Zöliakie ist eine Krankheit, die Betroffene bei der Ernährung sehr einschränkt.

Gesundheit
Wer an Zöliakie leidet, verträgt kein Gluten – und damit nahezu kein Getreide. Der unbeschwerte Griff zum Vollkornbrot ist dadurch unmöglich.

Wer an Zöliakie leidet, verträgt kein Gluten – und damit nahezu kein Getreide. Der unbeschwerte Griff zum Vollkornbrot ist dadurch unmöglich.

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Wer an Zöliakie leidet, verträgt kein Gluten – und damit nahezu kein Getreide. Der unbeschwerte Griff zum Vollkornbrot ist dadurch unmöglich.

Wie ist das, wenn man von einem Tag auf den anderen nicht mehr alles essen kann? Wenn kleinste Mengen eines Lebensmittels Krämpfe, Durchfälle und Erbrechen hervorrufen? Für Therese Merdian-Baumgarten wurde dieser Zustand vor 17 Jahren lebensbedrohlich. Verabreichte Tabletten und Schonkost zeigten keinen Erfolg. Sie wurde ein halbes Jahr in mehreren Kliniken behandelt. Ihr starker Gewichtsverlust zwang die Mediziner zu einer Ernährung über Infusionen. Wochen später erläuterte ihr ein Arzt die Diagnose: Zöliakie (Sprue).

Zöliakie ist eine chronische Erkrankung des Dünndarms. Sie beruht auf einer Unverträglichkeit gegenüber dem Klebeeiweiß Gluten, welches in Getreidesorten wie Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste und Hafer enthalten ist. Bei Zöliakie-Betroffenen führt die Zufuhr von Gluten zu einer Entzündung der Dünndarmschleimhaut und vorschreitender Abnahme der Dünndarmzotten. Bestandteile der Nahrung, die der Körper dringend braucht, können nicht aufgenommen werden.

Eine Umstellung der Ernährung ist die einzige Therapie

„Erst ein spezieller Bluttest und eine Biopsie aus dem Dünndarm ergaben den genauen Befund“, erzählt die junge Wuppertalerin. „Andere Betroffenen warten viele Jahre auf die Diagnose, weil die Symptome sehr vielfältig sind“, betont Evelyn Hinz, bei der nur durch Zufall Zöliakie erkannt wurde und die seit 1984 Kontaktperson der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft, Regionalgruppe Wuppertal ist.

Die Krankheitsbilder der Zöliakie sind vielfältig. „Ein Leben lang glutenfreie Ernährung ist die einzige Therapie“, sagt Evelyn Hinz. Ein anderer Erkrankter der Gruppe bestätigt: „Es geht über das Kochen in der Gemeinschaft und endet beim Verzicht auf Einladungen von Freunden und Bekannten. Der Besuch eines Restaurant ist ein Problem. Ist das Gericht wirklich glutenfrei?“

Mit einem reichen Sortiment an glutenfreien Lebensmitteln in Supermärkten sowie einer Kennzeichnungspflicht seit 2005 bedeutet Zöliakie heute keinen Verzicht mehr auf kulinarische Genüsse. Hinzu kommt die peinliche Sauberkeit bei der Zubereitung von Speisen. „Der kleinste Krümel glutenhaltiger Stoffe kann wieder schwerste Symptome auslösen“, sagt Evelyn Hinz. Gemeinsame Backkurse, Gruppentreffen und Infoveranstaltungen helfen Betroffenen auch in Wuppertal den Alltag mit Zöliakie zu meistern.

Die Regionalgruppe Wuppertal der Deutschen Zöliakie-Gesellscaft trifft sich viermal im Jahr im Verwaltungshaus Elberfeld, Neumarkt. Eine Vortragsveranstaltung der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft findet morgen um 17.30 Uhr im Verwaltungsgebäude Elberfeld, Neumarkt statt. Kontakt: Evelyn Hinz, Telefon 47 18 82.

www.dzg-online.de

 

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