Bislang unbekannte Täter haben den Neubau unter Wasser gesetzt. Das wird die Fertigstellung verzögern.

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Blick in den Neubau. Die Wände aus Gipskarton müssen zum Teil ersetzt werden.

Blick in den Neubau. Die Wände aus Gipskarton müssen zum Teil ersetzt werden.

Andreas Fischer

Blick in den Neubau. Die Wände aus Gipskarton müssen zum Teil ersetzt werden.

Ronsdorf. Sie ist eine der wenigen Zukunftsinvestitionen, mit denen die klamme Stadt Wuppertal noch glänzen kann: die neue Kindertagesstätte an der Blutfinke in Ronsdorf. Für 1,72 Millionen Euro entsteht dort ein freundlicher 512-Quadratmeter-Neubau mit einem wegweisenden, umweltfreundlichen Heizsystem - es ist Wuppertals erstes öffentliches Gebäude, das mit Erdwärme beheizt wird.

Und ausgerechnet dort haben unbekannte Randalierer nun derart gewütet, dass die planmäßige Fertigstellung der neuen Kita als sehr fraglich erscheint.

Der Schaden geht zu Lasten des Generalunternehmers

Was genau ist passiert? Bereits am vergangenen Wochenende, laut Polizei zwischen Samstag, 16 Uhr, und Sonntag, 13.15 Uhr, sind einer oder mehrere Täter in den Kita-Rohbau eingedrungen und haben dort alle Wasseranschlüsse aufgedreht. Stundenlang konnte das Wasser in Wände und Decken laufen. "In den Nassräumen lagen zwar schon Fliesen, aber die Fugen waren noch nicht versiegelt", erklärt Hermann Bolle von der verantwortlichen Baufirma Bolle System- und Modulbau.

"Das geht komplett zu unseren Lasten."

Hermann Bolle, Verantwortlicher der Baufirma

Gut die Hälfte des eingeschossen Gebäudes - drei künftige Gruppenräume einschließlich der Nasszellen - sind betroffen, der Schaden liegt laut Polizei bei gut 50000Euro. "Das geht komplett zu unseren Lasten", so Bolle. Gegen Vandalismus ist der Generalunternehmer nicht versichert.

Die Stadt und womöglich auch die Ronsdorfer Kindergarten-Kinder trifft dagegen vor allem die durch den Wasserschaden entstandene Verzögerung bei den Bauarbeiten. Bei dem Neubau bestehen Decken und Wände großenteils aus Gipskartonplatten, zwischen denen Mineralwolle als Dämm-Material verarbeitet ist. Der feucht gewordene Gipskarton muss komplett, die Mineralwolle teilweise ersetzt werden.

Polizei hofft auf Hinweise von Zeugen

Die Fußbodenheizung der Kita wird mit einer fast 100 Meter in den Boden reichende Wärmepumpe betrieben - bislang einmalig bei Wuppertals öffentlichen Gebäuden.
Im Laufe der Sommerferien sollte der Neubau planmäßig fertig werden.

"Die Feuchtigkeit kommt komplett raus", betont Bolle, "das kostet uns gut drei Wochen." Er will alles versuchen, um seinen Vertrag zu erfüllen. Dennoch rechnet die Stadt bereits mit einer verzögerten Fertigstellung. Eine bis zwei Wochen sind im Gespräch. Die Kinder der Kita sind in Ausweichcontainern untergebracht und sollten eigentlich zum Beginn des neuen Kindergartenjahres wieder umziehen. Dass das definitiv klappt, kann die Stadt nicht mehr garantieren.

Die Polizei tappt indessen bei der Suche nach den Tätern im Dunkeln - und hofft umso dringender auf Zeugen. Hinweise an Telefon 284-0

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