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