Lohnwucher: Verdi wirft den Ermittlern "schlampige" Arbeit vor und legt Beschwerde ein.

Wuppertal. Nachdem die Wuppertaler Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen die Zeitarbeitsfirma Gens wegen des Verdachts auf Lohnwucher im März eingestellt hat, legt die Gewerkschaft Verdi nun Beschwerde dagegen ein. "Skandalös", nennt Verdi-Geschäftsführer Dietmar Bell das Vorgehen und wirft der Staatsanwaltschaft "oberflächliche und schlampige" Ermittlungsarbeit vor.

So hätten die Ermittler nicht alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel genutzt und etwa die Firmenräume von Gens durchsucht, um Beweise zu sichern. Das wäre wichtig gewesen, um möglicherweise an weitere Nachweise über einen Mann zu kommen, dem für Fahrerdienste 2,73 Euro pro Stunde geboten worden sein sollen.

Die Staatsanwaltschaft hatte erklärt, dass dieser Vorwurf von der Leiharbeitsfirma bestritten worden sei. Weiteren Beweise habe es nicht gegeben, so dass diese Tat nicht bewiesen werden konnte - für eine Anklage habe dies nicht gereicht. Bell: "Die Staatsanwaltschaft hat den Fahrer nicht einmal zur Sache befragt." Verdi habe nun Beschwerde beim Oberstaatsanwalt eingelegt, das Verfahren wieder aufzunehmen.

"Beschwerde darf erst mal jeder Bürger einlegen", konterte Wolf Baumert, Sprecher der Staatsanwaltschaft Wuppertal. Man habe der Einschätzung eine Stellungnahme der Bundesanstalt für Arbeit zugrunde gelegt.

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