Besucher in Museen, Zoo oder Theater sollen probeweise nur so viel zahlen, wie sie für angemessen halten.

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So gut besucht wie bei der Cranach-Ausstellung und...

So gut besucht wie bei der Cranach-Ausstellung und...

... der Märchenführung sind Von der Heydt-Museum und Zoo nicht immer.

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So gut besucht wie bei der Cranach-Ausstellung und...

Wuppertal. Besucher in Zoo, Theater und Museen können künftig womöglich so viel Eintrittsgeld bezahlen, wie sie wollen. Diesen Einrichtungen sollen sogenannte „Pay-what-you-want-Tarife“ einführen. Zumindest hat die FDP-Fraktion einen dementsprechenden Antrag für den Rat vorgelegt. Bei diesen Tarifen zahlen die Besucher den Eintrittspreis, den sie für richtig halten.

Nach Vorstellung der FDP wird dieser Tarif zunächst an Tagen mit geringem Publikumsverkehr erprobt. Das soll bei solchen Freizeit- und Kulturangeboten geschehen, die hohe Fixkosten verursachen – eben beispielsweise Zoo, Theater oder Museumsbetriebe.

Bevor der Tarif auf Probe eingeführt wird, soll die Verwaltung die Publikumszahlen auswerten und Zeiträume benennen, an denen die Zahl der Besucher besonders niedrig ist. So könnten die Besucher für die angebotene Leistung sensibilisiert und neue Besucherschichten gewonnen werden. Zudem könne es sich positiv auswirken, wenn die Besucher sich überhaupt mit der Frage auseinandersetzen, welcher Preis denn wohl angemessen wäre.

Allwetterzoo Münster legte deutlich zu

Die FDP bezieht sich auf eine Studie der Universität Aachen, wonach das Konzept vor allem bei Einrichtungen mit hohen Fixkosten funktioniert. Eine Erkenntnis: „Viele Besucher, die wenig zahlen, bringen dort mehr als wenige Besucher zu hohen Preisen,“ so Jörn Suika von der FDP. Er verweist auf eine Aktion des Allwetterzoos Münster. Dort stiegen im Dezember 2012 die Einnahmen um das 2,5-Fache, die Zahl der Besucher stieg von 13.600 auf 78.800 Menschen.

Bundesweit laufen diese Freiwilligentarife in etlichen Einrichtungen. Dazu gehören Hotels, Musikindustrie und Gastronomiebetriebe. Auch an der Frankfurter Goethe-Universität finden Forschungen zu dem Thema statt. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass zumindest in Restaurants wohlhabendere Gäste mehr und weniger wohlhabende weniger als üblich zahlen. Aufgrund der sozialen Kontrolle ist die Neigung, sehr wenig zu zahlen, offenbar nicht stark ausgeprägt.

Längst nicht bei jeder Aktion konnten die Anbieter aus der Musikindustrie ihre Kosten decken. Es gibt auch Berichte über Restaurants, die den Freiwilligentarif nach der Probephase wieder abgeschafft haben.

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